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Humboldthain in Berlin-Gesundbrunnen : Polizist erschießt Hund - Besitzer schimpft auf Facebook

Ein Hund ist am Montagabend im Humboldthain auf einen Polizisten losgegangen. Der fühlte sich bedroht und erschoss das Tier. Am Dienstag meldete sich der Besitzer über Facebook zu Wort.

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Die Polizei sucht einen vermissten Flüchtlingsjungen (Symbolbild).
Die Polizei sucht einen vermissten Flüchtlingsjungen (Symbolbild).Foto: dpa

Ein Polizist hat am Montagabend in Berlin-Gesundbrunnen einen wild gewordenen Hund erschossen. Zuvor hatte der Beamte den 45-jährigen Hundehalter angesprochen, weil dieser mit zwei unangeleinten Tieren im Humboldthain unterwegs war, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Der Halter nahm daraufhin ein Tier an die Leine. Der andere, ein Rhodesian Ridgeback, ließ sich jedoch nicht halten und ging auf den Polizisten los. Der fühlte sich bedroht und erschoss das Tier daraufhin. Nun ermittelt die Polizei wegen Sachbeschädigung und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Ob der Hundehalter belangt werden kann, weil er seine Hunde nicht an der Leine hatte, entscheidet dagegen das Ordnungsamt.

Besitzer: "Das Schw*** darf nicht ungeschoren davon kommen"

Am Dienstagvormittag meldete sich der mutmaßliche Besitzer des Hundes auf Facebook zu Wort. In einem emotionalen Post wollte er "das Schweigen brechen" und "die wahre Geschichte erzählen". Demnach sei der Polizist "offensichtlich überfordert" gewesen. "Das Schw*** darf nicht ungeschoren davon kommen", forderte der Halter und bat Zeugen, sich bei ihm zu melden. Er beschrieb sein Tier als "liebevoll und verkuschelt" und postete ein Video aus einem Strandurlaub. Bei der Tat selbst war er allerdings nicht vor Ort - der Hund war mit einem Bekannten Gassi.  

Die Polizei wollte sich zu dieser Beschimpfung zunächst nicht bezüglich möglicher Konsequenzen dieser Beschimpfungen äußern. "Wir haben das zur Kenntnis genommen. Unsere Facebook-Leute kümmern sich darum", sagte eine Sprecherin. Ob rechtliche Schritte eingeleitet werden, hänge davon ab, ob der Beamte sich beleidigt fühle und Anzeige erstatte. Es sei aber auch möglich, dass seine Vorgesetzten wegen der Beleidigung klagen.

Offenbar hatte der Besitzer seine Nachricht zuvor auf die Seite der Berliner Polizei gepostet. Die löschte den Eintrag. "Persönlich kann ich seine Trauer und Wut gut verstehen. Wir haben eine Nachricht geschickt, in der wir unser Beileid bekunden", sagte die Sprecherin.

Am Dienstagabend fand im Humboldthain eine Mahnwache für den toten Hund statt.

Vor rund zwei Jahren hatte ein US-amerikanischer Polizist einen Rottweiler erschossen. Das Video von der Tat kursierte im Internet und rief eine Protestwelle hervor.

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