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Verhaftung in Cocktailbar : Mutmaßlicher Chef der Gullydeckelbande gefasst

Der mutmaßliche Chef der "Gullydeckelbande" ist verhaftet worden. Die Kriminellen sollen seit dem Frühjahr eine Serie von Einbrüchen bei Juwelieren, Tankstellen und Tabakläden verübt haben. Ihr Tatwerkzeug: Ein Gullydeckel.

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Die Fahnder waren dem mutmaßlichen Chef der so genannten Gullydeckelbande schon länger auf der Spur. Am Dienstag überraschten sie den 26-jährigen Shaban S. dann beim Fußballschauen in einer Cocktailbar in der Charlottenburger Franklinstraße. Der Kosovare wurde verhaftet, weil er im Verdacht steht mit einer etwa 25 Mann starken Gruppe von Tatverdächtigen zwischen 19 und 26 Jahren seit März dieses Jahres in Tabakläden, Juweliergeschäften, Tankstellen und Elektronikhandlungen eingebrochen zu sein - und dies in Serie. Die so genannten Blitzeinbrüche wurden überwiegen in Berlin verübt.

Die Tatverdächtigen, die aus verschiedenen Nationen stammen und zum Teil als Intensivtäter bei der Polizei bekannt sind, erbeuteten Waren wie Zigaretten, Smartphones, Tablet-PCs, Notebooks und Briefmarken im Wert von 300.000 Euro, hieß es bei der Staatsanwaltschaft. Als "Gullydeckelbande" wurde die Bande bezeichnet, weil die mutmaßlichen Täter meist mitgebrachte oder in der Nähe gestohlene Gullydeckel als Brechwerkzeug benutzen, um in die Geschäftsräume einzudringen. Einige der Beschuldigten sollen sich bei diesen Aktionen teilweise schwer verletzt haben, hieß es bei der Staatsanwaltschaft-

Bereits am 6. Juni dieses Jahres hatten Fahnder 22 Orte in Berlin durchsucht und sechs Haftbefehle gegen mutmaßliche Bandenmitglieder vollstreckt. Doch der zwischenzeitlich untergetauchte mutmaßliche Kopf der Bande, Shaban S., blieb flüchtig. Den Ermittlern gelang es jedoch, den Gesuchten am Dienstag gegen 22.30 Uhr beim Fußballschauen in der Cocktailbar "Zeitlos" in Charlottenburg festzunehmen. Er sitzt ebenso wie die anderen sechs Verdächtigen in Untersuchungshaft.

Laut Staatsanwaltschaft hat die Bande teilweise mehrere Einbrüche pro Nacht begangen. Die Männer sollen zudem extrem rücksichtslos in hochwertigen Mietautos - Mercedes S-Klasse, Audi A8 oder 7er BMW - mit hohem Tempo, oft mehr als 200 km/h, von den Tatorten weggerast sein. Selbst, als in einem Fall eine zufällig vorbei gekommene Polizeistreife die Kriminellen verfolgte und sogar auf die Flüchtenden geschossen hatte, machten die Bandenmitglieder offensichtlich danach weiter.

Die Ermittlungen dauern an, denn die Beamten werten derzeit weiter Tatspuren und die Ergebnisse der Durchsuchungen aus.

Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) begrüßte den Erfolg. Er hatte im März nach Beginn der Serie eine Arbeitsgruppe zwischen Polizei und Justiz gründen lassen, also eine "Task Force", die osteuropäischen Einbrecherbanden das Handwerk legen soll. Senator Heilmann kündigte an, die Zusammenarbeit weiter zu verbessern "und neue Wege zu gehen, um die Zahl der Wohnungseinbrüche in Berlin spürbar zu senken", hieß es bei der Justizverwaltung.

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