Verfolgungsjagd durch Neukölln : Flüchtende versprühen Feuerlöscher im Tunnel Britz

Bei einer Verfolgungsjagd durch Neukölln gefährdeten die Flüchtenden mehrfach Verkehrsteilnehmer. Der mutmaßliche Beifahrer ist ein polizeibekannter Intensivtäter.

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Die Polizei sucht nach einem 39-Jährigen, der eine Frau in Neuruppin getötet haben soll.
Die Polizei sucht nach einem 39-Jährigen, der eine Frau in Neuruppin getötet haben soll.Foto: dpa/Archiv

Sie zerschmetterten die Seitenscheibe eines BVG-Busses, rasten kurz auf der Stadtautobahn gegen die Fahrtrichtung und sprühten im Britzer Tunnel den Inhalt eines Feuerlöschers aus dem Fenster, um Fahrern hinter ihnen die Sicht zu nehmen: Bei einer wilden Verfolgungsjagd durch Neukölln gefährdete ein kriminelles Duo in der Nacht zum Freitag gleich mehrfach das Leben anderer Verkehrsteilnehmer. Die Raserei endete in der Siegfriedstraße am U- und S-Bahnhof Hermannstraße, wo Fahrer und Beifahrer zu Fuß flüchteten. Der 22-jährige mutmaßliche Beifahrer wurde wenig später in der Nähe festgenommen. Es handelt sich um einen polizeibekannten Intensivtäter.

An der Ampel schlugen der Beifahrer mit dem Hammer auf einen Bus ein

Die Jagd begann gegen 21.20 Uhr an der Neuköllner Kreuzung Hermannstraße/Hertastraße. Dort stoppten die beiden mutmaßlichen Täter mit ihrem weißen Transporter neben einem bei Rotlicht wartenden BVG-Bus der Linie M44, dann lehnte sich der Beifahrer weit aus dem Fenster und zerschlug mit einem Hammer kraftvoll eine Seitenscheibe des Busses. Anschließend bog das Duo mit seinem Mercedes-Sprinter rechts vor dem Bus in die Hertastraße ab und ergriff die Flucht.

Eine alarmierte Polizeistreife nahm kurz darauf vom Bus aus die Verfolgung auf. Die Beamten entdeckten den Transporter, als dieser von einer Grundstücksausfahrt hinaus in die Karl-Marx-Straße einbog. Auf der Zufahrt zur Stadtautobahn Richtung Grenzalle überholten sie die Flüchtigen und hielten vor dem Transporter an. Dessen Fahrer beschleunigte daraufhin, und raste Richtung Norden auf die Autobahn. Im Britzer Tunnel sahen dann die Beamten, wie aus dem Beifahrerfenster des Sprinters "plötzlich starke weiße Wolken" aus einem Feuerlöscher versprüht wurden, so ein Polizeisprecher. In der Unterführung entstand eine Nebelwand, die Sicht für nachfolgende Fahrer war kurzfristig stark eingeschränkt. Nur durch rasches Abbremsen konnte die Funkwagenbesatzung verhindern, dass sie auf den Transporter prallte.

Auf der A100 raste der Wagen kurz gegen die Fahrtrichtung

Dessen Fahrer versuchte nun mit überhöhtem Tempo an der Oberlandstraße abzufahren, verfehlte jedoch die Ausfahrt, wendete daraufhin auf der Autobahn, gab in der Gegenrichtung Gas und erreichte auf diese Weise noch die Abfahrt. Nun ging die Jagd über mehrere Straßen weiter, bis der Transporter in der Emserstraße gegen einen geparkten Nissan stieß und letztlich in der Siegfriedstraße stoppte. Dort sprang das Duo heraus und versuchte in verschiedene Richtungen zu entkommen. Dies gelang aber nur dem Fahrer. Der festgenommene mutmaßliche Beifahrer wurde erkennungsdienstlich behandelt und danach wieder freigelassen. Das Fluchtfahrzeug erwies sich als gestohlen.

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