Sechsjähriger in Potsdam weiter vermisst : Die Suche nach Elias

Der sechsjährige Elias aus Potsdam wird seit Mittwoch vermisst. Die Polizei sucht intensiv nach dem Jungen, bisher ergebnislos. Die Solidarität ist hoch, Bürger organisieren sich, um zu helfen. Die Chronik der Suche und die wichtigsten Fakten.

von , und Kay Grimmer, Stefan Engelbrecht
Viele Freiwillige aus Potsdam helfen bei der Suche nach Elias.
Viele Freiwillige aus Potsdam helfen bei der Suche nach Elias.Foto: Andreas Klaer

Dramatische Suchaktion in Potsdam: In der Landeshauptstadt wird ein sechsjähriger Junge weiterhin vermisst. Nach dem Kind wurde in der Nacht zum Donnerstag unter anderem mit einem Polizeihubschrauber gesucht. Am Freitagmorgen hat die Polizei die Suche wieder aufgenommen. Die weiteren Entwicklungen können Sie in unserem aktuellen Bericht verfolgen.

Auch Anwohner sowie weitere Potsdame rund Berliner beteiligen sich an der Suche nach dem sechsjährigen Jungen. Im Internet und in Social Media wird das Bild des Jungen verbreitet. Elias sei nicht nach Haus gekommen, daraufhin habe seine Familie ihr einziges Kind als vermisst gemeldet, hieß es von der Polizei.

Ein Überblick über die wichtigsten Fakten:

- Elias ist sechs Jahre alt und wurde am Mittwoch gegen 17.30 Uhr zum letzten Mal im Wohngebiet Am Schlaatz gesehen. Am 8. Juli um 19.15 Uhr meldete ihn seine Mutter als vermisst.

- Dann begann eine großangelegte Suchaktion. Über 150 Polizisten waren im Einsatz, durchkämmten das Wohngebiet und durchsuchten die Nuthe. Bisher ergebnislos.

- Auch viele Potsdamer helfen bei der Suchaktion. Sie verabreden sich im Internet, um die Polizei-Arbeit zu unterstützen.

- Über 40 Hinweise aus der Bevölkerung sind bei der Polizei bis Donnerstagabend eingegangen. Bislang ist noch keine heiße Spur dabei.

- Am späten Abend wurde die die großflächige Suche vorerst unterbrochen, Streifenwagen bleiben vor Ort, die Ermittler arbeiten auch in der Nacht.

Elias wird folgendermaßen beschrieben:

Er ist etwa 1,10-1,20 Meter groß und schmächtig, hat kurze, blonde Haare und blaue Augen. Er trägt eine hellblaue Jeans, ein weißes T-Shirt mit langen Armen und hellblauem Adidas-Schriftzug, sowie dunkelblaue Turnschuhe mit weißer Sohle. Er ist sechs Jahre alt, sieht nach Angaben der Mutter aber eher aus wie fünf Jahre. Hinweise auf den Verbleib des Jungen nimmt die Polizei unter der Telefonnummer (0331) 55 08 11 08 entgegen.

Die Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN), das Tagesspiegel-Schwesterblatt, sind mit Kollegen vor Ort und informieren in einem Liveticker, den wir hier abbilden:

23.00 Uhr: Polizeisprecher Heiko Schmidt erklärt auf Anfrage, die großflächige Suche sei zunächst unterbrochen worden. In den vergangenen Stunden sei inbesondere der Bereich um die Nuthe noch einmal abgesucht worden - mit Spürhunden, aber auch Bereitschaftspolizisten und 50 Feuerwehrmännern. Bisher aber konnte der Junge nicht gefunden werden. Zugleich bestätigt der Sprecher, dass im Laufe des Tages der engere und weitere Familienkreis von Elias befragt worden seien. Am Schlaatz würden nun weiterhin Streifenwagen fahren, um Hinweise entgegenzunehmen. Parallel gehen demnach Ermittler die Nacht über weiter den mehr als 40 Hinweisen nach, die die Polizei bisher erhalten hat. Am Freitagmorgen soll die großflächige Suche nach Elias wieder aufgenommen werden, so Schmidt weiter.

22.48 Uhr: Auch der SV Babelsberg 03 beteiligt sich - auf der Homepage des Fußballvereins ist ein Aufruf veröffentlicht, nach Elias zu suchen.

