Wilmersdorf : Büro von Piratenpolitiker Martin Delius erneut Ziel von Angriffen

Erneut ist das Parteibüro des Piratenpolitikers Martin Delius Ziel eines Angriffs geworden. Am Samstagabend zertrümmerten Unbekannte die Frontscheibe des Büros. Bereits Ende Dezember wurde es mit rechten Parolen beschmiert.

Martin Niewendick
Das "Büro der guten laune" nach dem Anschlag.
Das "Büro der guten laune" nach dem Anschlag.Foto: gutelaunebuero.de

Diesmal flog ein Pflasterstein. Das Wurfgeschoss hinterließ einen kreisrunden Glasbruch im Schaufenster des "Büros der guten Laune" in Wilmersdorf. So nennt Martin Delius, Fraktionsvorsitzender der Berliner Piratenpartei, sein Parteibüro in der Uhlandstraße. Auf Twitter kommentiert er sarkastisch: "Samstag der guten Laune? Eher nicht."

"Die Bedrohung ist alltäglich"

Der Politiker geht davon aus, dass die Täter auch diesmal wieder in der rechten Ecke zu suchen sind. Ende vergangenen Jahres wurde sein Büro, in dessen Fenster gut sichtbar eine Antifa-Fahne hängt, mit rechten Parolen beschmiert. "Wer sich in Berlin gegen Rechtsextremismus engagiert, für den sind Bedrohungen alltäglich", sagt er dem Tagesspiegel. Er bekomme seit Jahren regelmäßig "Mails mit drohendem Tonfall". Einen Beweis für eine rechten Hintergrund der jüngsten Tat gibt es allerdings noch nicht.

"Wir lassen uns nicht beeindrucken"

Maßnahmen zum Schutz vor weiteren Angriffen will der Piratenpolitiker vorerst nicht unternehmen. Allenfalls werde eine stärkere Scheibe eingesetzt. "Wir können das Büro ja nicht effektiver schützen, ohne die Öffentlichkeit auszuschließen", sagt Delius. Auch weiterhin werde man dort Veranstaltungen für die Bürgerinnen und Bürger abhalten, und auch die Antifa-Fahne bleibt hängen. Nun werden erst einmal Scherben aufgefegt. Dass die Täter ermittelt werden können, glaubt Delius nicht. "Die Chancen sind eher gering."

Der ehemalige Vorsitzende der Berliner Piraten, Christopher Lauer, nimmt den Angriff nicht auf die leichte Schulter. "Irgendwann ist es dann halt kein Stein mehr, sondern ein Brandsatz. Dann werden alle betroffen Fragen, wie es nur so weit kommen konnte", schrieb er am Sonntag in einem Tweet. Für Martin Delius ist klar: "Wir werden uns von dem Angriff nicht beeindrucken lassen." In der nächsten Woche soll der Geschäftsbetrieb des Büros regulär weitergehen.

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