Senat baut elektronische Zählstellen : Wie viele Räder hat Berlin?

Bislang gibt es nur Schätzungen und sporadische Zählungen per Hand. Nun will es die Verkehrsverwaltung wissen: Wie viele Radfahrer sind in Berlin unterwegs? An 17 Orten sollen 26 elektronische Zählstellen installiert werden.

Jörn Hasselmann
Auch über Brücken fahren Radler gerne.
Auch über Brücken fahren Radler gerne.Foto: Julian Stratenschulte/dpa

An der Jannowitzbrücke werden Radfahrer jetzt elektronisch gezählt. Dort wurde Ende März die erste von 26 Zählstellen installiert. Die Anlage ist nun im Probebetrieb, teilte Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler auf eine Anfrage des grünen Abgeordneten Stefan Gelbhaar mit. 13 Zählstellen sollen in diesem Jahr eingebaut werden, der Rest im kommenden Jahr. Geplant sind 17 Standorte, teilweise bekommen diese zwei Geräte für jede Richtung.

In Berlin werden derzeit 15 Prozent aller Wege per Rad zurückgelegt, doch das ist nur eine grobe Schätzung. Mit den im Boden eingelassenen Induktionsschleifen erhofft sich der Senat endlich belastbare Zahlen zum Radverkehr. Das Projekt kostet 88 000 Euro, teilte Gaebler weiter mit.
Allerdings verschweigt die Verkehrsverwaltung in dieser Antwort, dass es in Berlin bereits seit 2012 eine elektronische Zählstelle gibt, und zwar am Schwedter Steg in Prenzlauer Berg. Der Tagesspiegel hatte bereits 2013 über die ersten Ergebnisse berichtet – und dass ein zweiter Detektor an der Brücke über den Aalemannkanal in Spandau bereits nach wenigen Tagen wieder geklaut worden war. Damals hatte der Leiter der Verkehrslenkung angekündigt, dass im Jahr 2014 zehn Geräte in der Innenstadt installiert werden sollen. Brandenburg hatte 63 dieser an Masten angebrachten Detektoren bereits 2009 überwiegend an Fernradwegen aufgestellt.
Nun folgt Berlin mit weiteren ein bis zwei Jahren Verspätung. Denn nach dem Erlebnis mit dem Diebstahl entschied sich der Senat für Induktionsschleifen im Boden. Zudem wurde länger über die Standorte diskutiert. Auch der Schwedter Steg bekommt die neue Technik.
Gegenüber 2001 hat sich der Fahrradverkehr in Berlin an den zwölf „Pegelpunkten“ (regelmäßige Handzählung) bis 2009 um 32 Prozent erhöht. 2010 und 2011 blieben die Zahlen gleich, dies lag am schlechten Wetter und harten Wintern. Seit 2012 wächst die Zahl der Radler wieder deutlich, vor allem in der Innenstadt. Spitzenreiter ist die Kreuzung Blücherstraße/Zossener Straße mit plus 260 Prozent seit 2001.

Dies sind die 17 Standorte

Mitte: Jannowitzbrücke, Sandkrugbrücke
Friedrichshain-Kreuzberg: Oberbaumbrücke, Frankfurter Allee
Pankow: Berliner Straße, Schwedter Steg
Charlottenburg-Wilmersdorf: Prinzregentenstraße
Spandau: Klosterstraße
Steglitz-Zehlendorf: Breitenbachplatz
Tempelhof-Schöneberg: Yorckstraße, Monumentenstraße, Mariendorfer Damm
Neukölln: Maybachufer
Treptow-Köpenick: Kaisersteg
Marzahn-Hellersdorf: Alberichstraße
Lichtenberg: Paul und Paula Uferweg
Reinickendorf: Markstraße

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