22.44 Uhr: Neben Sachspenden von Privatpersonen unterstützen offensichtlich immer mehr Potsdamer Firmen, Märkte und Händler die freiwilligen Helfer. Laut "Facebook"-Einträgen soll etwa der Bringdienst "World of Pizza" diverse Pizzen für die Suchtrupps an den Schlaatz geliefert haben, Supermärkte und Bäckereien spendeten Wasser, Obst und Backwaren zur Versorgung der Helfer.

22.25 Uhr: Das Verschwinden von Elias ist inzwischen deutschlandweit ein Thema. Sämtliche große Nachrichtenseiten wie "Spiegel Online" oder "stern.de" haben Beiträge über den Fall veröffentlicht. Eine Google-Suche mit den Begriffen "Elias" und "Schlaatz" bringt mehr als 23.000 Ergebnisse.

22.09 Uhr: Offenbar ist wieder ein Spürhund am Schlaatz im Einsatz, im Bereich der Nuthe. Suchende sollen sich möglichst fernhalten, um den Hund nicht zu stören. Zudem heißt es, im Laufe des Tages seien alle Keller der kommunalen Gewoba-Häuser kontrolliert worden - samt den Eingängen zu alten Heizungsschächten.

22.00 Uhr: Vom Schlaatz berichtet PNN-Reporterin Christine Fratzke: In dem Stadtteil sei es sehr ruhig, vereinzelt laufen Suchtrupps in orangefarbenen Westen durch die Straßen. Die Suche konzentriert sich derzeit vermutlich auf die Grünflächen und Gewässer am Rande des Viertels - leere Mannschaftswagen der Polizei zeugen davon. Ein zentraler Treffpunkt ist laut "Facebook" da Bürgerhaus am Schlaatz, dort können Helfer pausieren.

20.31 Uhr: Die Mitgliederzahl der Facebook-Gruppe "Suche Elias" steigt kontinuierlich weiter. Über 8000 Mitglieder zählt die Gruppe mittlerweile, in der unter anderem Treffpunkte für gemeinsame Suchaktionen verabredet werden.

20.14 Uhr: "Solange es hell ist, werden wir die Nuthewiesen und den Schlaatz weiter intensiv absuchen", sagte Polizeisprecher Heiko Schmidt der Deutschen Presseagentur (dpa) am Donnerstagabend. Auch am späteren Abend werde die Polizei vor Ort sein und weiterhin den Hinweisen aus der Bevölkerung nachgehen.

20.05 Uhr: Laut dpa sind bereits etwa 40 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Hinweise auf ein Verbrechen gibt es laut Polizei bislang nicht, aber es könne ebenso wenig wie ein Unglücksfall ausgeschlossen werden. Eine heiße Spur gibt es aber nach wie vor nicht.

19.32 Uhr: Die rbb-Kollegen von "Brandenburg Aktuell" berichten ebenfalls in der Ausgabe um 19.30 Uhr über Elias. Axel Schugardt von der Polizeidirektion West betont in dem Beitrag, dass die Hintergründe des Verschwindens weiterhin nicht bekannt sind.

19.20 Uhr: Auch Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr sind nun vor Ort, um die Suche zu unterstützen.

19.04 Uhr: Oliver Glaser, Geschäftsführer des Verkehrsbetriebs Potsdam (ViP), lobt im PNN-Gespräch seine Mitarbeiter. Sie hätten Überstunden geleistet, um die Bilder der Überwachungsvideos zu sichern. Die Bänder werden nach 24 Stunden automatisch gelöscht. Glaser sprach außerdem Elias' Mutter sein Mitgefühl aus: "Ich bin selbst Papa und habe drei Söhne, auch in dem Alter." Die Polizei überprüft derzeit alle Aufnahmen seit Mittwochnachmittag aus den Bussen und Trams in Potsdam.

19.00 Uhr: Unterstützung für die freiwilligen Helfer: Ab 20 Uhr gibt es einen kleinen Versorgungsstützpunkt am Schlaatz (Schilfhof 28).

18.47 Uhr: Elias ist seit über 24 Stunden verschwunden. Laut DPA wollte die Polizei auch Hinweisen von Anwohnern nachgehen, denen zufolge der Junge in einen Schacht gefallen sein könnte. Einige Schlaatzer berichteten, dass sich unter dem Wohngebiet ein altes Heizungsschachtsystem befinde, das an manchen Stellen nicht gesichert sei.

