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Polizei in Berlin sucht JVA-Ausbrecher : Mordverdächtiger Müslü nach 30 Tagen weiter flüchtig

Vor einem Monat brach der Mordverdächtige Metin Michael Müslü aus der JVA Moabit aus, noch immer konnte er nicht gefasst werden. Die Staatsanwaltschaft hat lediglich eine Vermutung, wo der Mann sich aufhalten könnte.

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Der Mordverdächtige Metin Michael Müslü, der vor knapp einem Monat aus der JVA Moabit ausgebrochen war, ist noch immer auf der Flucht. Sein Mitausbrecher Ulrich Wolfgang Z. wurde vor zwei Wochen in einem Hotel in Charlottenburg verhaftet, Müslü hingegen bleibt verschwunden. „Es sind 30 Hinweise zur Person eingegangen, eine heiße Spur war aber nicht dabei“, sagte ein Polizeisprecher zum Fall Müslü. Die Vernehmung von Ulrich Wolfgang Z. half nicht weiter: „Der zweite Geflüchtete wurde zu Müslüs Aufenthaltsort befragt, konnte aber keine weiterführenden Angaben machen.“

Laut Staatsanwaltschaft wurde Müslü direkt nach der Flucht zur internationalen Fahndung ausgeschrieben. „Da Müslü in der Türkei Familie hat, liegt die Annahme nahe, dass er sich abgesetzt haben könnte“, sagte ein Sprecher. Auch die Frage, ob die Ausbrecher Hilfe von außen hatten, ist weiter ungeklärt. „Mitte August werden die Ergebnisse unserer Expertenkommission vorgestellt – vorher werden wir nichts dazu sagen“, so eine Sprecherin der Justizverwaltung.

Unterdessen ist ein wegen Drogendelikten verurteilter 37-Jähriger am Mittwochmorgen aus dem offenen Vollzug in der Robert-von-Ostertag-Straße ausgebrochen - obwohl er einfach durch das Gefängnistor hätte marschieren können. Der 37-Jährige sei ein "kompletter Freigänger" gewesen, sagte eine Sprecherin der Senatsjustizverwaltung - das heißt, er durfte den offenen Vollzug jeden Morgen verlassen, um einem Job außerhalb der Gefängnismauern nachzugehen. Erst abends musste er sich im Gefängnis zurückmelden. "Er war seit sechs Monaten im offenen Vollzug. Es gab überhaupt gar keine Beanstandungen. Er hat sich bislang immer an die Auflagen gehalten", so die Sprecherin. Noch am Dienstag habe der Häftling die JVA wie immer verlassen, um seinem Job nachzugehen - und war auch pünktlich wiedergekommen.

Am Mittwochmorgen hingegen verließ der 37-Jährige die JVA nicht wie üblich durch durch das Gefängnistor - stattdessen kletterte er gegen 8.30 Uhr über einen Zaun und verschwand in die Freiheit. Das Motiv für die Flucht ist unklar. Nach Tagesspiegel-Informationen hatte der 37-Jährige eine dreijährige Haftstrafe wegen diversen Drogendelikten abzusitzen. Rund die Hälfte seiner Haftzeit hatte er bereits hinter sich gebracht, im April 2015 wäre eine vorzeitige Entlassung auf Bewährung möglich gewesen.

"Es könnte eine Kurzschlussreaktion gewesen sein", so die Justizsprecherin, "wir sind auch ratlos, was die Motive angeht." Nun wird nach dem 37-Jährigen gefahndet.

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