Gefängnisausbruch in Berlin : 18-Jähriger blieb nur einen Tag in Freiheit

Ein 18-jähriger Gefangener ist Dienstagnachmittag aus der Jugendstrafanstalt in Charlottenburg ausgebrochen. Nur einen Tag später wurde er in Treptow von der Polizei gefasst.

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Personifikation der Gerechtigkeit: Justitia
Personifikation der Gerechtigkeit: JustitiaFoto: picture alliance / dpa

Ein 18-jähriger Gefangener ist am Dienstagnachmittag aus der Jugendstrafanstalt am Friedrich-Olbricht-Damm in Charlottenburg ausgebrochen. Allerdings blieb er nur für einen Tag auf freiem Fuß: Bereits am Mittwoch konnte er von Polizeibeamten im Bahnhof Treptower Park wieder geschnappt werden. Dies teilte die Senatsjustizverwaltung am Mittwochnachmittag mit.

Gefangener muss drei Jahre Haft verbüßen

Der Mann saß seit Mai 2015 in Haft. Er war zuvor zu einer dreijährigen Haftstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung, Drogendelikten, Beleidigung und Widerstands verurteilt worden. "Ein weiteres Verfahren wegen schweren Raubs ist noch anhängig", hieß es aus der Justizverwaltung.

Heilmann: "Eklatanter" Verstoß gegen Sicherheitsvorschriften

Die lange Haft vor Augen, entschloss sich der junge Mann offenbar zur Flucht. Dabei nutzte er eine Gelegenheit, die sich ihm während eines Einsatzes bei Sanierungsarbeiten in einem leeren Gebäude der Strafanstalt bot. Wie diese Gelegenheit genau aussah, muss nun untersucht werden. Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) sagte am Mittwoch, es sei in "eklatanter Weise" gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen worden.

Gefangener hatte Zugriff auf Winkelschleifer und Leiter

Anscheinend wurden die Gefangenen während der Arbeiten nicht durchgängig bewacht. Zusätzlich wurden wegen der Bauarbeiten diverse Werkzeuge in dem leeren Gebäude gelagert. Der 18-Jährige und ein 16-jähriger Mithäftling gelangten so an einen Winkelschleifer und schnitten damit ein Loch in eines der Gitter vor den Fenstern. "Aufgrund der baulichen Gegebenheiten an dieser Stelle gelangten die Jugendlichen so direkt an die Außenmauer", so eine Justizsprecherin.

Mit einer Leiter, die ebenfalls für die Sanierungsarbeiten in dem leeren Gebäude stand, überwanden sie die Mauer zur angrenzenden Gedenkstätte Plötzensee. Die Gefangenen profitierten dabei von dem Umstand, dass die Mauer an dieser Stelle nur drei Meter statt der üblichen fünf Meter hoch war.

Komplize wurde an Flucht gehindert

Nach Justizangaben konnte der 16-Jährige an der Flucht gehindert werden, als er gerade auf der Leiter stand. "Er wurde überzeugt, wieder von der Leiter herunterzukommen", sagte die Sprecherin. Der 18-Jährige hingegen entkam in die Freiheit. Allerdings nicht für lange - die Polizei machte sich sofort auf die Suche nach dem Mann. Einen Tag später wurden die Beamten in Treptow fündig.

Justizsenator Heilmann zeigte sich nach der Festnahme erleichtert: "Ich bedanke mich sehr herzlich bei der Polizei für den schnellen Fahndungserfolg." Nun müsse Ursachenforschung betrieben werden, damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederhole.

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