Prostitution in Berlin : Feuerwehrmann gesteht Missbrauch von Teenagern

Geständnis am zweiten Prozesstag: Der 50-jährige Feuerwehrmann aus Tegel gab zu, Mädchen im Alter von 13 bis 17 Jahren Geld für Sex angeboten zu haben. Anschließend wollte er sie zur Prostitution drängen.

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Foto: Julian Stratenschulte/ DPA

Er lockte Teenager mit Geld. Es ging ihm um „preiswerten Sex“. Über die Folgen für die jugendlichen Opfer dachte Feuerwehrmann Jürgen H. nicht nach. Vor dem Berliner Landgericht gestand er: „Ich habe die Unerfahrenheit der Mädchen ausgenutzt, um mich sexuell zu befriedigen.“ Elf Mädchen hat der 50-jährige Familienvater missbraucht.

Er gab auch zu, dass er einen Escort-Service aufbauen wollte. „Ich sah es als Möglichkeit, preiswert an Sex zu kommen.“ Er versuchte, Teenager im Alter von 13 bis 17 Jahren zur Prostitution zu drängen.

Mit dem seitenlangen Geständnis, das sein Verteidiger verlas, will sich Jürgen H. Strafrabatt verschaffen. Wenn er gesteht und den 13 in der Anklage als Opfer benannten Mädchen eine Aussage vor Gericht erspart, erhält er maximal fünf Jahre Haft. So hatten es die Richter zu Beginn des Prozesses wegen sexuellen Missbrauchs, Vergewaltigung, Zuhälterei und Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung zugesichert.

Mutter einer 13-Jährigen brachte Ermittlungen in Gang

Elf Jugendliche, die zumeist im Internet einen Nebenjob suchten, ließen sich auf nähere Kontakte mit dem Feuerwehrmann aus Tegel ein. 14 Jahre alt waren die beiden ersten Opfer. „Ich bot Geld für Sex“, gestand Jürgen H. am Mittwoch. Für „erotische Massagen“ habe er sich mit den Teenagern getroffen – gegen jeweils 50 Euro. In einem anderen Fall hatte er eine 15-Jährige zu sich geholt. Sie habe sich zunächst „ein bisschen gegen Sex gewehrt, ich ließ mich aber nicht beirren“.

Der Mann, der 24 Jahre beruflich als Retter unterwegs war, überrumpelte eine weitere 15-Jährige, die erkennbar schwere psychische Probleme hatte. Er wollte sie für seinen Escort-Service gewinnen. Man „könne mal üben“. Sie war nicht in der Lage, sich seinem Drängen zu widersetzen. Jürgen H. schreckte auch nicht davor zurück, eine 13-Jährige anschaffen zu lassen. Bis zu 250 Euro pro Freier seien drin, lockte er. Das Mädchen ging zur seiner Mutter, die mit einer Anzeige die Ermittlungen in Gang brachte.

Jürgen H. erklärt Taten mit Ehekrise

Jürgen H. erklärte: „Die Taten hängen mit einer Ehekrise zusammen.“ Seine Frau habe sich im Sommer 2012 getrennt, weil er sie betrogen hatte. „Ich war traurig und so unglücklich, allein zu sein.“ Er habe viel gearbeitet und weitere Ablenkung gesucht. „Ich kam auf den schnellen Sex.“ Pädophile Neigungen würden bei ihm aber nicht vorliegen.

Nach seiner Aussage verzichteten alle Prozessbeteiligten auf die Befragung der Mädchen. Die Verhandlung wird am 20. Mai fortgesetzt.

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