Mutmaßlicher Übergriff im Mauerpark : Dynamo-Fans sollen Kameruner verletzt haben

Der Staatsschutz ermittelt gegen Anhänger des BFC Dynamo. Sie sollen einen Mann aus Kamerun rassistisch beleidigt und schwer verletzt haben.

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Polizei im Einsatz (Symbolfoto)
Polizei im Einsatz (Symbolfoto)Foto: dpa/Patrick Pleul

Fast zwei Wochen soll der rassistische Übergriff zurückliegen - aber erst jetzt wurde bekannt, dass der Staatsschutz ermittelt. Im Fokus: Anhänger des BFC Dynamo. Ein Mann aus Kamerun gab an, am 3. September von Fans des BFC Dynamo am Eingang des Mauerparks angegriffen worden zu sein. Er sei durch eine Glasflasche schwer im Gesicht verletzt und zehn Tage lang stationär behandelt worden.

Eine Anzeige wegen schwerer Körperverletzung läuft bereits seit dem 4. September, ob der Angriff einen fremdenfeindlichen Hintergrund hat, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Der Mann hatte die Tat noch im Krankenhaus angezeigt, der Staatsschutz schaltete sich jedoch erst auf eine Pressemitteilung der Opferberatungsstelle „ReachOut“ ein.

Zunächst konnte die Polizei den Vorfall nicht bestätigen

Unmittelbar nach dem Vorfall konnte die Polizei zwar eine Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe von Dynamo-Fans und einer Gruppe Menschen mit dunkler Hautfarbe bestätigen, es gab aber zunächst keine Hinweise auf Straftaten, wie der stellvertretende Polizeisprecher Thomas Neuendorf auf Anfrage des Tagesspiegels mitteilte. Warum der Staatsschutz nicht unmittelbar nach der Anzeige des Kameruners am 4. September eingeschaltet wurde, sei unklar.

"ReachOut" erhebt Vorwürfe, die Polizei ermittelt

Die Opferberatungsstelle „ReachOut“ erhebt indes schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Laut "ReachOut"-Mitarbeiter Biplab Basu habe die Polizei den Angreifer nach der Tat zurück zu den Fans geleitet, aber weder dessen Personalien aufgenommen, noch für den stark blutenden Mann aus Kamerun einen Krankenwagen gerufen. Diese Vorwürfe waren der Polizei-Pressestelle am Freitag noch nicht bekannt. Der genaue Tathergang sei noch unklar und Gegenstand der Ermittlungen, so Neuendorf.

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