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Hasspredigt in Neuköllner Moschee : Berliner Polizei: "Der Inhalt ist eindeutig volksverhetzend"

Am Wochenende wurde im Internet ein Video der Freitagspredigt in der Neuköllner Al-Nur-Moschee veröffentlicht. "O Allah, destroy the Zionist Jews", rief der Prediger. Die Polizei bestätigt nun den volksverhetzenden Inhalt.

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Die jüdische Organisation "Memri TV" veröffentlichte die Hassrede von Imam Bilal Ismail.
Die jüdische Organisation "Memri TV" veröffentlichte die Hassrede von Imam Bilal Ismail.Screenshot: Youtube

Gaza ist für die Berliner Polizei überall, auf der Straße und im Internet. Am Wochenende tauchte bei Youtube ein Video der Freitagspredigt in der Neuköllner Al-Nur-Moschee auf. "O Allah, destroy the Zionist Jews", ruft der Prediger darin. Die Polizei hat mittlerweile eine Übersetzung anfertigen lassen. Der Inhalt des 90-sekündigen Videos sei eindeutig volksverhetzend, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Zudem sei die Polizei im Besitz eines 35-minütigen zweiten Videos, das ebenfalls die Freitagspredigt vergangener Woche sein soll. Die Staatsanwaltschaft müsse nun entscheiden, wie sie gegen den dänischen Imam vorgehe, der die Hasspredigt am Freitag gehalten haben soll.

Veröffentlicht wurde das Video von „Memri TV“ einer jüdischen Organisation in den USA, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Stimmung in arabischen Ländern zu dokumentieren. Nach Angaben von Polizeisprecher Stefan Redlich liegen mittlerweile zehn Strafanzeigen aus der Bevölkerung vor, darunter eine des Berliner Abgeordneten Burkard Dregger (CDU). Das Video ist von Memri mit englischen Untertiteln versehen, eine Übersetzung durch den Tagesspiegel ergab eine weitgehende Übereinstimmung zwischen Original und Untertitel. Demnach sagte der Imam unter anderem über Juden: „kill them to the last“, also: „Tötet sie bis zum Letzten".

Nach Angaben von Memri soll es sich um die Freitagspredigt letzter Woche handeln; die Polizei versucht jetzt, dafür einen Beweis zu finden. Der Prediger stammt nach Erkenntnissen des Staatsschutzes aus Dänemark und soll sich am Montag nicht in Berlin aufgehalten haben. Unklar blieb, ob bekannt ist, wann Bilal Ismail zuletzt in Berlin war. Der Berliner Verfassungsschutz zählt zwei Moscheen in Berlin zu den Treffpunkten von Salafisten, darunter die Neuköllner Al-Nur-Moschee. Das American Jewish Committee (AJC) verurteilte die Hasspredigt von Imam Bilal Ismail auf das Schärfste und forderte, dass mit allen rechtlichen Mitteln gegen den Imam vorgegangen wird.

„Die Hasspredigt des Imams ist ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Sie muss nun mit aller Härte des Gesetzes gegen den Prediger vorgehen. Der Aufruf zum Mord ist mit nichts zu rechtfertigen“, sagt Deidre Berger, Direktorin der Berliner AJC-Vertretung. Das Polizeipräsidium hatte sich am Sonntag an Youtube gewandt, mit der Bitte das Video zu sperren. Bis Montagnachmittag war es jedoch noch zu sehen.

Am Sonnabend war ein israelisches Ehepaar am Rande einer Gaza-Solidaritätsdemonstration beschimpft worden, unter anderem mit „Scheiß Jude, wir kriegen dich“. Nach Polizeiangaben konnten Polizisten verhindern, dass Demonstranten den Mann, der an seiner Kippa als Jude zu erkennen war, körperlich angreifen. „In diesem politischen Klima verwundert es nicht, dass Aktivisten auch dazu bereit sind, Gewalt anzuwenden. Der Antisemitismus wird von Tag zu Tag auf Europas Straßen immer offener skandiert. Die Politik und die Sicherheitsbehörden müssen frühzeitig einschreiten, um Schlimmeres zu verhindern”, sagte Deidre Berger weiter.

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