Steglitz-Zehlendorf : Dach des U-Bahnhofs Dahlem-Dorf fängt Feuer

Ein Teil der Dachkonstruktion des U-Bahnhofs Dahlem-Dorf ist in der Nacht zum Samstag aus bislang ungeklärter Ursache in Brand geraten. Das Feuer hatte sich auf einer Fläche von 150 Quadratmetern ausgebreitet.

28.04.2012: Ein Teil der Dachkonstruktion des U-Bahnhofs Dahlem-Dorf gerät in der Nacht zum Samstag aus bislang ungeklärter Ursache in Brand.Alle Bilder anzeigen
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28.04.2012 14:3328.04.2012: Ein Teil der Dachkonstruktion des U-Bahnhofs Dahlem-Dorf gerät in der Nacht zum Samstag aus bislang ungeklärter...

Der 1987 in Japan zur schönsten U-Bahnstation Europas gewählte Bahnhof Dahlem-Dorf wäre in der Nacht zu Sonnabend durch ein Feuer fast erneut vernichtet worden. Der Feuerwehr war es aber nach einem stundenlangen Einsatz gelungen, ein Ausbreiten der Flammen auf dem Reetdach zu verhindern. Ursache des Feuers war wahrscheinlich eine Brandstiftung. Der Schaden liegt nach Angaben von BVG-Sprecherin Petra Reetz bei rund 500 000 Euro. Der Zugverkehr auf der U3 ist noch mindestens bis Montag früh zwischen Podbielskiallee und Krumme Lanke unterbrochen.
Ebenfalls durch eine Brandstiftung war 1980 das Reetdach des Hauptgebäudes in Flammen aufgegangen. Freitagnacht brannte auf rund 30 Quadratmetern das Dach über der Zugangstreppe zum Bahnsteig. Das Feuer unter Kontrolle zu bringen, war nach Angaben eines Feuerwehrsprechers besonders schwierig, weil das Reetdach aus mehreren Schichten besteht. Das Feuer flammte immer wieder an verschiedenen Stellen auf. 60 Feuerwehrleute waren die ersten eineinhalb Stunden nach dem Alarm vorwiegend damit beschäftigt, das denkmalgeschützte Gebäude zu retten. Gegen 8.45 Uhr war der Brand, den ein Zugfahrer gegen 2 Uhr entdeckt hatte, dann unter Kontrolle. Die Feuerwehr war bis zum frühen Nachmittag im Einsatz. Dabei wurden nochmals rund 50 Quadratmeter des Daches entfernt, um eventuell vorhandene Brandnester finden zu können.

Der Wiederaufbau wird kompliziert, weil nach dem Brand 1980 asbesthaltiges Material eingebaut worden sei, sagte Reetz. Der Bahnhof wurde 1912/1913 gebaut. Ursprünglich war nur ein kleines Eingangshäuschen vorgesehen. Auf Wunsch von Kaiser Wilhelm II. wurde das Empfangsgebäude dann aber dem ländlichen Charakter der benachbarten Domäne Dahlem angepasst – und nach dem Vorbild norddeutscher Gutshäuser als reetgedecktes Fachwerkhaus errichtet. Auch zur Freude der Japaner.

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