Auf der U1 war zwischenzeitlich der Verkehr gesperrt

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Update
Zwangsräumung in Kreuzberg : Aktivisten protestieren bei Polizeieinsatz in Lausitzer Straße
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Ali Gülbol sagte den Unterstützern und Medienvertretern nach der Räumung: "Polizei und Justiz öffnen einem unmenschlichen Vermieter die Möglichkeit, uns in die Obdachlosigkeit zu schicken. Der Streit zwischen der türkischen Familie und dem Hausbesitzer dauert schon länger. Es geht dabei um Mieterhöhung, Mietrückstände und zu spät gezahlte Nachforderungen. Ein Gericht bestätigte die vom Hausbesitzer beantragte Räumung. Dagegen wehren sich verschiedene Gruppen von Aktivisten, die diese Räumung als Beispiel anführen, um dem Senat eine verfehlte Wohnungspolitik vorzuwerfen.

Der Hausbesitzer war für eine Stellungnahme am Donnerstag für den Tagesspiegel nicht zu erreichen.

"Es geht uns sehr schlecht, weil die Räumung vollzogen wurde, aber es geht uns auch sehr gut, weil wir so viel Solidarität erfahren haben", sagte Gülbol noch in einem seiner weiteren Interviews vor dem Gebäudekomplex.

Zwangsräumung in der Lausitzer Straße
Aus Protest gegen steigende Mieten haben am Donnerstag mehrere hundert Menschen in Berlin-Kreuzberg gegen eine Zwangsräumung demonstriert.
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14.02.2013 10:54Aus Protest gegen steigende Mieten haben am Donnerstag mehrere hundert Menschen in Berlin-Kreuzberg gegen eine Zwangsräumung...

Zwischenzeitlich war die nahe gelegene U-Bahnlinie U1 zwischen Kottbusser Tor und Warschauer Straße gesperrt, da Unbekannte in dem Bereich mehrere Autoreifen auf der Fahrbahn der Skalitzer Straße angezündet hatten, hieß es bei der Polizei. In der Glogauer Straße stand ein Müllcontainer in Flammen. Auch vier in Brand gesteckte Autos der Allianz-Versicherung am Strausberger Platz in Friedrichshain stehen wahrscheinlich nach Einschätzung der Ermittler in Zusammenhang mit der angekündigten Zwangsräumung. Auf linken Internetseiten hatten Aktivisten vor dem Einsatz mobil gemacht. Zeugen hatten gegen 5.50 Uhr gesehen, wie rund 10 bis 15 schwarz gekleidete Leute vom Strausberger Platz flüchteten. Zuvor hatten diese offenbar vier Autos - darunter zwei der Marke Smart - des Versicherungskonzerns Allianz umgekippt und angezündet. In der Nähe befindet sich ein Büro des Unternehmens. Die Polizei wollte einen Zusammenhang zwischen der Räumung und den angezündeten Autos nicht bestätigen. "Die Ermittler des Staatsschutzes ermitteln noch", hieß es.

Während des Einsatzes war es vereinzelt zu Rangeleien zwischen den Räumungsgegnern und Polizeibeamten gekommen, dabei setzten die Polizisten auch Pfefferspray ein. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden den gesamten Einsatz über zehn Einsatzkräfte leicht verletzt, konnten aber ihren Dienst fortsetzen.

Um kurz nach 10 Uhr startete eine Demonstration von der Lausitzer Straße. Die mehreren hundert Demonstranten passierten dabei die Skalitzer Straße und bogen auf den Kottbusser Damm ein. Wie die Polizei mitteilte, kam es dabei zu mehreren Straftaten wie Sachbeschädigungen, Landfriedensbruch, versuchter Gefangenenbefreiung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Insgesamt wurden 20 Personen nach Straftaten festgestellt, von denen zehn festgenommen wurden. Gegen halb elf Uhr errichtete die Polizei Straßensperren an der Kottbusser Brücke und an der Mariannenstraße, woraufhin sich die Demonstration allmählich zerstreute.

Seit dem frühen Nachmittag herrsche Ruhe in Kreuzberg, hieß es bei der Polizei.

Hintergrund der Zwangsräumung ist ein Mietstreit zwischen der türkischen Familie Gülbol und ihrem Vermieter, der Franell Consulting GmbH.