Nach Überfall auf Grünen-Politiker : Syrischer Botschafter wird ins Auswärtige Amt gerufen

Der syrische Botschafter ist ins Auswärtige Amt zu einem Gespräch gerufen worden. Es geht um den Überfall auf den syrischstämmigen Grünen-Politiker Ferhad Ahma. Für Ahma wird der Einsatz von Personenschützern erwogen.

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Syrische Botschaft in Berlin: Nach dem Überfall auf den Grünen-Bezirkspolitiker hat das Auswärtige Amt den syrischen Botschafter zum Gespräch gebeten.
Syrische Botschaft in Berlin: Nach dem Überfall auf den Grünen-Bezirkspolitiker hat das Auswärtige Amt den syrischen Botschafter...Foto: dpa

Wegen des Überfalls auf den syrischstämmigen Grünen-Politiker Ferhad Ahma in Berlin ist der Botschafter des Landes ins Auswärtige Amt gerufen worden. Der Diplomat solle wegen des Vorgangs befragt werden, teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Mittwoch mit. Es handle sich um ein Gespräch und nicht um eine Einbestellung. Jede Art von Einschüchterungsversuchen sei jedoch inakzeptabel.

Zuvor hatte der Ahma hat das Auswärtige Amt zu einer Stellungnahme aufgefordert. „Das dient auch dem Schutz anderer syrischer Oppositioneller in Deutschland“, sagte Ahma. „Es muss klar sein, dass man solche Taten hier nicht dulden kann.“ Ahma ist Mitglied des Nationalrats der syrischen Opposition und wurde in der Nacht zum Montag in seiner Wohnung von zwei Männern überfallen. Die Grünen vermuten hinter der Attacke den syrischen Geheimdienst. Die Polizei machte zum Hintergrund bislang keine Angaben.

Sollte sich herausstellen, dass in Deutschland akkreditierte Diplomaten an Gewaltanwendungen beteiligt gewesen seien, so werde dies schnell zu Reaktionen führen, etwa der Erklärung zur unerwünschten Person, sagte der AA-Sprecher. Ein für unerwünscht erklärter Diplomat muss Deutschland verlassen.

Für Ahma wird nach dem Überfall erneut der Einsatz von Personenschützern erwogen. Der Arbeitgeber des 37-Jährigen führe entsprechende Gespräche mit ihm, sagte seine Parteikollegin Andrea Fischer am Mittwoch.

Ahma ist langjähriges Mitglied der Bündnisgrünen im Stadtbezirk Mitte. Laut Fischer war bereits vor eineinhalb Jahren Personenschutz für Ahma nachgedacht worden. Damals tauchte sein Name auf einer Liste von Oppositionellen in Syrien auf, deren Mitglied er ist. Ahma habe damals Personenschutz für sich aber abgelehnt.

(dpa/dapd)

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