Großereignisse in Berlin : Hohe Sicherheitsvorkehrungen bei Turnfest und Karneval

Großveranstaltungen in Berlin sind aufgrund der Terrorattacken in Europa immer stärker gesichert. Die Terrorwarnung bei "Rock am Ring" hat laut Behörden aber keine Auswirkungen.

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Polizisten sichern den Gendarmenmarkt in Berlin kommen beim vergangenen Großeinsatz am Kirchentag über das Himmelfahrtswochenende.
Berlins Polizisten haben derzeit viel zu tun, hier zwei Beamte vergangenes Wochenende während des Kirchentags.Foto: Sophia Kembowski/dpa

Zehntausende Menschen sind zu erwarten bei den beiden Großveranstaltungen in Berlin dieses Wochenende. Am heutigen Samstagabend startet das einwöchige Internationale Deutsche Turnfest, am Sonntag zieht der Karneval der Kulturen durch Kreuzberg. Kurz vor dem Start in das lange und volle Wochenende führt eine Terrorwarnung zur kurzzeitigen Unterbrechung des Musikfestivals "Rock am Ring" am Nürburgring.

Die Berliner Polizei bleibt angesichts der Entwicklungen ruhig. Die Terrorattacken der vergangenen Monate und Jahre erforderten allerdings eine höhere Aufmerksamkeit bei Großveranstaltungen. "Die allgemeine Lage erfordert einfach eine erhöhte Präsenz der Polizei bei solchen Ereignissen, zur Verbesserung der Sicherheitslage", heißt es bei der Polizei. Die Eröffnungsfeier des Turnfestes ist großräumig abgesperrt - wie bei Massenveranstaltungen dort üblich. Für 17.30 Uhr ist ein Festzug zum Brandenburger Tor geplant, wo um 20 Uhr die offizieller Eröffnungsfeier stattfinden soll.

Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen beim Karneval der Kulturen

Beim Karnevalsumzug am Sonntag ist das Areal rund um die bunte Karawane weiträumig für Fahrzeuge gesperrt. Laut Polizei wird an allen Eingängen zur "verkehrsbefreiten Zone" streng kontrolliert. Betonpoller sind vorerst nicht geplant.

"Zusätzlich zu diesen bewährten Maßnahmen plant die Polizei in diesem Jahr den Einsatz von vorgelagerten Straßensperren und eine Erhöhung der Zahl der Einsatzkräfte. Der Einsatz von Zäunen, um Besucherkontrollen auf dem Straßenfest vorzunehmen, wurde erwogen und verworfen, weil er keine grundsätzliche Erhöhung der Sicherheit bietet und dabei den Charakter der Veranstaltung wesentlich verändert", schreiben die Veranstalter des Karnevals der Kulturen auf der Homepage.

„Es gibt keine Hinweise auf eine aktuelle Gefährdung. Aber wir befinden uns in einer abstrakt angespannten Gefährdungslage in ganz Europa“, hatte Berlins Innen- und Sportsenator Andreas Geisel am Freitag gesagt. Die Polizei sei auf die Situation angemessen vorbereitet und habe Maßnahmen eingeleitet wie bei anderen Großereignissen auch. Erst vergangenes Wochenende war die Berliner Polizei beim Kirchentag - zu dem auch Barack Obama kam - und dem DFB Pokalfinale im Großeinsatz.

Durch die höheren Sicherheitsauflagen haben sich die Kosten für den Karneval der Kulturen sowie für das Turnfest erhöht. Zum Turnfest kommen 80.000 Teilnehmern aus 3200 Vereinen und elf Nationen. Sie werden über die ganze Stadt verteilt 400 Wettkämpfe in 24 Sportarten austragen. Als Rahmenprogramm gibt es Konzerte und Ausstellungen. Es werden außerdem 20.000 Tagesgäste erwartet. Es ist das größte Massensport-Ereignis der Welt.

Beim Karneval der Kulturen ziehen 5000 Akteure und Dutzende Wagen durch die Stadt, begleitet von zehntausend Feierenden. (mit dpa)

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