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Jubiläumsspiel des BFC Dynamo : HSV-Fans randalieren im Zug, Stress auch im Mauerpark

Zum 50. Geburtstag lud sich der BFC Dynamo den Hamburger SV ein. Dessen Fans zerlegten erst eine Toilette im ICE nach Berlin - und nach dem Spiel gab's wieder Ärger.

von und Felix Hackenbruch
Polizei im Einsatz.
Polizei im Einsatz.Foto: dpa

Auf dem Weg nach Berlin zum Jubiläumsspiel des BFC Dynamo fiel eine Fangruppe des Hamburger SV am Sonnabend derart unangenehm auf, dass die Bundespolizei mit einem Großaufgebot am Hauptbahnhof eingriff. Die HSV-Anhänger hätten in dem ICE unter anderem eine Toilette demoliert, außerdem den Zugbegleiter an der Arbeit gehindert, seien gegenüber anderen Fahrgästen aggressiv gewesen und hätten den Zug verunreinigt, sagte ein Sprecher der Bundespolizei.

Um sie „aus der Anonymität herauszuholen“, haben die Polizisten am Bahnhof ihre Identitäten festgestellt - ganze 108 Mal.

Bei Kontrollen fanden die Polizisten zudem einen Beißschutz, eine Sturmhaube, zwei Messer, die unters Waffengesetz fallen, sowie Drogen. Während der Kontrollen löste ein HSV-Anhänger den Feuermelder aus, was ebenfalls eine Anzeige nach sich zog.

40 Minuten dauerte die ganze Aktion. Dann begleiteten die Polizisten die Fans zum Hackeschen Markt, wo die noch einkehrten und anschließend zum Mauerpark fuhren.

Wieder Randale nach dem Spiel

Nach dem Spiel kam es dann nach Angaben eines Polizeisprechers im Mauerpark wieder zu Ausschreitungen zwischen BFC- und HSV-Fans. Die Polizei musste einschreiten und die beiden Lager trennen. Was genau vorgefallen war, konnte der Sprecher am Samstagabend noch nicht sagen, nur, dass es einen größeren Einsatz gab und Verstärkung angefordert wurde.

Rassistische Angriffe im Mauerpark? Polizei dementiert

Aufregung hatte es auch in den sozialen Netzwerken gegeben. Auf Twitter kursierte das Gerücht, es habe im Mauerpark rassistische Angriffe von 200 BFC-Fans auf eine Gruppe Schwarzer gegeben. Demnach seien die Angriffe mit Pfefferspray und Flaschen erfolgt, sodass sechs Menschen verletzt ins Krankenhaus mussten.

Die Polizei widersprach dieser Darstellung aber am Montag. "Wir wurden gegen 22 Uhr von Besuchern des Mauerparks alarmiert, dass es zu einem Zusammenstoß kommen könnte," sagte ein Polizeisprecher dem Tagesspiegel. Man sei nach dieser Warnung mit einem Gruppenwagen vorgefahren und habe beide Gruppen aufgefordert, den Mauerpark zu verlassen. Während die Besucher dieser Bitte freiwillig nachkamen, musste die Polizei gegen die BFC-Fans Platzverweise aussprechen. Zu Attacken oder Verletzungen kam es aber nicht, so die Polizei.

Das Fußballspiel im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark gewann der HSV übrigens mit 4:0.

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