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Velothon in Berlin : Frau von Radrennfahrer erfasst - mehrere Fahrer stürzten

Während des Velothon-Radrennens hat sich ein Unfall ereignet. Eine 73-Jährige lief auf die Strecke und wurde von einem Radrennfahrer erfasst. Beide stürzten und wurden schwer verletzt, es kam auch zu Folgestürzen.

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In Berlin startete der "Garmin-Velothon" - eine Breitensportveranstaltung für Radsportler.
In Berlin startete der "Garmin-Velothon" - eine Breitensportveranstaltung für Radsportler.Foto: dpa

Nach Angaben der Polizei überquerte gegen 9.30 Uhr eine 73-jährige Frau zu Fuß die Albrechtstraße in Richtung Hermann-Ehlers-Platz. Dabei betrat sie die abgesperrte Strecke des Velothon-Radrennens und wurde von einem 30-jährigen Radrennfahrer erfasst. Beide stürzten und mussten von einem Notarzt versorgt werden. Anschließend wurden sie ins Krankenhaus gebracht, um stationär behandelt zu werden. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers erlitt die 73-Jährige Verletzungen an der Schulter; der 30-Jährige Verletzungen am Kopf.

Weil weitere Radrennfahrer in die Unfallstelle fuhren, kam es auch zu Folgestürzen. Dabei verletzten sich nach Polizeiangaben vier weitere Radrennfahrer im Alter zwischen 25 und 32 Jahren. Sie mussten ambulant behandelt werden.

Am Rand des Vorfalls kritisierte eine ehrenamtliche Streckenwächterin die Leichtsinnigkeit der Zuschauer. "Die Polizei fährt vorneweg, aber die Leute laufen direkt wieder auf die Strecke. Sie nehmen die Gefahr nicht ernst, weil sie die Geschwindigkeit der Fahrer unterschätzen", sagte Caterina Schaedel, die seit dem ersten Velothon als Helferin dabei ist und heute am Tempelhofer Feld eingesetzt wurde.

Bei dem Rennen fuhren motorisierte Polizeibeamte vor dem Fahrerfeld und machten mit Gesten und Winkbewegungen auf das anrollende Feld aufmerksam. Allerdings gab es keine Lautsprecherdurchsagen. So wussten etliche Besucher des Tempelhofer Feldes gar nicht, dass anschließend Radrennfahrer mit hoher Geschwindigkeit folgen würden - auch, weil nach der Spitzengruppe immer wieder Trauben von Fahrern unvermittelt auftauchten.

Bereits vor drei Jahren hat sich beim Velothon ein schwerer Unfall ereignet: Damals war ein Streckenposten am Kottbusser Damm von einem Radfahrer angefahren worden. Er erlitt schwere Kopfverletzungen.

"Ich fände es besser, wenn die komplette Strecke mit mobilen Zäunen und Flatterbändern gesichert wäre", sagt Valentina Procopio. Die 29-Jährige war extra für das Velothon aus Lübeck angereist, um ihren Freund anzufeuern. Der 32-jährige Polizist Maik Seidel hatte extra ein quittengelbes Shirt angezogen, bevor er auf sein schneeweißes Rennrad stieg. Seine Freundin konnte ihn so problemlos im Fahrerpulk erkennen.

Rosemarie Hübner, die die Radrennfahrer ebenfalls auf dem weiten Flugfeld anfeuerte, beobachtete genau wie Caterina Schaedel, dass "viele Menschen einfach unterschätzen, mit welchem Speed die Fahrer hier angerast kommen".

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