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Tödliche Attacke im Wedding : Opfer kennen die Täter

Nach dem Angriff, bei dem ein Mensch getötet worden war, befragte die Polizei die drei Schwerverletzten. Die kannten die Täter. Festnahmen gab es bislang nicht.

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Am Tatort. Gekennzeichnete Spuren auf der Hochstädter Straße.
Am Tatort. Gekennzeichnete Spuren auf der Hochstädter Straße.Foto: Paul Zinken/dpa

Nach der brutalen Attacke in Berlin-Wedding, bei der ein Mensch ums Leben kam, fahndet die Polizei nach Verdächtigen. „Die Verletzten kennen ihre Angreifer“, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Anlaufpunkte der möglichen Täter in Berlin seien bereits überprüft worden - allerdings ohne Erfolg. Die Staatsanwaltschaft prüfe, ob Haftbefehle beantragt werden sollten, hieß es.

Leiche am Sonnabend obduziert

Der Überfall hatte sich am Mittag des zweiten Feiertages ereignet. Um 13.10 Uhr stoppten mindestens zwei Fahrzeuge in der Hochstädter Straße vor der Hausnummer 16. Mehrere Männer sprangen heraus und griffen die Vier mit mindestens einer Schusswaffe und Messern an. Ein 31-Jähriger erlag kurz nach dem Überfall seinen Schuss- und Stichverletzungen, dem Vernehmen nach ist der Mann verheiratet. Die Leiche wurde am Sonnabend obduziert.

Die drei anderen Männer im Alter von 56, 36 und 44 Jahren wurden schwer verletzt. Sie wurden ins Weddinger Virchow-Krankenhaus gebracht. Ihr Zustand ist inzwischen stabil, sie sind außer Lebensgefahr. Neben dem Getöteten wurde auch einer der Verletzten von einer Kugel getroffen, die anderen erlitten Stich- und Schnittverletzungen. Was die vier Männer auf der Straße machten, als die Täter kamen, ist unklar. Wenige Meter neben dem Tatort gibt es ein Café, in dem sich die Opfer getroffen haben sollen. Das Café hatte am Sonntagmittag nicht auf.

Auslöser ist unklar

Eine Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen. Zur Zahl der Angreifer wollte die Polizei bislang nichts sagen. Was den blutigen Überfall ausgelöst hat, ist unklar. Keines der vier Opfer ist durch einschlägige Straftaten aus dem Bereich der organisierten Kriminalität, also Delikte im Rotlicht- oder Drogenbereich, bei der Polizei bekannt.

Für eine Tat unter kriminellen Banden spreche derzeit nichts, hieß es im Präsidium.

Im Juli war bei einer Schießerei am Olivaer Platz in Wilmersdorf eine unbeteiligte Passantin verletzt worden. Als Hintergrund gelten hier Streitigkeiten unter albanischen Banden. (mit dpa)

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