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Rechtspopulisten in Berlin : NPD meldet Demo für Sonnabend an - Rechte protestieren vor Verlagshäusern

Die Rechtspopulisten von "Pro Deutschland" setzen auch am Donnerstag ihre Proteste gegen die Aufnahme weiterer Flüchtlinge an mehreren Stellen in Berlin fort. Unterdessen bestätigte die Polizei, dass die rechtsextreme NPD eine Demonstration für Sonnabend angemeldet hat.

Am Sonnabend will die NPD gegen die Einrichtung des Flüchtlingsheimes demonstrieren. Foto: dpa
Am Sonnabend will die NPD gegen die Einrichtung des Flüchtlingsheimes demonstrieren.Foto: dpa

Die rechtsextreme Partei NPD hat eine Demonstration für Sonnabend in Hellersdorf angemeldet, wie der Tagesspiegel exklusiv bestätigte. Die Demonstration wird aller Voraussicht nach am Alice-Salomon-Platz stattfinden, der sich unweit vom Flüchtlingsheim befindet, der in der Max-Reinhardt-Oberschule eingezogen ist. Damit macht nun auch die rechtsextreme Partei NPD gegen die Unterkunft für die Flüchtlinge in Hellersdorf mobil. Laut Polizei finden allerdings noch keine Kooperationsgespräche statt, demzufolge sind Gegenkundgebungen noch nicht bekannt.

Bereits seit Mittwoch protestiert die islamfeindliche Partei "Pro Deutschlang" gegen den Flüchtlingsheim in Berlin-Hellersdorf. Auch am Donnerstag wurden die Proteste gegen die Aufnahme weiterer Flüchtlinge fortgesetzt. Die erste Kundgebung begann um 9.30 Uhr in der Kleinen Alexanderstraße in Mitte vor dem Karl Liebknecht-Haus, der Parteizentrale der Linken. Mit nur sieben Anhängern begannen die Rechtspopulisten mit ihrer Kundgebung, die jedoch vom lautstarken Protest der Gegendemonstranten überlagert wurde. Auch die Rede des Bundesvorsitzenden von Pro Deutschland, Manfred Rouhs, wurde von den Gegendemonstranten übertönt. Auf der Straße standen etwa 50 Gegendemonstranten mit Trillerpfeifen. Aus einem Lautsprecher erklang laute Punk-Musik. Aus den Fenstern des Karl-Liebknecht-Hauses hingen Fahnen mit Aufschriften wie "Nie wieder Lichtenhagen!".

Protest und Gegen-Demo in Hellersdorf
Bewohner des Hausprojektes "Liebig 34" stehen vermummt oder mit Affenmasken während einer Gegendemonstration zu einer Kundgebung der rechtspopulistischen Vereinigung "Pro Deutschland" in Berlin auf einem Balkon in der Liebigstraße. Foto: dpaWeitere Bilder anzeigen
1 von 24Foto: dpa
21.08.2013 19:24Bewohner des Hausprojektes "Liebig 34" stehen vermummt oder mit Affenmasken während einer Gegendemonstration zu einer Kundgebung...

Redakteure und Mitarbeiter positionieren sich vor dem Verlagsgebäude

Kurz vor 12 Uhr machten sich die Mitglieder von Pro Deutschland zum Verlagshaus am Franz-Mehring-Platz in Friedrichshain auf, wo unter anderem die linke Tageszeitung "Neues Deutschland" und die LINKEN-nahe Rosa-Luxemburg-Stiftung ihre Zentrale haben. 60 bis 80 Redakteure der Zeitung, Mitarbeiter der Stiftung und anderer linker Initiativen haben sich bereits vor dem Verlagsgebäude positioniert.

Die islamfeindliche Partei "Pro Deutschland" begann ihren Protest vor der Parteizentrale der LINKEN. Foto: Tanja Buntrock
Die islamfeindliche Partei "Pro Deutschland" begann ihren Protest vor der Parteizentrale der LINKEN.Foto: Tanja Buntrock

Im Laufe des Tages will Pro Deutschland noch vor der "Jungen Welt" in der Torstraße in Mitte und der "Taz" in der Rudi-Dutschke-Straße in Kreuzberg protestieren.

Bereits am gestrigen Mittwoch hatte die Partei vor dem Flüchtlingsheim in Hellersdorf, in Moabit, Friedrichshain und Kreuzberg gegen die Aufnahme weiterer Flüchtlinge protestiert. Dabei waren Gegendemonstranten stets in Überzahl.

Neues Flüchtlingsheim in Pankow

Unterdessen wurde bekannt, dass der Bezirk Pankow in Berlin eine neue Flüchtlingsunterkunft für etwa 220 Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Irak und Iran einrichtet. Im Dezember soll das Heim in der Mühlenstraße 33 eröffnen.

Absperrungen, Polizeischutz und eine menschenleere Straße: So protestierten wenige Rechtspopulisten am Mittwoch in Friedrichshain. Foto: dpa
Absperrungen, Polizeischutz und eine menschenleere Straße: So protestierten wenige Rechtspopulisten am Mittwoch in Friedrichshain.Foto: dpa

„All diese Menschen haben schmerzhafte Erlebnisse hinter sich . . . Sie brauchen einen Raum, wo sie auf ihrer langen Reise etwas zur Ruhe kommen können.“ Mit diesen Worten kündigt der Bezirk Pankow die Einrichtung einer neuen Flüchtlingsunterkunft für rund 220 Menschen an der Mühlenstraße 33 in Pankow-Süd an.

Der Bezirk, das Landesamt für Gesundheit und Soziales und die künftigen Träger bereiten die Eröffnung vor. Eng einbezogen sind auch zwei große Wohnungsbaugesellschaften und eine Bürgerplattform, an der sich mehrere Sozialinitiativen beteiligen. Diese Unterstützer wollen sich um die künftigen Heimbewohner  kümmern. (tabu,cs,mtr,ho)

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