18.37 Uhr: Die Suchaktion beschränkt sich derzeit noch auf Potsdam. Mittlerweile melden sich freiwillige Helfer auch aus Potsdam-Mittelmark via Facebook, die die Suche unterstützen wollen.

18.22 Uhr: Die Facebook-Gruppe "Suche Elias" hat mittlerweile über 7.300 Mitglieder. Hier verabreden sich viele für die Suchaktionen am Abend. Viele Nutzer drücken ihr Mitgefühl mit Elias' Familie aus. " Ich wünsche der Familie und den Freunden ganz viel Kraft. Es ist wundervoll, dass Euch so viele Menschen helfen. In Gedanken bin ich bei euch und drücke alle Daumen. Hoffentlich hat es bald ein Ende...", schreibt beispielsweise eine Userin. Aber auch Spekulationen zum Verbleib des Jungen werden immer wieder geäußert.

17.58 Uhr: Für den Abend organisieren sich weitere Suchtruppen. Um 18.30 Uhr wollen sich freiwillige Helfer an der Tamoil-Tankstelle (Friedrich-List-Straße 11) treffen, auch um 19.45 Uhr Am Stern Richtung Jet-Tankstelle. 20 Uhr treffen sich andere Freiwillige an der Bisamkiez-Haltestelle, einen weiteren Treffpunkt gibt es um 21 Uhr am Rathaus Babelsberg.

17.44 Uhr: Die Suchtruppe, die sich um 14 Uhr am Rewe-Markt getroffen hat, beendete nun die Suchaktion nach über drei Stunden. Wir haben mit David Krause, einem Freiwilligen, darüber gesprochen. Etwa 40 Menschen, vor allem Anwohner aus dem Schlaatz, beteiligten sich daran, sagt Krause. Sie sind die Nuthe entlanggegangen, Richtung Aradosee. "Wir haben alles abgesucht, aber nichts gefunden." Alle seien sehr motiviert gewesen, Elias zu finden. "Der Schlaatz steht zusammen", betont Krause. Am Abend will er noch einmal losziehen.

Taucher durchsuchen am Donnerstagnachmittag die Nuthe.
Taucher durchsuchen am Donnerstagnachmittag die Nuthe.Foto: Andreas Klaer

17.26 Uhr: Hintergrund zum Stadtgebiet Am Schlaatz: Das Viertel wurde in 1980er Jahren für rund 15.000 Einwohner gebaut, ein fester Prozentsatz war allerdings für Angehörige von Polizei und Nationaler Volksarmee vorgesehen. Geprägt ist das Viertel zwischen Nuthe, Horstweg und An der Alten Zauche durch WBS-70-Bauweis. 2013 hieß es, dass dort 160 neue Wohnungen entstehen sollen. Allerdings nicht durch Neubau, sondern indem die Häuser höher werden. Im Februar brannte es in einem Mehrfamilienhaus in dem Stadtteil, mehrere Menschen wurden dabei verletzt, die Polizei ermittelte wegen Brandstiftung.

16.59 Uhr: Die Sucharbeit der Polizei unterstützen viele freiwillige Helfer und Mitarbeiter des Ordnungsamts der Stadt Potsdam, die laut Polizei etwa 3000 Flyer mit der Vermisstenanzeige im gesamten Stadtgebiet verteilten. Die Polizeibeamten hingen weitere Handzettel in Bussen und Bahnen aus und verteilten Flyer unter anderem an Pizzalieferdienste.

16.46 Uhr: Die Polizei in Potsdam meldet, dass 28 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen sind, denen die Polizei derzeit nachgeht. Eine heiße Spur befinde sich bislang aber noch nicht darunter. Die Hinweisnummer der Polizei lautet: 0331/ 5508 1108.

16.17 Uhr: Im Stadtteil am Schlaatz leben etwa 9000 Einwohner. Die Polizei will laut DPA bei der Suche die Bewohner des ganzen Wohngebiets befragen. "Wir klingeln an jeder Tür", sagte eine Polizeisprecherin der Nachrichtenagentur. "Wir drehen alles um, wir lassen keinen Stein auf dem anderen."

