Lenzen (Elbe)/Brandenburg : Kleinstadt mit flüchtlingsfeindlichen Stickern vollgeklebt

Letztes Wochenende wurden in der brandenburgischen Kleinstadt Lenzen/Elbe rund 100 flüchtlingsfeindliche Sticker geklebt. Die Polizei bittet um Hilfe bei der Suche nach den Tätern.

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Foto: dpa/Patrick Pleul
Foto: dpa/Patrick Pleul

Unbekannte, offenbar rechtsextreme Täter haben am vergangenen Wochenende rund 100 Sticker mit flüchtlingsfeindlichem Inhalt in der Kleinstadt Lenzen im Landkreis Prignitz in Brandenburg geklebt. Die Täter konnten bislang nicht gefunden werden. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin und die Polizei haben sich daher entschieden, die Bevölkerung um Hilfe zu bitten.

Die Täter wurden in der Nacht von Samstag auf Sonntag aktiv. Sie beklebten Straßenlaternen, Verteilerkästen, Schaufenster und Verkehrszeichen mit diversen Hetzparolen, in denen Flüchtlinge unter anderem als "Schmarotzer" bezeichnet werden. Eine Polizeistreife hatte die Sticker am Sonntagvormittag entdeckt.

Da nach Auskunft der Polizeidirektion Nord Brandenburg auch mehrere Sticker mit dem Slogan "Nationaler Widerstand" geklebt wurden, ist wohl von rechtsextremen Tätern auszugehen. Polizeilicher Staatsschutz und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen Volksverhetzung.

Nach Auskunft der Brandenburger Polizei sollen in Lenzen Flüchtlinge in leer stehenden Wohnungen untergebracht werden. Mittlerweile seien die Aufkleber - alle im Format 15x7 Zentimeter - samt und sonders "abgekratzt" worden, sagte ein Polizeisprecher. Dass derart viele volksverhetzende Aufkleber in einer einzigen Nacht in einer Kleinstadt mit 2.000 Einwohnern auftauchen, sei "außergewöhnlich", so der Sprecher.

Sachdienliche Hinweise zu Verdächtigen, die in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Lenzen unterwegs waren, nimmt die Polizei unter der Rufnummer (03876)-7150 entgegen. Alternativ kann auch jede beliebige Polizeidienststelle kontaktiert werden.

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