Polizeieinsatz in Berlin-Halensee : 76-Jährige soll Koks auf Party vertickt haben

Eine 76-jährige Bar-Inhaberin in Berlin-Halensee soll auf einer rauschenden Geburtstagsparty in ihrem Club Kokain verkauft haben - angeblich, um ihre Rente aufzubessern. Die Polizei hat die Feier beendet, Anzeigen geschrieben und das Etablissement geschlossen.

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Auf ihrer Feier anlässlich ihres 76. Geburtstags vertickte die Rentnerin Koks an Freunde und Bekannte.
Auf ihrer Feier anlässlich ihres 76. Geburtstags vertickte die Rentnerin Koks an Freunde und Bekannte.Foto: dpa

Es war eine rauschende Geburtstagsparty, die die Betreiberin einer Bar in der Westfälischen Straße in Halensee in der Nacht zu Donnerstag organisiert hatte – immerhin war es ihr eigener, 76. Geburtstag, den sie mit Freunden und Bekannten feierte. Doch gegen Mitternacht standen plötzlich ungebetene Gäste vor der Tür: die 24. Einsatzhundertschaft der Polizei hatte sich quasi selbst eingeladen und als Einladungskarte einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss mit dabei. Denn die Beamten hatten Hinweise, dass hier eine Koks-Party gefeiert wird und die 76-Jährige für den Nachschub sorgt. Ihr Verdacht war offenbar nicht falsch: „Augenscheinlich standen alle Gäste unter dem Eindruck von BTM (Betäubungsmittel, Anm. d. Red.) “, hieß es im Polizeiprotokoll. 13 Gäste wurden überprüft und sechs Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz gefertigt.

Dabei ist die Bar-Frau erst Ende Januar wegen Kokainbesitzes festgenommen worden – gegen sie wurde sogar ein Haftbefehl mit Verschonung verhängt. Bei der Durchsuchung ihrer Charlottenburger Wohnung hatten die Polizisten am 31. Januar rund 35 Gramm Kokain entdeckt. Dies soll sie in ihrer Bar an Gäste verkauft haben. Die 76-Jährige hatte der Polizei gesagt, sie habe sich damit „ihre Rente etwas aufbessern wollen“, schildert ein Ermittler. Die Party ist jetzt vorbei – und zwar für lange Zeit. Das Etablissement wurde von der Polizei geschlossen. Der Haftbefehl gegen die 76-Jährige bleibt bestehen. Sie kam aber vorerst wieder frei.

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