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Kunst-Performance sorgt für Verwirrung : Polizei räumt Apple Store am Ku'damm

Eine unbekannte Metallmasse auf Tischen und Geräten löste einen größeren Polizeieinsatz am Ku'damm aus. Dabei handelte es sich um eine Kunst-Aktion. Die Berliner Festspiele bitten um Entschuldigung.

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Der Künstler Johannes Paul Raether hatte die Aktion organisiert.
Der Künstler Johannes Paul Raether hatte die Aktion organisiert.Foto: Camilla Kohrs/dpa

Der Apple Store am Kurfürstendamm ist am Samstagmittag von der Polizei geräumt worden. Aus Sicherheitsgründen, wie das Polizeipräsidium mitteilte. "Gegen 14 Uhr verteilten mehrere Personen eine silbrige Masse auf Tischen und Geräten", erklärte eine Sprecherin. Um was für eine Flüssigkeit es sich handelt, werde derzeit untersucht; bekannt sei, dass es sich um eine Metalllegierung handle, unklar dagegen, wie sich diese zusammensetze. Es könne aber "weitgehend ausgeschlossen" werden, dass sie gesundheitsschädlich sei. Nach einer Mitteilung der Berliner Festspiele handelt es sich bei dem Metall um Gallium, "das bei üblichem Gebrauch gesundheitlich unbedenklich ist."

Die Berliner Festspiele erklärten sich, weil es sich bei der ganzen Aktion um eine Kunst-Performance des Festivals "Foreign Affairs" handelte. An dieser Performance haben laut dem Bericht eines Teilnehmers rund 50 Menschen teilgenommen. Der Künstler Johannes Paul Raether habe, so die Festspiele, im Zuge eines "Techno-magischen Rituals" Metallmünzen verteilt, die in der Hand geschmolzen seien. Am Ende habe sich der Künstler das Metall von den Teilnehmenden zurückgeben lassen. Nach Darstellung des Teilnehmers gelangte bei der Aktion aber Metallmasse auf den Boden. Sicherheitsmitarbeiter von Apple hätten daraufhin die Polizei gerufen. Die Berliner Festspiele sagten: "Die sich durch den Verlauf der Performance entwickelnde Besorgnis der Geschäftsführung des Stores setzte eine Kette von Sicherheitsmaßnahmen in Gang, welche mit dem Eintreffen der Polizei durch keine Erklärung der anwesenden, die Kunstaktion begleitenden Festivalverantwortlichen, mehr aufzuhalten war." 

Die Teilnehmer einer Performance wurden vor dem Apple Store von der Polizei festgehalten, wie ein Teilnehmer berichtete.
Die Teilnehmer einer Performance wurden vor dem Apple Store von der Polizei festgehalten, wie ein Teilnehmer berichtete.Foto: privat

Ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung wurde eingeleitet. Von rund 27 Personen würden die Personalien aufgenommen, sagte die Polizeisprecherin am Samstagabend. Ob es sich dabei um Teilnehmer an der Performance handelt, konnte sie zu dem Zeitpunkt nicht sagen - "sie scheinen aber in Zusammenhang mit der Tat zu stehen". Die Berliner Festspiele "bitten alle von der dramatischen Entwicklung dieser Kunstaktion Betroffenen ausdrücklich um Entschuldigung".

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