Sanierungsbedarf an Schulen in Berlin : Feuer in Schule, obwohl der Brandschutz neu war

Erst saniert, dann flambiert: Am populären Andreas-Gymnasium löste ein Kabelbrand eine Feueralarm aus - dabei waren dort gerade erst Hunderttausende für neue Elektroanlagen und den Brandschutz ausgegeben worden.

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Baustelle Schule. Das Andreas-Gymnasium ist in den vergangenen zwei Jahren aufwändig saniert worden, hier ein Bild aus dem Jahr 2012.
Baustelle Schule. Das Andreas-Gymnasium ist in den vergangenen zwei Jahren aufwändig saniert worden, hier ein Bild aus dem Jahr...Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Erst vor kurzem wurde das Andreas-Gymnasium in Friedrichshain für 1,3 Millionen Euro saniert, 300 000 Euro davon wurden laut Bezirk für neue Elektroanlagen und den Brandschutz ausgegeben. Offenbar hat das nicht gereicht: Am Donnerstag gab es in der Schule während der Unterrichtszeit einen Kabelbrand, das Gebäude musste vorübergehend evakuiert werden. Das bestätigte Bezirksamtssprecher Sascha Langenbach am Freitag.

„Der bauliche Zustand der Schule ist alles andere als zufriedenstellend“, sagte Langenbach. „Sie steht ganz oben auf der Prioritätenliste bei Sanierungen.“ Seinen Angaben zufolge entsprechen die 1,3 Millionen Euro, die in den vergangenen zwei Jahren für die Sanierung der Schule ausgegeben wurden, zehn Prozent des Bezirksetats für derartige Aufgaben – und das bei 52 Schulen im Bezirk.

Dass es trotz dieser kostspieligen Arbeiten am Donnerstag zu einem Feuer kam, erklärt der Bezirksamtssprecher mit der Größe und dem Alter des Schulgebäudes. Für eine komplette Sanierung bräuchte man „wesentlich mehr Geld“. Es sei nun mal ein Altbau – „und wenn man da einmal anfängt, etwas zu reparieren, kommt einem die Hälfte entgegen“. So seien die Wände in dem Raum, in dem am Donnerstag das Feuer ausbrach, mit Stroh isoliert – und das direkt hinter einem Elektroverteiler.

Die Schüler und Lehrer dieser populären und laut Bezirk für ihr pädagogisches Profil gepriesenen Schule kamen dennoch mit dem Schrecken davon: Das Feuer wurde gleich nach seinem Ausbrechen von einem Hausmeister entdeckt und gelöscht. Der Raum wurde zu der Zeit nicht benutzt, Menschen kamen nicht zu Schaden. Nun fühlt sich der Bezirk in seinen Planungen bestätigt: Für das kommende Jahr sind – und das schon vor dem Brand – weitere 405 000 Euro eingeplant, um Elektroanlagen und Brandschutz weiter zu sanieren.

Zudem wurde am Freitag bekannt, dass es zu einer weiteren Gefahrenquelle an einer anderen Schule offenbar schon länger Warnungen gab. Wie berichtet, fiel in der Bettina-von-Arnim-Schule in Reinickendorf Anfang November einem Lehrer ein Fenster auf den Kopf. Nach Angaben des Personalrats der Reinickendorfer Schulen, Christoph Kohlstedt, war dies „ein Absturz mit Ansage“. Bereits im Juli habe die Gesellschaft für Betriebssicherheit nach einer Betriebsbegehung auf die Baufälligkeit der Fenster und die Absturzgefahr hingewiesen: „Laut Schulleitung und Hausmeister sind mehrere Fenster bzw. die Scharniere in einem sehr schlechten Zustand“, heißt es in dem Bericht. „Hier kommt es häufig vor, dass es zu Materialermüdung bei z.B. Scharnieren kommt. Gefährdete Fenster müssen gesichert werden.“  Das kaputte Fenster ist nach Kohlstedts Angaben bislang nicht repariert worden.

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