15.53 Uhr: PNN-Reporter Henri Kramer hat mit Lars Bruhns, Chef der Hamburger Initiative Vermisste Kinder, gesprochen. Laut Bruhns gehen bei der Polizei jedes Jahr über 100.000 Vermisstenanzeigen ein, die Kinder und Jugendliche betreffen. In 99 Prozent der Fälle kehren sie aber wieder zurück. Außerdem betont Bruhns, wie wichtig es sei, "dass sich die Polizei stärker als bisher die Kanäle der sozialen Medien zu eigen macht."

15.44 Uhr: Die weiteren Suchtrupps treffen sich am Schlaatzer Rewe-Markt und um 16 Uhr in Drewitz (HNC).

15.34 Uhr: In der Nacht zu Donnerstag war ein Mantrailer-Hund vom DRK-Suchdienst Luckenwalde im Einsatz, am Donnerstag unterstützten Hunde aus Berlin die Suche. Heute Nacht soll wieder der Luckenwalder Spürhund zum Einsatz kommen.

15.22 Uhr: Die Facebookgruppe "Suche Elias" zählt nun mehr als 6200 Mitglieder.

14.44 Uhr: Ab 15 Uhr werden Taucher in der Nuthe am Stadtrand weitersuchen und den Fluss bis zur Alten Fahrt noch einmal durchforsten.

14.28 Uhr: Die Nuthe steht nun wieder stärker im Fokus der Suche. Unser Reporter Stefan Engelbrecht ist vor Ort. Das Gelände rund um die Nuthe sei sumpfig, unübersichtlich, Schilf wächst, beschreibt er.

14.21 Uhr: 20 Hinweise aus der Bevölkerung sind laut Polizei bereits eingegangen.

14.10 Uhr: Etwa 30 Freiwillige treffen zum ersten Suchtrupp ein. Sie wollen das Waldgebiet zwischen dem Rewe-Markt und McDonald´s ablaufen und dann am Aradosee nach Elias weitersuchen.

14.05 Uhr: Wie wir erfahren haben, prüft die Polizei nun alle Überwachungsbänder der Trams und Busse aus Potsdam von Mittwoch 17 Uhr an. Auch das Überwachungsvideo des angrenzenden Supermarktes wird derzeit untersucht.

13.50 Uhr: Auf Facebook mutmaßen Potsdamer, ob das Verschwinden eines Mädchens aus Neuruppin etwas mit dem Fall Elias zu tun haben könnte: "Zufall, dass in Potsdam und Umgebung kinder vermisst werden ???" Auch ein fünfjähriges Mädchen aus Sachsen-Anhalt wird vermisst. Die Polizei in Potsdam schließt aber laut dpa einen Zusammenhang aus.

13.48 Uhr: Die Facebook-Gruppe "Suche Elias" zählt nun über 5500 Mitglieder.

13.41 Uhr: Um 14 Uhr trifft sich ein Suchtrupp am Rewe-Markt. Weitere Treffpunkte für Suchgruppen: 17 Uhr Zum Kahleberg, 20 Uhr Bisamkiez-Haltestelle.

13.37 Uhr: Das Waldstück zwischen dem Rewe-Markt am Horstweg und McDonald´s wurde am Morgen abgesucht. Ergebnislos. Die Beamten konzentrieren sich nun auf andere Gebiete.

13.30 Uhr: Der Polizei-Hubschrauber ist wieder im Einsatz, jenseits der Nutheschnellstraße. Er war bereits in der Nacht zum Donnerstag unterwegs.

13.23 Uhr: Wie Elias' Mutter im PNN-Telefonat schilderte, habe sie gestern am späten Nachmittag immer wieder nach Elias Ausschau gehalten. Der Junge spielte in einem Buddelkasten unter einem Baum, direkt vor dem Haus. Als sie ihn zum Abendbrot gegen 18.45 Uhr in die Wohnung holen wollte, war der Junge weg.

13.10 Uhr: Die Polizei hält eine kurze Konferenz für die anwesenden Medienvertreter. Viel zu sagen haben die Beamten aber nicht, es gibt keine neuen Entwicklungen.

