Trickdiebe in Berlin : Die Gefahr beim Öffnen der Haustür

Angebliche Polizisten oder die Bitte nach der Toilette - Trickdiebe sind erfinderisch, wenn es darum geht, in fremde Wohnungen zu kommen. Allein am Dienstag kam es in Berlin zu vier Fällen. Die Opfer waren meist Senioren.

"Delikte am Menschen" ermittelt das Landeskriminalamt (LKA) in der Keithstraße (Symbolfoto). Foto: dpa
"Delikte am Menschen" ermittelt das Landeskriminalamt (LKA) in der Keithstraße (Symbolfoto).Foto: dpa

Gleich mehrere Male trieben am Dienstag Trickbetrüger ihr Unwesen in der Stadt, die Opfer waren häufig Senioren.

Steglitz-Zehlendorf

Gegen 12 Uhr klingelten zwei Männer bei einer 88-Jährigen in der Zehlendorfer Werderstraße. Zwei vermeintliche Polizisten gaben vor, „falsche Handwerker“ suchen zu wollen, die in der Nähe Trickdiebstähle begingen. Die Seniorin glaubte den Männern, ließ sie ins Haus und zeigte den beiden ihren Schmuck. Die Unbekannten nutzen schließlich einen unbeobachteten Moment, schnappten sich den Schmuck sowie Geld und entkamen unerkannt.

 

Neukölln

In einem Hausflur in der Jonasstraße traf ein unbekanntes Paar auf eine 81-jährige Seniorin und ihren 75-jährigen Ehemann. Zunächst trug der Unbekannte die Einkäufe der Senioren bis zur Wohnungstür. Hier fragte die Frau nach einem Zettel, um einer Nachbarin eine Nachricht schreiben zu können. Das Ehepaar ließ das Paar in seine Küche.

Während die Unbekannte den Zettel beschrieb, breitete der Mann im Türrahmen stehend ein großes Tuch aus - die Polizei vermutet, um eine weitere Person zu verdecken, die dahinter in die Wohnung schlüpft, oder aber, um Verwirrung zu stiften. Erst später, die Unbekannten hatten die Wohnung längst verlassen, stellten die Eheleute das Fehlen ihres Schmuckes fest.

 

Lichtenberg

Ebenfalls mit der Bitte um einen Zettel erschlich gegen 15.45 Uhr ein unbekanntes Betrügerpaar den Zugang zu der Wohnung eines 86-Jährigen in Fennpfuhl. Erst halfen die beiden dem Senior beim Betreten des Hauses in der Ernst-Reinke-Straße. An der Wohnungstür fragte die Frau nach einer Toilette. Gleichzeitig betrat auch der Mann die Wohnung. Mit der Bitte, mehrere Zettel für das Paar zu schreiben, wurde der Wohnungsinhaber abgelenkt. Diese Zeit nutzten die Täter, um Zimmer und Schränke zu durchwühlen. Anschließend verschwanden sie, bevor der Betroffene die Unordnung bemerkte.

 

Charlottenburg-Wilmersdorf

Mit einer anderen Masche schritten Unbekannte heute Vormittag in Charlottenburg zur Tat. Als angebliche Polizeibeamte sprachen sie gegen 10.45 Uhr zwei 45 und 53 Jahre alte Berlinbesucher in einem Hausflur in der Schlüterstraße an. Unter dem Vorwand, mitgeführtes Geld auf Drogen untersuchen zu müssen, forderten die Täter Ausweise und Geld der Touristen. Nach dieser „Kontrolle“ gaben die falschen Beamten die Dokumente und das Geld zurück. Anschließend entfernten sich die Beiden. Erst später stellten die Opfer fest, dass ein erheblicher Teil des Geldes fehlte.

In allen Fällen hat das zuständige Fachkommissariat des Landeskriminalamtes die weiteren Ermittlungen übernommen. Die Polizei prüft auch einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Taten, dennoch handle es sich hierbei um "typische Trickarten" und "geübte Maschen", wie ein Sprecher dem Tagesspiegel erklärte.

Die Polizei Berlin warnt daher noch einmal davor, fremde Personen in die Wohnungen zu lassen. Die Täter treten mit unterschiedlichen Anliegen an ihre Opfer heran. Seriös gekleidet, geben sie sich als Geschäftsmann, als Handwerker in Arbeitskleidung, als Polizist, oder als Hilfsbedürftiger aus. Ihr Ziel ist es stets, Geld oder Wertsachen zu stehlen. Die Polizei empfiehlt, sich immer einen Ausweis zeigen zu lassen und sich diesen genau anzuschauen. Beim geringsten Zweifel solle man sofort Nachbarn oder Familienangehörige dazuholen. Weitere Empfehlungen und Sicherheitshinweise speziell für Senioren hat die Polizei unter diesem Link zusammengestellt. (Tsp/stb)

 

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