IT-Firma verschickte Wecker : Werbegag löste Polizeialarm aus

Ein zweifelhafter Werbegag einer Computerfirma hat in Berlin mehrere Polizeieinsätze wegen Bombenalarms ausgelöst. Die IT-Firma hat sich mittlerweile entschuldigt. Die Polizei prüft nun, ob das Unternehmen zur Kasse gebeten wird.

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Die Pakete kamen per Kurier. Etwa 40 Unternehmen, Geschäfte und Botschaften in Berlin haben laut Polizei in den vergangenen Tagen Post von einer Computerfirma bekommen, deren Inhalt teilweise Angst ausgelöst hat und zumindest am Donnerstag mehrere Polizeieinsätze auslöste: Denn als Mitarbeiter von vier Botschaften die zugeschickten Pakete öffneten, entdeckten sie darin jeweils einen Wecker und eine externe Festplatte sowie einen Zettel, auf dem stand: "Ihre Zeit läuft ab".

Die Polizei bestätigte, dass sie am Donnerstag mehrmals wegen Bombenalarms ausgerückt war, allerdings habe sich schnell herausgestellt, dass es nichts Gefährliches zu entschärfen gab. "Der Inhalt war harmlos. Es stand auch der Absender der Firma auf den Paketen", schildert ein Polizeisprecher.

Die Pakete hat die Computerfirma "Convar Deutschland GmbH" aus Rheinland-Pfalz, die unter anderem auf Datenrettung spezialisiert ist, im Rahmen einer Marketingaktion verschickt. In den Paketen befanden sich nach Angaben der Firma Testexemplare ihres Festplattenarchivsystem. "Um deren Aufmerksamkeit zu erhöhen und die Brisanz drohender Datenverluste zu unterstreichen, wurde der Sendung ein Wecker beigelegt, der in Comic-artiger Form symbolisieren sollte, dass die Zeit der Datensicherheit abläuft. Das enthaltene BytePac nebst geknotetem Kabel sollte ferner aufzeigen, wie sich diese Situation entschärfen lässt", teilte das Unternehmen in einer Stellungnahme mit. Dass die Werbesendung bei einigen Empfängern Verunsicherung und Ängste ausgelöst hat, bedauere das Unternehmen. Man habe die Betroffenen bereits um Entschuldigung gebeten, hieß es.

Die Geschäftsführung betonte, dass es "zu keinem Zeitpunkt geplant war, irgendjemanden in irgendeiner Weise zu bedrohen oder gar zu gefährden".

Die Polizei prüft nun, ob die Firma zivilrechtlich belangt wird und die Einsätze möglicherweise zahlen muss. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, sagte ein Polizeisprecher.

Ein Ermittler sagte dem Tagesspiegel jedoch, dass die Chance relativ gering sei, dass die Verantwortlichen zur Kasse gebeten werden, da hier zwar mit zweifelhaften Methoden gearbeitet wurde, doch eine absichtliche Gefährdung nicht unterstellt werden könne.

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