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Toter nach Sturz aus Riesenrad in Berlin : Schweigeminute auf Alexa-Weihnachtsmarkt

Auf dem Weihnachtsmarkt hinter dem Alexa ist am Montag ein Mann nach dem Sturz aus dem Riesenrad gestorben. Der Betreiber schreibt: "Wir sind fassungslos." Die Polizei spricht von einem Suizid.

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Das Riesenrad auf dem Weihnachtsmarkt am Einkaufszentrum Alexa in Berlin.
Das Riesenrad auf dem Weihnachtsmarkt am Einkaufszentrum Alexa in Berlin.Foto: dpa

Auch am Tag nach dem Tod eines Mannes auf dem Weihnachtsmarkt hinter dem Alexa beginnt der Markt wie immer um 14 Uhr. Aber um 17 Uhr wollen die Schausteller eine Schweigeminute einlegen. Dann sollen alle Fahrgeschäfte stillstehen, in Gedenken an den Mann, der sich am Montagabend aus dem Riesenrad in den Tod stürzte. Dies teilte der Betreiber des Weihnachtsmarktes auf seiner Facebook-Seite mit.

Nach Angaben der Feuerwehr am Dienstagmorgen war der Mann am Montagabend gegen 21 Uhr aus den Gondeln des Riesenrads gestürzt und habe dabei tödliche Verletzungen erlitten. Das Riesenrad befindet sich auf der Brachfläche zwischen dem Bahnhof Jannowitzbrücke und dem Einkaufszentrum Alexa. Weitere Personen am Fuß des Riesenrad wurden nach Angaben der Feuerwehr nicht verletzt; vor Ort musste eine Person von einem Seelsorger betreut werden. Wie die Polizei bestätigte, hat es sich um einen Suizid gehandelt; dies hätten Zeugen, die mit dem Mann in der Gondel saßen, den Ermittlern mitgeteilt.

Sturz aus 60 Meter Höhe

"Wir sind betroffen, fassungslos und sehr traurig", schrieben die Betreiber des Riesenrads auf ihrer Facebook-Seite. Das Riesenrad ist den Unternehmensangaben zufolge 60 Meter hoch; erbaut wurde es im Jahr 1980 und 2010 modernisiert. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben viel Erfahrung mit Fahrgeschäften; gegründet wurde die Hamburger Firma vor mehr als 50 Jahren. Die Firma schrieb in ihrer Stellungnahme: "Auch die unbeteiligten Zeugen in der Gondel konnten nicht mehr eingreifen und den Mann aufhalten."

Nach Angaben der Feuerwehr war bei ihr ein Notruf um 21.04 Uhr eingegangen. Der alarmierte Notarzt konnte aber nur noch den Tod des verunglückten Mannes feststellen. Die Polizei hat ihre Ermittlungen begonnen. Die anderen Fahrgäste konnten den Angaben zufolge das Riesenrad sicher verlassen. Der Betrieb auf dem riesigen Weihnachtsmarkt wurde anschließend offenbar abgebrochen.

Feuerwehr rückte schon oft auf Weihnachtsmärkten aus

So mancher erinnert sich noch an einen anderen Feuerwehreinsatz im Dezember 2012, als viele Menschen auf dem Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz in der Kälte in 55 Metern Höhe in der Luft hingen; damals musste die Feuerwehr zu einem Großeinsatz ausrücken. Grund war ein technischer Defekt. Nicht nur um diesen Vorfall kümmerten sich Rettungskräfte.

Im Herbst 2009 war das Deutsch-Amerikanische Volksfest, damals noch an der Clayallee, gleich dreifach betroffen. Erst starb ein Elfjähriger während der Fahrt mit einer Achterbahn, ein technischer Defekt wurde vom Tüv aber als Ursache ausgeschlossen. Ein Bremsendefekt war dagegen die Ursache für den Ausfall eines Karussells: 14 Fahrgäste mussten über eine halbe Stunde lang kopfüber in den Gondeln ausharren. Und dann verletzte sich noch ein Elfjähriger auf einem Bungeetrampolin, weil sich das Gummiseil plötzlich verlängerte und der Junge auf eine Metallplatte statt ins Netz fiel.

Wiederum auf dem Weihnachtsmarkt am Alexa mussten im selben Jahr 14 Jugendliche von der Feuerwehr geborgen werden: Wegen eines Getriebeschadens hatte ein Karussell blockiert. Die Fahrgäste saßen eine halbe Stunde in zehn Metern Höhe fest.

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