Schöneberg : Vandalismus am neuen S-Bahnhof Julius-Leber-Brücke

"Erschüttert" zeigte sich S-Bahn-Chef Tobis Heinemann in Anbetracht des Schadens am neuen S-Bahnhof in Schöneberg. Unbekannte haben dort nachts gewütet und die Haltestelle an der Wannseebahn schwer verwüstet.

Klaus Kurpjuweit
vandalismus
Scherbenhaufen. Zerstörte Scheiben und Schmierereien hinterließen die Randalierer auf dem neuen Bahnhof Julius-Leber-Brücke. -Foto: Peters

Kaum eröffnet und schon zertrümmert. Auf dem erst am 2. Mai in Betrieb genommenen S-Bahnhof Julius-Leber-Brücke an der Wannseebahn in Schöneberg haben Unbekannte in der Nacht zu gestern Scheiben an Wartehallen und Vitrinen zertrümmert, einen Fahrscheinautomaten beschädigt und Schmierereien hinterlassen. Wie hoch der Schaden ist, konnte die S-Bahn gestern noch nicht sagen.

S-Bahn-Chef Tobias Heinemann zeigte sich „erschüttert“. Leidtragende seien Tausende von S-Bahn-Fahrgästen, die den neuen Bahnhof sehr gut angenommen hätten. Heinemann bittet die Bevölkerung um Unterstützung, damit die Täter ausfindig gemacht werden können.

In der Nacht konnten die Täter offenbar ungehindert vorgehen. Nach dem Ausmaß der Zerstörungen müssten sie sich viel Zeit genommen haben, sagte S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz. Ob Anwohner wegen des Lärms beim Einschlagen der zahlreichen Scheiben die Polizei gerufen hatten, konnte ein Sprecher der Behörde gestern nicht sagen. Der Schaden war erst am Morgen vom Triebwagenführer des ersten Zuges nach der nächtlichen Betriebspause gemeldet worden. Die Ermittlungen hat jetzt der polizeiliche Staatsschutz übernommen.

Schmierereien wie „Schöneberg ist auch ohne Investor geil“ oder „Umstrukturierung nicht mit uns“ ließen darauf schließen, dass die Schäden von Gegnern des Projektes um den benachbarten Gasometer verursacht worden sein könnten, hieß es bei der S-Bahn. Das Areal um den Gasometer soll zu einem gigantischen Komplex als Europäisches Energieforum ausgebaut werden. Allerdings gab es auch Schmiereren gegen die Bahn. Die Schadensersatzforderungen verjähren erst nach 30 Jahren.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben