LGBTQI in Berlin : Zentrum für queere Jugendliche soll Selbstmordrate verringern

Rot-Rot-Grün will eine Anlaufstelle für LGBTQI-Jugendliche schaffen. Auch weil die Suizidrate unter diesen deutlich erhöht ist.

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June Tomiak ist jugendpolitische Sprecherin der Grünen und jüngstes Mitglied des Abgeordnetenhaus.
June Tomiak ist jugendpolitische Sprecherin der Grünen und jüngstes Mitglied des Abgeordnetenhaus.Foto: Mike Wolff

Die Berliner Regierung arbeitet ihre Koalitionsvereinbarung ab: Jetzt steht das „Erste Queer-Jugendzentrum“ auf der Agenda. Im Mittelpunkt steht das Ziel, die hohe Suizidrate bei queeren Jugendlichen zu senken. Ein entsprechender Antrag soll an diesem Donnerstag ins Plenum eingebracht werden.

„Es soll ein Zeichen vom Land Berlin geben“, wünscht sich die jugendpolitische Sprecherin der Grünen, June Tomiak. Die Beratungsstrukturen müssten dringend gestärkt werden, forderte sie am Mittwoch gegenüber dem Tagesspiegel. Das spezielle Angebot soll sich an lesbische, schwule, bisexuelle, trans- sowie intersexuelle und queere Jugendliche richten. „Damit reagiert die Regierungskoalition auf die besonderen psychosozialen Belastungen und ein vier- bis sechsfach erhöhtes Suizidrisiko“, begründen die Fraktionen ihren Antrag.

Ein Zentrum gegen Diskriminierung

„Ob im Elternhaus, in der Schule, am Ausbildungsplatz und auch im öffentlichen Raum – Diskriminierungserfahrungen gehören für sie zum Alltag“, mahnen die Fraktionen. Immer noch seien sie Ausgrenzung, Pöbeleien und auch Gewalt ausgesetzt. Berlin müsse die Betroffenen beim Coming-out besser begleiten und die queere Jugendarbeit ausbauen.

Angedacht ist, dass in dem Zentrum der „Peer to Peer“-Ansatz verfolgt wird, was bedeutet, dass Betroffene selbst Beratung und Hilfe leisten. Tomiak berichtet, dass sich dieser Ansatz auch im queeren Jugendhaus „Lambda“ bewährt habe, das in Prenzlauer Berg Angebote bereithält. Die Einrichtung stoße aber an ihre Kapazitätsgrenzen, begründet Tomiak die Pläne für einen vom Land initiierten Anlaufpunkt.

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