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Verdacht auf Giftköder : Hunde sterben nach Spaziergang am Tegeler See

Innerhalb weniger Tage sind mehrere Hunde am Tegeler See gestorben, die sich zuvor in Ufernähe aufgehalten haben. Tierärzte konnten die Tiere nicht retten.

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Spielende Hunde. (Symbolbild)
Spielende Hunde. (Symbolbild)Foto: Christian Charisius/dpa

Am Tegeler See sind in den vergangenen Tagen mindestens drei Hunde gestorben. Bereits am Sonntag hatte die Initiative „Giftköderalarm Berlin“ von mehreren Vorfällen berichtet, bei denen Hunde in Tierarztpraxen wegen Vergiftungserscheinungen behandelt werden mussten. Die Hunde hätten sich zuvor alle in direkter Ufernähe am Borsigdamm aufgehalten. Sie überlebten trotz ärztlicher Behandlung nicht.

Die Polizei bestätigte drei Fälle, in denen Hunde nach Spaziergängen am See gestorben sind. Ein Tier konnte durch ärztliche Behandlung gerettet werden. Es sei aber nicht auszuschließen, dass noch weitere Hunde betroffen sind.
Die Polizei hat das Gebiet nach Giftködern abgesucht, aber nichts gefunden, wie ein Sprecher mitteilte. Das Gebiet stehe jetzt aber unter besonderer Beobachtung. Es handelt sich um eine beliebte Spazierstrecke im Bezirk. Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz sind angelaufen.

Die Tiere sind nach Polizeiangaben innerhalb von 30 bis 40 Minuten gestorben. Sie hätten plötzlich Atemnot entwickelt, später Lähmungserscheinungen, schließlich krampften und zitterten sie und bekamen Schaum vor dem Mund.
Auch in Hakenfelde gibt es laut „Giftköderalarm Berlin“ den Verdacht auf ausgelegte Giftköder. Vier tote Füchse habe man dort bereits in der Nähe des „Vereins Wohnsiedlung Hakenfelde“ gefunden. Auf den Grünflächen seien ausgelegte Wurststücke und Kaustangen gefunden worden. Die Polizei konnte dazu am Dienstag keine weiteren Informationen geben.

Giftköderatlas vor einem Jahr vorgestellt

Immer wieder werden auf Berliner Spielplätzen und Grünflächen Köder mit Rasierklingen, Scherben oder Rattengift gefunden, die offenbar für Hunde gedacht sind, aber auch Kindern sehr gefährlich werden können.  Vor einem Jahr hat der Senat gemeinsam mit dem Tierschutzbeauftragten Horst Spielmann den „Giftköderatlas“ vorgestellt. Die neue Internet-Plattform soll helfen die Funde schneller publik zu machen. Bürger können über das Onlineformular einen Fund melden und werden aufgefordert, diesen auch bei der Polizei anzuzeigen. Anschließend werden die Meldungen geprüft und schließlich online auf der Landkarte vermerkt. Erstmals soll die Website auch Meldungen von Behörden oder Tierärzten sammeln, die meist die ersten Ansprechpartner sind.
Kritik an der Plattform kam damals von der Grünen-Tierschutzpolitikerin Claudia Hämmerling. Durch lange Überprüfungszeiten würden die Berliner erst viel spät über Funde informiert. Außerdem könnten sich die Giftleger in Schwerpunktgebieten bestätigt fühlen, dass ihre Aktion Hunde vertreibt.
Die letzten Meldungen im Giftköderatlas zu Reinickendorf stammen von Anfang März. „Es wurde Hackfleisch mit Rasierklingen und auf mehreren Rasenflächen in der Gartenkolonie Schneckenkorn verteilt. Zwei Hunde sind gestorben“, heißt es dort. Die aktuellste Meldung findet sich am 31.März für den Bezirk Pankow. Hier wurden Giftköder am Ufer des Weißensees ausgelegt. Auch am Müggelsee gab es in den vergangenen Jahren vermehrt Vorfälle.

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