Flüchtlingsheim in Berlin-Buch : Rechtsextreme greifen Wachleute an

Rechtsextreme haben Montagnacht das Sicherheitspersonal am Containerdorf für Flüchtlinge an der Karower Chaussee in Buch beleidigt und angegriffen. Der Polizeiliche Staatsschutz sucht die Täter, die anscheinend aus dem NPD-Umfeld stammen.

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Die Polizei sucht nach einem 39-Jährigen, der eine Frau in Neuruppin getötet haben soll.
Die Polizei sucht nach einem 39-Jährigen, der eine Frau in Neuruppin getötet haben soll.Foto: dpa/Archiv

Drei Rechtsextreme haben Montagnacht vor dem Containerdorf für Flüchtlinge in Buch ausländerfeindliche und volksverhetzende Parolen gegrölt. Als Wachleute einschritten, wurden sie von den Männern bedroht, bespuckt und mit einer Bierflasche angegriffen.

Die Sicherheitsleute hatten die Aufgabe, die Baustelle des fast fertig gestellten, aber noch unbewohnten Flüchtlingsheims an der Karower Chaussee zu bewachen. Gegen 22 Uhr hörten sie "Sieg Heil!"-Rufe und ausländerfeindliches Geschrei von jenseits des Bauzauns. Die Wachleute - vier an der Zahl - gingen nachsehen und standen den Urhebern des Geschreis gegenüber: Drei Männer, der Polizei zufolge vom Aussehen her eindeutig der rechtsradikalen Szene zuzuordnen. Die Wachleute bekamen sofort Schläge angeboten.

Am Tatort wurden NPD-Flugblätter gefunden

Die Wachleute gingen nicht darauf ein und forderten die Rechtsextremen auf, sich vom Bauzaun zurückzuziehen. Daraufhin versuchte einer der Männer, den Zaun zu öffnen und auf die Wachleute loszugehen. Weil das nicht klappte, spuckte er sie an. Ein anderer Rechtsextremer schleuderte eine Bierflasche - und traf einen 28-jährigen Wachmann am Ohr. Hinterher rannten die Rechtsextremen davon - nicht ohne mehrere Flugblätter der NPD am Tatort zurückzulassen. Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

In Buch gab es im letzten November Demonstrationen gegen die geplante Unterbringung von Flüchtlingen. Schon damals waren Wachleute bedroht und beleidigt worden.

Auch beim "Tag der Offenen Tür" am 25. März sollen Rechtsextreme offen aufgetreten sein und ein Auto der Arbeiterwohlfahrt beschmiert haben. Das Flüchtlingsheim wird von der Arbeiterwohlfahrt betrieben und soll nach Auskunft eines Sprechers ab Donnerstag schrittweise bezogen werden: Zunächst sollen 80 Flüchtlinge die Container beziehen, insgesamt sollen bis zu 480 Menschen in dem Dorf untergebracht werden.

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