Krimineller Autofahrer soll hinter Gitter : Von der roten Ampel in Haft

Unfall, Drohungen, kein Führerschein - und das Kennzeichen gestohlen: Die Polizei hat einen extrem rabiaten Autofahrer aus dem Verkehr gezogen. Der 28-Jährige sitzt nun in Untersuchungshaft.

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Ein Autofahrer, der am Sonnabend eine Vielzahl von Straftaten in Wedding und in Reinickendorf begangen hat, wurde am Sonntag einem Haftrichter vorgeführt, dieser schickte den Mann in U-Haft. Gegen 7.30 Uhr fiel einer Polizeistreife  an der Schulstraße Ecke Reinickendorfer Straße ein Mercedes, gefahren von einem Mann in Begleitung von zwei jungen Frauen auf, den sie kontrollieren wollten.

Die Anhaltezeichen missachtete der Autofahrer, bog bei Rot nach links in die Reinickendorfer Straße ein und flüchtete in Richtung Reinickendorf. An der Kreuzung Osloer Straße fuhr der Flüchtende erneut bei Rot ungebremst in die Kreuzung ein und stieß dort mit einem von links kommenden VW zusammen - was seine Flucht aber nicht beendete.

Der Mann fuhr weiter über die Markstraße und die Residenzstraße, kam an der Kreuzung Pankower Allee nach rechts von der Fahrbahn ab, stieß gegen einen Ampelmast und kam dort zum Stehen. Ab hier setzte er seine wilde Flucht zu Fuß fort, seine beiden verletzten jungen Mitfahrerinnen, beide 15 Jahre alt ließ er zurück.

Flucht ging zu Fuß weiter

In der Holländerstraße soll der Mann eine Passantin mit einem Messer bedroht haben. Etwas weiter in dieser Straße sei der Flüchtende nun vor ein Auto auf die Fahrbahn gerannt, sodass dieser Opel bremsen musste. Immer noch mit dem Messer in der Hand habe er nun die Beifahrertür des Opel geöffnet und den 34-jährigen Fahrer drohend aufgefordert, ihn zu fahren.

Dieser reagierte so geistesgegenwärtig, dass er sein Fahrzeug beschleunigte und der Angreifer nicht einsteigen konnte. Der Tatverdächtige soll den Wagen jedoch nicht losgelassen haben und wurde etwa 100 Meter mitgeschleift. Dann soll er verletzt kurz zum Liegen gekommen sein, stand wieder auf und setzte seine Flucht fort, die dann auf dem Gelände einer Tankstelle in der Markstraße durch Polizisten beendet wurde.

Der Tatverdächtige, ein 28 Jahre alter Mann, setzte sich bei der Festnahme heftig zur Wehr. Ein Polizist wurde dabei leicht verletzt. Der 28-Jährige wurde, wie auch seine jugendlichen Begleiterinnen, in einem Krankenhaus behandelt. Die beiden Jugendlichen wurden anschließend von der Polizei ihren Erziehungsberechtigten übergeben. In welcher Verbindung sie zu dem Mann standen, ist nach Polizeiangaben unklar. Sie sollen freiwillig in dem Wagen gesessen haben, verwandt sind sie mit dem Mann nicht. Der Festgenommene musste sich einer Blutentnahme unterziehen, weil er augenscheinlich alkoholisiert war und möglicherweise auch Drogen zu sich genommen hatte.

Weiter stellte sich heraus, dass der 28-Jährige keinen Führerschein hatte, die Kennzeichen an dem Mercedes gestohlen sind. Wem der nicht zugelassene Mercedes gehört, konnte die Kripo nicht ermitteln. Das Fahrzeug wurde deshalb sichergestellt. Der Mann, der laut Präsidium "durch eine Vielzahl unterschiedlicher Straftaten bereits in Erscheinung" getreten ist, wurde am Sonntag in Haft genommen. Der Serbe ist in Berlin nicht gemeldet, hieß es zur Begründung, dadurch bestehe Fluchtgefahr.

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