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Unfall in Kreuzberg : Feuerwehr bei Rettungseinsatz massiv behindert

Nach einem Autounfall in Kreuzberg ist es in der Nacht zu Mittwoch zum Tumult gekommen: Die Feuerwehr wurde von rund 20 Leuten massiv bedrängt. Die Gruppe sorgte sich offenbar mehr um das teure Auto, als um die eingeklemmte Verletzte in dem Wagen.

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Es war gegen 23.30 Uhr als eine 26-jährige Frau mit ihrem BMW auf dem Mehringdamm in Kreuzberg unterwegs war. Als ihre Ampel in Höhe Gneisenaustraße auf Grün sprang, gab sie kräftig Gas, so dass die Räder durchdrehten, hieß es bei der Polizei. Dabei verlor sie jedoch die Kontrolle über ihren BMW, er drehte sich um 180 Grad und schleuderte gegen einen am Fahrbahnrand abgestellten Schuttcontainer. Einsatzkräfte der Feuerwehr rückten an, um das Opfer, das im Fahrzeug eingeklemmt war, aus dem Auto herauszuschneiden.

Doch dies gestaltete sich schwieriger als gedacht: Binnen kürzester Zeit hatte es eine "Personenansammlung von Migranten" gegeben, wie es bei der Polizei hieß. Die Männer - offenbar teilweise Angehörige der Frau - bedrängten die Helfer massiv und beschimpften sie. "Es waren rund 20 gewaltbereite Mitbürger mit Migrationshintergrund die äußerst aggressiv auftraten", berichtet ein Feuerwehrmann. Die Polizei musste mit einem Zug einer Einsatzhundertschaft anrücken - also rund 20 Beamten. Sie bildeten eine "Schutzlinie", damit die Feuerwehrleute ihrer Arbeit am Unfallort nachgehen konnten. "Auch diese Schutzlinie wurde von den Leuten kurz durchbrochen", berichtet ein Ermittler. Die Gruppe sei wütend gewesen, weil die Rettungskräfte mit einem hydraulischen Gerät den 6er BMW, einen neuen und sehr hochwertigen Wagen, aufschneiden wollten, um die eingeklemmte Frau zu befreien. "Für die aufgebrachten Leute war ganz offensichtlich die verletzte Frau nicht das Wichtigste, sondern es ging ihnen um das Fahrzeug", berichtet ein Ermittler. Am Ende gelang es der Polizei die aufgebrachte Gruppe zurückzudrängen, so dass die Rettungskräfte ihrer Arbeit nachgehen konnten. Die Verletzte wurde mit einem Schädelhirntrauma in eine Klinik gebracht.

Wie ein Feuerwehrsprecher dem Tagesspiegel sagte, habe es in jüngster Vergangenheit häufiger Fälle gegeben, wo die Beamten der Feuerwehr bei Einsätzen von Außenstehenden behindert worden seien. "Oft sind es Alkoholisierte, die dann renitent werden." Oder aber es seien - wie in diesem Fall - Menschen "aus anderen Kulturkreisen, die eine andere Vorstellung von der Arbeit und den Aufgaben der Feuerwehr haben", sagte der Sprecher. Eine Statistik über derlei Vorfälle führt die Feuerwehr nicht.

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