13.05 Uhr: Noch immer sind die Spürhunde vor Ort. Es habe nichts zu bedeuten, dass die Spurensuche am Supermarkt im Horstweg abgebrochen wurde. "Auch Hunde können sich irren", sagte ein Polizeisprecher den PNN. Die Mantrailer-Hunde sollen bald weitersuchen.

13.02 Uhr: Die Polizei hat bereits eine Hotline eingerichtet: (0331) 55 08 11 08. Derzeit sei man mit 150 Polizisten im Einsatz, "Tendenz steigend", so die Sprecherin. Im Umkreis würden nun sämtliche Gebäude durchkämmt und bei Anwohnern geklingelt. Ebenso würden die Aufnahmen von Kameras in Bussen und Bahnen ausgewertet. "Wir hoffen, dass wir den Jungen wohlbehalten finden."

Suche nach vermisstem Jungen am Schlaatz, Monique Domschke, Freundin der Familie.
Suche nach vermisstem Jungen am Schlaatz, Monique Domschke, Freundin der Familie.Foto: Andreas Klaer

12.53 Uhr: Die Polizei warnt angesichts der Flut von Nachrichten und vermeintlichen Hinweisen über den Fall im sozialen Netzwerk "Facebook" vor Panikmache. Sprecherin Jana Birnbaum sagte den PNN auf Anfrage, bis jetzt gebe es noch kein Anzeichen auf ein Verbrechen, weder seien Blutspuren gefunden noch von jemand die Schreie eines Kindes gehört worden. Deshalb warne die Behörde davor, Spekulationen über vermeintliche Täter zu verbreiten. Dadurch könnten auch die Ermittlungen der Polizei behindert werden, warnte die Sprecherin. Gleichwohl sei die Behörde "sehr froh" über zahlreiche Helfer, die in Absprache mit der Polizei sich an der Suche nach Elias beteiligten.

12.44 Uhr: Die Solidarität in den sozialen Netzwerken ist hoch. Viele Potsdamer erklären sich bereit, bei der Suchaktion zu helfen und Flugblätter zu verteilen.

12.32 Uhr: In der Facebook-Gruppe "Suche Elias" meldet sich eine weitere Userin zu Wort. Sie hat in Babelsberg Flugblätter verteilt - in einem Getränkemarkt. Dort sagte man der Potsdamerin, dass Elias gegen 19 Uhr am Mittwoch eine Wasserflasche gekauft habe. Die Polizei sei informiert.

12.29 Uhr: Die Suche wird ausgeweitet. Während in der Nacht vor allem das nähere Wohnumfeld von Elias abgesucht wurde, wird das Suchumfeld vergrößert. Ein Polizeiboot ist nun auf der Alten und Neuen Fahrt unterwegs. Insgesamt sind etwa 150 Polizisten im Einsatz, von der Bereitschafts- und Bundespolizei.

12.15 Uhr: Nun schaltet sich auch die Stadt Potsdam ein. Sozialbeigeordnete Elona Müller-Preinesberger bittet die Potsdamerinnen und Potsdamer um Unterstützung der Polizei. „Ein entscheidender Hinweis aus der Bevölkerung kann dazu führen, dass der Junge schnell gefunden wird und die Ängste der Eltern ein Ende haben“, sagt die Beigeordnete.

12.01 Uhr: Auffällig ist, wie stark die Internet-Gemeinde auf Facebook auf den Fall reagiert. Eine erst vor wenigen Stunden gegründete Facebook-Gruppe "Suche Elias" hat mittlerweile fast 3000 Nutzer. Unter anderem organisieren sich die Teilnehmer inzwischen zu Suchtrupps, die den Schlaatz oder die Waldstadt bis zum Abend durchkämmen sollen. Potsdamer bieten an, dass sie Suchflugblätter drucken können.

11.45 Uhr: Die Such-Aktion mit dem Mantrailer-Hund wurde abgebrochen. Wie unser Reporter Stefan Engelbrecht erfuhr, wurde in einem kleinen Waldgebiet hinter dem Rewe-Markt nach dem Jungen gesucht. Dort verlor sich aber die Spur von Elias. Und dort wurden auch die beiden wilden Camper gefunden.

11.23 Uhr: Unser PNN-Reporter Stefan Engelbrecht ist ebenfalls vor Ort. Wie er erfuhr, wurden zwei Personen im Wohngebiet kontrolliert, die laut Polizei wild campten. Die Polizei sagte unserem Reporter aber, dass die Kontrollen nicht im direkten Zusammenhang stünden. Es gab auch keine Festnahmen.

