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Zwangsräumung in Kreuzberg : Aktivisten protestieren bei Polizeieinsatz in Lausitzer Straße

Die Wohnung einer türkischstämmigen Familie in Kreuzberg ist am Donnerstagmorgen zwangsgeräumt worden. Aktivisten hatten mit Sitzblockaden dagegen protestiert.

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Rangeleien zwischen Polizei und Demonstranten in Kreuzberg. Anlass sind Proteste gegen eine Zwangsräumung.
Rangeleien zwischen Polizei und Demonstranten in Kreuzberg. Anlass sind Proteste gegen eine Zwangsräumung.Foto: dpa

In der Lausitzer Straße in Kreuzberg ist am Donnerstag früh die Wohnung einer türkischstämmigen Familie zwangsweise geräumt worden. Die Polizei war mit rund 400 Beamten im Einsatz. Seit den frühen Morgenstunden kreiste der Polizeihubschrauber über Kreuzberg. Ein Aktionsbündnis hatte bereits für 7 Uhr morgens zum Protest aufgerufen. In der Lausitzer Straße versuchten rund 100 Demonstranten, die Räumung mit einer Sitzblockade zu verhindern. Die Lausitzer Straße wurde von der Polizei mit Gittern abgesperrt. Nach Angaben einer Sprecherin des Bündnisses "Zwangsräumung verhindern" wurden insgesamt rund 1000 Demonstranten mobilisiert, die meisten davon befanden sich jedoch außerhalb der Lausitzer Straße.

Zwangsräumung in der Lausitzer Straße
Aus Protest gegen steigende Mieten haben am Donnerstag mehrere hundert Menschen in Berlin-Kreuzberg gegen eine Zwangsräumung demonstriert.
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14.02.2013 10:54Aus Protest gegen steigende Mieten haben am Donnerstag mehrere hundert Menschen in Berlin-Kreuzberg gegen eine Zwangsräumung...

Kurz nach 9 Uhr trat Ali Gülbol, dessen Wohnung in der Lausitzer Straße zwangsgeräumt wurde, vor die Haustür der Wiener Straße 13. Von hier gibt es einen zweiten Zugang zum Hof des Gebäudes in der Lausitzer Straße 8. Die Polizei war von diesem Zugang in das Haus gelangt, indem die Beamten einen Maschendrahtzaun durchschnitten hatten, bestätigte ein Polizeisprecher. Laut Ali Gülbol seien die Beamten schon seit 6 Uhr früh im Hof des Gebäudekomplexes gewesen. Laut Titel sollte die Räumung für 9 Uhr morgens angesetzt werden. "Ich war noch bis zehn Minuten vor neun Uhr bei meinen Eltern im 5.Stock. Als ich runter kam in meine Wohnung, stand die Polizei mit der Gerichtsvollzieherin bereits im Flur", sagt Gülbol. Seiner Aussage nach sei die Gerichtsvollzieherin "verkleidet gewesen als Polizistin", sie habe sich eine Polizei-Weste übergezogen. Ein Polizeisprecher konnte dazu bislang keine Angaben machen. Ihre Möbel hatte die fünfköpfige Familie Gülbol schon vor der Räumung aus der Wohnung geschafft und im fünften Stock bei den Eltern abgestellt, erzählt der Familienvater. "Damit wollten wir verhindern, dass uns noch mehr Kosten entstehen", sagte er. Als Beobachter waren auch Hakan Tas von der Linkspartei sowie Altun Turgut von den Grünen an der Lausitzer Straße.

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