Prügelattacke am Alex : Opferfamilie hofft auf schnelle Auslieferung

Drei Wochen nach der tödlichen Prügelattacke am Berliner Alexanderplatz ist der mutmaßliche Haupttäter weiterhin flüchtig. Am Sonntag forderte der Anwalt der Familie des zu Tode geprügelten Jonny K. den Hauptverdächtigen Onur U. auf, sich freiwillig zu stellen.

Drei Wochen nach der tödlichen Attacke ist der Hauptverdächtige immer noch auf der Flucht.
Drei Wochen nach der tödlichen Attacke ist der Hauptverdächtige immer noch auf der Flucht.Foto: dapd

„Wir hoffen, dass sich Onur U. mit einem Anwalt den deutschen Strafverfolgungsbehörden stellt“, sagte Mirko Röder der „Welt am Sonntag“. „Sonst gibt es ein ewiges Hin und Her, was auch die Angehörigen von Jonny weiter belasten wird.“ Die Berliner Staatsanwaltschaft konnte allerdings am Wochenende noch keine neuen Ermittlungsfortschritte vermelden.
Der 20-jährige Jonny K. war in der Nacht zum 14. Oktober auf dem Alexanderplatz von mehreren jungen Männern bis zur Bewusstlosigkeit geprügelt worden. Einen Tag später starb er an den Folgen seiner schweren Kopfverletzungen. Am Donnerstag wurde er im engsten Familienkreis auf dem Friedhof Ruhleben beigesetzt.
Bei den Tätern soll es sich um eine Gruppe von Jugendlichen mit türkischen Wurzeln handeln. Zwei von ihnen sitzen bereits in Untersuchungshaft. Der mutmaßliche Haupttäter, der 19-jährige U., war kurz nach der Tat in die Türkei geflüchtet. U. bestreitet, auf den 20-jährigen K. eingeprügelt zu haben, wird aber von drei weiteren Tatverdächtigen belastet. In der „Bild“-Zeitung hatte er angekündigt, nach Deutschland zurückzukommen und sich seiner Verantwortung zu stellen.
Zwtl.: Bezirksverordneter fordert verstärkte Polizeipräsenz Am Wochenende konnten in diesem Zusammenhang allerdings erst einmal keine Fortschritte verzeichnet werden. „Die Situation ist unverändert“, sagte Justizsprecher Martin Steltner. Weitere Angaben wollte er nicht machen, um die Ermittlungen nicht zu behindern.
Ungeachtet dessen wurde am Wochenende weiter über die Konsequenzen aus dem Vorfall debattiert. So forderte der Bezirksverordnete Stefan Draeger (SPD) ein besseres Sicherheitskonzept für den Alexanderplatz. Neben zusätzlicher Beleuchtung sei die Einrichtung einer Nebenwache der Polizei dringend erforderlich, sagte der Politiker der Nachrichtenagentur dapd. „Wir fordern gerade eine Nebenwache, weil eine mobile Wache ganz schnell wieder eingestellt werden kann“, fügte er hinzu.


Den Angaben zufolge prüft die Berliner Polizei bereits in Absprache mit Innensenator Frank Henkel (CDU), ob sich eine entsprechende Forderung umsetzen lässt. Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) befürwortet auf dapd-Anfrage das Anliegen: „Eine Nebenwache kann ja nicht nur das subjektive Empfinden stärken, sondern auch objektiv die Sicherheitslage verbessern.“ (dapd)

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