Knöllchen-Jagd auf Autos mit Auslands-Kennzeichen : Bußgeldstelle will notorischen Falsch-Parkern das Leben schwer machen

27.06.2013 14:21 UhrVon

Parkverbot? Mir doch egal. Knöllchen? Ignoriere ich. Mit dieser Mentalität setzen sich offenbar etliche Autofahrer mit Auslandskennzeichen ans Steuer. Einige zahlen Bußgelder von mehreren tausende Euro einfach nicht. Doch damit soll jetzt Schluss sein.

Knöllchen einfach ignorieren? Das soll künftig nicht mehr so leicht gehen.Bild vergrößern
Knöllchen einfach ignorieren? Das soll künftig nicht mehr so leicht gehen. - Foto: dpa

Seit einem Monat versuchen die Verantwortlichen der bei der Polizei angesiedelten Behörde zusammen mit den Ordnungsämtern den ignoranten Falsch-Parkern mit Auslands-Kennzeichen auf die Spur zu kommen. Mit Erfolg, wie Christian Haegele, Leiter der Bußgeldstelle sagt. Denn irgendwann sind Beispiele wie diese aufgefallen: So etwa hat der Fahrer eines BMW aus Litauen bereits 163 Knöllchen bekommen und müsste eigentlich 1680 Euro Bußgeld dafür bezahlen. Ein anderes Auto mit französischem Kennzeichen hat bereits so oft falsch geparkt, dass 2360 Euro an die Bußgeldkasse fällig sind. „Doch wir können die im Ausland nicht belangen“, schildert Haegele.
„Wenn wir einen Bescheid nach Frankreich schicken und sich der Halter nicht äußert, was sollen wir da machen? Das müssten die Behörden dort vor Ort vollstrecken.“

Doch das funktioniert nicht. Also haben sich Haegle und seine Mitarbeiter der Bußgeldstelle in Berlin etwas einfallen lassen. In eine Art „Pilot-Projekt“ haben sie sich 70 Fahrzeuge herausgesucht, die mehr als 50 Verstöße in den vergangenen Monaten angesammelt haben. Die Autos kommen aus ganz verschiedenen Ländern, beschreibt Haegele: Bulgarien, Frankreich, Monaco, Belgien und vielen anderen. Die Bußgeldstelle sei nun auf die Polizeibeamten der einzelnen Abschnitte angewiesen, für sie „verstärkt nach den Fahrzeugen zu schauen und zu ermitteln, wer sie nutzt“, sagt der Leiter. Denn meist ist der Halter des Wagens nicht gleich der Nutzer. Viele leihen sich ein Fahrzeug, das im Ausland zugelassen ist von Bekannten dauerhaft, und kurven damit durch Berlin.

„Wir müssen davon ausgehen, dass die Nutzer absichtlich falsch parken, weil sie wissen, dass ihnen nichts passieren kann“, sagt Haegele. Die Behörde nennt den Polizisten die „Tatorte“, wo die Autos mit Auslands-Kennzeichen bereits häufig aufgefallen sind, weil sie dort im Parkverbot standen. „Manchmal ist es der Zufall, dass die Polizeibeamten dann gerade sehen, wer dort einsteigt, manchmal reicht ein wenig Ermittlungsarbeit“, schildert Haegele. So seien seit Beginn des Pilotprojekts bereits zwei Drittel der Fahrer ermittelt worden. „Die werden nun zur Kasse gebeten“, sagt er. Wie viele Euro zusammen kommen werden, kann der Leiter aber noch nicht sagen.

zur Startseite

Umfrage

Soll die Hauptstraße in Schöneberg in David-Bowie-Straße umbenannt werden?

Altersvorsorge

Altersvorsorge

Welche Vorsorge-Optionen gibt es? Und welche Maßnahmen sind wirklich sinnvoll? Präsentiert von unserem Partner CosmosDirekt klären wir offene Fragen.

Diese und weitere Informationen zum Thema Altersvorsorge finden Sie auf unserer Themenseite.

Folgen Sie unserer Berlinredaktion auf Twitter:

Tanja Buntrock:
Karin Christmann:


Robert Ide:


Sigrid Kneist:


Anke Myrrhe:


Hier twittert die Stadtleben-Redaktion des Tagesspiegels. Tipps und Trends, Themen und Termine - alles, was die Stadt bewegt:



Machen Sie mit und verlinken Sie Ihre morgendlichen Fotos mit dem Hashtag #gmberlin. Oder schicken Sie Ihre Fotos wie gewohnt an leserbilder@tagesspiegel.de! Wir freuen uns auf Ihre Bilder!


Die ersten Ergebnisse sehen Sie in unserer Fotostrecke.


Tagesspiegel lokal

Zehlendorf-Kiez

Zehlendorf – fein, langweilig, reich? Denkste! Wir hinterfragen gemeinsam mit Jugendlichen, Erwachsenen, Prominenten Klischees und schreiben spannende Geschichten aus dem Stadtteil: über Menschen, lokale Politik und ein Lebensgefühl mit Wasser und Wald. Schreiben Sie mit an unserer Seite über Zehlendorf!

Zum Ortsteil Zehlendorf


Ku'damm

Alle reden vom neuen Aufschwung am berühmten Berliner Kurfürstendamm. Wir zeigen die Fortschritte, aber auch Schattenseiten der Entwicklung in der westlichen Innenstadt und stellen die Menschen dort vor. Machen Sie mit bei unserer Seite zum Ku'damm-Kiez!

Zum Ortsteil Ku'damm


Spandau

Kaum ein Bezirk ist so kontrastreich wie das "gallische Dorf" am Westrand Berlins, vom riesigen Stadtforst bis zu bedeutenden Industriestandorten von Konzernen wie BMW und Siemens, von Großsiedlungen wie dem Falkenhagener Feld über das dörfliche Gatow bis hin zu den Kladower Villen. Unser Portal ist eine Mischung aus aktuellen Nachrichten, Kiez-Reportagen und Debatten-Plattform. Mischen Sie mit!

Zum Ortsteil Spandau


Pankow

Pankow boomt. Das Gebiet nördlich vom Prenzlauer Berg wächst rasant. Zu DDR-Zeiten lebten hier vor allem Diplomaten, Funktionäre und Künstler; nun kommen Familien aus dem Prenzlauer Berg hinzu. Eine interessante Mischung. Wir berichten, wie sich das alte Pankow verändert und wer es verändert. Und wir erzählen Geschichten aus der Zeit vor 1989. Die sind spannender als jeder Krimi.

Zum Ortsteil Pankow


Wedding

Der Wedding lebt. Nur wie? Finden wir es heraus, gemeinsam. Wir: die Leser und die Journalisten des Tagesspiegels. Wir schreiben: Eine Seite über den Wedding. Den alten. Den neuen. Den guten. Den schlechten. Und den dazwischen. Früher Bezirk, bis heute Ereignis. Machen Sie mit bei unserer Seite über den Wedding-Kiez!

Zum Ortsteil Wedding


Kreuzberg

Berlin ist Kreuzberg. Und umgekehrt. Kaum ein anderer Berliner Bezirk wird so stark mit der Hauptstadt in Verbindung gebracht wie Kreuzberg. Was die Kreuzberger bewegt, viele Kiezgeschichten und Meinungen lesen Sie im hyperlokalen Projekt des Tagesspiegels.

Zum Ortsteil Kreuzberg


Service

Nachrichten aus den Bezirken

Weitere Themen

Veranstaltungen im Tagesspiegel

In unserem Verlagsgebäude finden regelmäßig Salons, Vorträge und Debatten statt, zu denen wir Sie herzlich einladen.