Feuer in Berlin-Schmargendorf : Frau rettet sich mit Sprung aus dem fünften Stock

Beim Brand einer Hochhauswohnung in Schmargendorf ist am Donnerstagmorgen eine Frau verletzt worden. Bewohner mussten zwischenzeitlich evakuiert werden

von , und Daniel Godeck
In Schmargendorf brannte das älteste Hochhaus Berlins. Die Berliner Feuerwehr rettete mehrere Personen aus dem Gebäude.
In Schmargendorf brannte das älteste Hochhaus Berlins. Die Berliner Feuerwehr rettete mehrere Personen aus dem Gebäude.Foto: Gregor Fischer/ dpa

Am frühen Donnerstagmorgen ist in einem Hochhaus in Schmargendorf ein Feuer ausgebrochen, bei dem drei Menschen leicht verletzt wurden. Gegen 5.25 Uhr wurde die Feuerwehr zu dem 15-stöckigen Gebäude im Hohenzollerndamm 105 gerufen. Das Feuer brach im fünften Stock des Hochhauses in einer Wohnung aus. Bis zum Mittag waren die Einsatzkräfte mit den Nachlösch- und Aufräumarbeiten beschäftigt.

"Als wir vor Ort eintrafen, saß die Mieterin der Wohnung schon auf dem Fensterbrett", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die Frau hatte leichte Brandverletzungen erlitten und war nach draußen geflüchtet. "Sie harrte auf dem Fensterbrett aus, bis wir ein Sprungpolster aufgeblasen hatten", so der Sprecher. Dann ließ sich die Frau aus einer Höhe von geschätzten 15 Metern in Sicherheit fallen. Anschließend wurde sie leichtverletzt ins Krankenhaus gebracht.

Die Mieter aus den unteren Geschossen wurden während der Löscharbeiten von der Feuerwehr aus dem Gebäude evakuiert. "Insgesamt 19 Bewohner mussten betreut werden", sagt Einsatzleiter Frank Aschmann. Neben der Frau aus der Brandwohnung seien zwei weitere Menschen leicht verletzt worden. Eine Mieterin wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung, ein anderer infolge eine Schocks.

Flammen im Wilmersdorfer-Wohnhochhaus. Eine Frau musste zur Rettung aus dem fünften Stock springen.
Flammen im Wilmersdorfer-Wohnhochhaus. Eine Frau musste zur Rettung aus dem fünften Stock springen.Foto: Gregor Fischer /dpa

Bereits um 7.30 Uhr hatten die Einsatzkräfte den Brand weitgehend unter Kontrolle. Wegen eventueller Brandnester waren die Einsatzkräfte aber bis zum Mittag vor Ort. "Danach müssen Bauaufsicht und Kripo die Wohnung untersuchen", so der Einsatzleiter weiter. Die Anwohner der unteren Etagen konnten inzwischen wieder in ihre Wohnungen zurück. Für die Löscharbeiten war die Rheinbarbenallee mehrere Stunden gesperrt, die Sperrung der Hundekehlestraße dauerte sogar bis zum Mittag an.

Bei dem 15-geschossigen Wohnhaus soll es sich um das älteste Hochhaus Berlins handeln. Obwohl es keinen zweiten Fluchtweg gab, ist die Evakuierung weitgehend reibungslos verlaufen. "In dem Hochhaus gibt es kein großes Treppenhaus, sondern mehrere einzelne Flure", sagt Aschmann. So habe der Rauch sich nicht großartig ausbreiten können.

Dies bestätigt auch Sebastian Weidner, der mit seinem Vater und der Stiefmutter im zweiten Stock des Hauses wohnt. Vom Feuer selbst habe er erst etwas mitbekommen, als seine Stiefmutter ihn aufweckte. "Sie kam rein und rief: Feuer!", berichtet der 18-Jährige. Schnell was übergezogen, sei er sofort die Treppe runter gelaufen. "Die Lüftung lief da schon richtig auf Hochtouren", erzählt er weiter. Ein Mieter aus der vierten Etage berichtet von Hilfe-Geschrei aus der Wohnung obendrüber. "Wir haben dann gleich die Feuerwehr gerufen."

Nach den Löscharbeiten wird das Ausmaß des Wohnungsbrandes deutlich.
Nach den Löscharbeiten wird das Ausmaß des Wohnungsbrandes deutlich.Foto: Daniel Godeck

Die Löscharbeiten selbst wurden aufgrund der Größe der Fünf-Zimmer-Wohnung und dem vielen brennbaren Inventar erschwert. "Wir hatten hier nur eine Steigleitung für ein Rohr", sagt Aschmann. Daher habe man eine zusätzliche Schlauchleitung nach oben in den fünften Stock verlegen müssen. Von Außen verhinderte ein Drehleiterfahrzeug, dass sich der Brand auf die darüber liegenden Wohnungen in der sechsten und siebten Etage ausbreitet. "Auch wenn es von Außen nicht so aussieht, aber ein Übergreifen konnten wir verhindern", so der Einsatzleiter weiter.

Das Hochhaus am Roseneck wurde 1954 von den Architekten Heinrich Sobotka und Gustav Müller gebaut. Bereits in den Jahren 2003 und 2012 hat es dort einen Brand gegeben. Im Mai 2003 legten laut dem Bezirksamt Wilmersdorf-Charlottenburg Unbekannte dort Feuer. Dabei ging einer der beiden Fahrstühle in Flammen auf und stürzte in den Keller. In einer Nacht im Juli 2012 kam eine 87-jährige Frau bei einem Brand in ihrer Wohnung in der 11. Etage ums Leben.

Mangelnder Brandschutz aber, so die Einschätzung von Einsatzleiter Aschmann, habe er beim Einsatz nicht feststellen können. "Nach den früheren Vorfällen muss in den letzten Jahren ganz sicher in Brandschutz investiert worden sein", sagt er. Der Ursache des Feuers werden nun die Ermittler nachgehen.

Autoren

8 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben