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WG-Streit in Wedding : Mann ersticht Mitbewohnerin und springt aus dem Fenster

Eine junge Frau wurde von ihrem Mitbewohner erstochen, der Täter sprang anschließend aus dem vierten Obergeschoss und schwebt nun in Lebensgefahr. Nun werden erste Hintergründe der Tat bekannt.

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Gerichtsmediziner transportieren am Freitag die Leiche der 22-Jährigen ab.
Gerichtsmediziner transportieren am Freitag die Leiche der 22-Jährigen ab.Foto: dapd

Eine junge Frau ist am Freitag von einem Mitbewohner ihrer Wohngemeinschaft mit mehreren Messerstichen getötet worden. Anschließend sprang der 28-jährige mutmaßliche Täter gegen 8.30 Uhr aus einem Fenster im vierten Stock des Weddinger Altbaus. Er kam mit schwersten Verletzungen ins Krankenhaus und schwebt in Lebensgefahr. Das Motiv ist unklar, die Polizei schließt bislang nur eine Liebesbeziehung zwischen den beiden WG-Bewohnern aus. Vor der Tat sollen sie sich in der Wohnung gestritten haben. Die Tatwaffe wurde von der Polizei sichergestellt. Das Opfer wurde offenbar 21 Jahre alt und nicht, wie zunächst berichtet, 22.

In der 160-Quadratmeter-Wohnung im zweiten Hinterhaus an der Luxemburger Straße lebten sechs junge Menschen, fünf Männer und die Frau.  Bis auf einen Finnen waren es nur Deutsche. Drei der Mitbewohner sollen Zeugen der Tat gewesen sein, der vierte war zur Tatzeit nicht im Haus. Diese drei Männer wurden am Freitag von Kriminalbeamten befragt.

Nach Angaben einer Nachbarin soll die WG vor etwa drei Monaten in die zuvor von einer Computerfirma genutzten Räume gezogen sein. Einig waren sich die sechs wohl in ihrer linken Grundhaltung, das Namensschild der WG im Parterre ist mit einem sauber gedruckten „ACAB“ verziert. Dies ist in linken Kreisen die Abkürzung für „All Cops are Bastards“ und wird oft auch auf linksextremistischen Demonstrationen skandiert. Die WG-Bewohner sollen studieren, das Opfer hatte gerade das Abitur nachgeholt.

Sie seien „nett“ gewesen, berichtete eine Mieterin, mehr als „Hallo“ habe man aber nicht gesagt. Während es in dem Altbau „zuvor nie einen Vorfall“ gab, habe vor etwa zwei Wochen eine Mülltonne im Hof gebrannt, berichtete die Frau. Die Ursache des Feuers sei nicht geklärt worden.

Ermittler und Kriminaltechniker sperrten am Freitagvormittag den Hof über Stunden hin ab. Auf dem Nachbargrundstück sammelten sich einige Schaulustige, die den Experten beim Sichern der Spuren zusahen. Der Blutfleck auf dem Asphalt war auch Stunden später noch zu sehen.

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