11.02 Uhr: Laut Deutscher Presseagentur (dpa) genießt die Suche nach Elias bei der Polizei derzeit oberste Priorität. Die Beamten gehen davon aus, dass sich Elias in einer hilflosen Lage befindet.

Elias, sechs Jahre alt, wird seit Mittwochabend vermisst.
Elias, sechs Jahre alt, wird seit Mittwochabend vermisst.Foto: privat

10.42 Uhr: Eine Mutter beteiligt sich ebenfalls an der Suche nach Elias, sie hängt im Wohngebiet Bilder des vermissten Jungen auf.

10.30 Uhr: Ein Polizeisprecher sagte am Vormittag auf PNN-Anfrage, dass die Ermittler derzeit nichts ausschließen könnten. Das Kind könne sich verlaufen haben, es könne ein Unglück gegeben haben oder sich um ein Verbrechen handeln.

10.10 Uhr: Laut Facebook-Seite treffen sich die Suchtrupps heute um 12.30 Uhr Bahnhof Rehbrücke, 14 Uhr am Schlaatzer Rewe-Markt und 20 Uhr an der Bisamkiez-Haltestelle.

10.02 Uhr: Zur Zeit suchen Polizisten auch mit Tauchern auf der Nuthe und im Aradosee nach dem Jungen, ein Polizeiboot ist nun unterwegs. Weiterhin sind Suchhunde im Einsatz. Zudem durchstreifen mehrere Dutzend Polizeibeamte das Umfeld am Schlaatz, die Gartensiedlung und die Grünflächen hin zur Nuthe. Neben Streifenbeamten der Polizeiinspektion Potsdam sind auch Beamte der Kriminalpolizei und der Bereitschaftspolizei im Einsatz. Zudem waren in der Nacht und bis in die Morgenstunden rund 30 Bürger auf der Suche. Dies sei hilfreich gewesen, so ein Polizeisprecher.

Die Polizei hat die Bürger um Mithilfe bei der Suche nach Elias gebeten. Dazu ist ein Hinweistelefon geschaltet: Unter Tel.: (0331) 55 08 11 08 nimmt die Polizei alle Hinweise entgegen, die mit dem Verschwinden des Sechsjährigen in Verbindung stehen können. Bei Facebook gibt es nun eine Elias-Suchseite.

Polizei gibt Personenbeschreibung raus

Donnerstag, 9.52 Uhr: Zunächst hatte es von der Polizei geheißen, dass Elias acht Jahre alt sei. In der Nacht meldete sich dann die Mutter des Jungen bei den PNN und korrigierte die Angaben: Elias sei erst sechs Jahre alt, sehe aber aus wie fünf Jahre.

Am Donnerstagmorgen gab die Polizei auch einen genaue Personenbeschreibung zu Elias heraus. Er ist etwa 1,10- 1,20 Meter groß und schmächtig, hat  kurze, blonde Haare und blaue Augen. Er trägt eine hellblaue Jeans, ein weißes T-Shirt mit langen Armen und hellblauem Adidas-Schriftzug, sowie dunkelblaue Turnschuhe mit weißer Sohle.

Was in der Nacht zu Donnerstag passiert ist:

Donnerstag, 00.50 Uhr: Angehörige und Freunde helfen bei der Suche, auch über einen Aufruf beim sozialen Netzwerk Facebook. Demnach sei Elias das letzte Mal am 8. Juli um 17 Uhr am Inselhof im Wohngebiet am Schlaatz gesehen worden, heißt es in dem auf Facebook veröffentlichten Suchaufruf. Dieser wurde bereits über 2000 Mal innerhalb nur weniger Stunden geteilt.

Offenbar beteiligten sich auch viele Potsdamer selbst an der Suche. Ein Facebook-Nutzer schrieb: "Der halbe Schlaatz ist auf den Beinen und sucht mit. Es ist wirklich schön zu sehen, wie hilfsbereit diese Stadt sein kann!“ Andere Nutzer schrieben, spontan würden sie sich an der Suche nach Elias beteiligen.

Am späten Abend gegen 1 Uhr waren immer noch Menschen im Schlaatz, Drewitz und Am Stern unterwegs, um nach Elias zu suchen. Nachdem über Facebook zur Suche nach dem Jungen aufgerufen worden war, trafen sich spontan etwa 20 Anwohner am Schlatzer Rewe-Markt, um zu helfen. Mit Taschenlampen ausgerüstet durchforsteten sie die Gegend - allerdings ohne Erfolg.

Erste Hoffnung: Der Mantrailer-Hund schlug an

Am frühen Donnerstagmorgen, kurz nach Mitternacht, hatte die Polizei erste Hoffnung geschöpft. Denn auch ein sogenannter Mantrailer-Hund war bis spät in die Nacht und in den frühen Morgenstunden am Donnerstag im Einsatz. „Er hat eine Fährte aufgenommen“, sagte ein Polizeibeamter den PNN vor Ort. Mantrailer-Hunde sind hoch spezialisierte Spürhunde, sie können Spuren über weite Strecke folgen, selbst wenn die gesuchte Person kilometerweit in einem Auto unterwegs war. 

Zuvor hat die Polizei die Gegend abgesucht. Neben Fußstreifen, Hundeführern und Streifenwagen der Potsdamer Polizei war auch die Bundespolizei dabei. Sie unterstützte den Einsatz mit einem Streifenwagen. 

Freiwillige brachen Suche ab - um Spürhund nicht zu stören

Am Inselhof versammelten sich ebenfalls zahlreiche Anwohner, die bei Facebook von Elias erfuhren, um bei der Suche zu helfen. Einige Anwohner verteilten Kaffee an die Freiwilligen.

Zu später Nacht entschieden sie Freiwilligen, auch in Absprache mit der Polizei, ihre Suche einzustellen. Der Grund: Der Mantrailer-Hund sollte bei der Verfolgung möglicher Fährten nicht gestört werden. Auch sollte vermieden werden, mögliche Spuren von Elias zu überdecken. Die Polizei verteilte Fotos von Elias.

Elias' Mutter: Er hat immer vor dem Fenster gespielt

Wie Elias’ Mutter den PNN sagte, hatte Elias draußen gespielt, von dem Fenster der Wohnung aus war er zu sehen. Zudem habe sich ihr Sohn stets bei ihr abgemeldet, wenn er auf dem vom Haus 50 Meter entfernten Spielplatz gehen wollte. Gegen 17.30 Uhr habe sie Elias noch vor dem Haus spielen sehen. Um 18.45 Uhr habe sie dann bemerkt, dass ihr Sohn verschwunden sei. „Wir hoffen, dass Elias gefunden wird“, sagte sie den PNN.

In der Nacht musste die Polizei die Suche mit dem Hubschrauber für kurze Zeit unterbrechen, weil der Hubschrauber aufgetankt werden musste. Von dem Helikopter-Einsatz versprach sich die Polizei schnelle Erfolge bei der Suchaktion. Denn dieser sei mit einer Wärmebildkamera ausgestattet. Weil in der Nacht nur wenige Menschen unterwegs waren, sei der Einsatz dieser Technik besonders hilfreich, sagte ein Beamter den PNN. Durch die Wärmebildkamera könnten Menschen schnell entdeckt werden.

Ein Foto der seit 02.05.2015 vermissten fünfjährigen Inga aus Schönebeck.
Ein Foto der seit 02.05.2015 vermissten fünfjährigen Inga aus Schönebeck.Foto: Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord/dpa)


Einen Zusammenhang mit der verschwundenen Inga aus Schönebeck in Sachsen-Anhalt schloss eine Sprecherin zunächst aus. Seit dem 2. Mai wird die Fünfjährige vermisst, zuletzt gesehen wurde sie in einem Wald bei Stendal. Am Mittwoch hatte die Polizei nach ihr auf Autobahnen in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt vergeblich mit Hunden gesucht, stellenweise wurden dafür Autobahnen gesperrt. Heute entscheidet die Polizei in ihrem Fall, wie es weitergehen soll. (mit dpa)

Den Liveticker betreut Christine Fratzke. Hinweise bitte über die PNN-Facebookseite oder an online@pnn.de. Vor Ort ist PNN-Reporter Stefan Engelbrecht.

Autor

10 Kommentare

Neuester Kommentar