Saubere Sache - Gemeinsame Sache : Pankow: Obst vom Wegesrand

In Pankow setzt eine Initiative seit drei Jahren Obstbäume an Wegen – und bringt so auch Menschen zusammen. Nun plant sie eine Pflanzaktion am Flüchtlingsheim.

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Cordelia Koch , Vorstandsmitglied von Bündnis 90/Die Grünen, zeigt frisch gepflanzte und pflegebedürftige Obstbäume.
Cordelia Koch , Vorstandsmitglied von Bündnis 90/Die Grünen, zeigt frisch gepflanzte und pflegebedürftige Obstbäume.Foto: Thilo Rückeis

Die Namen klingen auf den ersten Blick vielleicht etwas sonderbar: „Köstliche von Carneux“, „Ungarische Traubige“, „Altländer Pfannkuchen“, „Albrecht von Preußen“ oder „Quillins Reneklode“. Doch Kenner wissen natürlich sofort Bescheid. Das sind alte Obstbaumsorten, deren Früchte etwas anders als die gezüchteten Äpfel, Birnen, Pflaumen und Kirschen aus dem Supermarkt schmecken.

Genau solche Exemplare kommen seit drei Jahren dank einer bunt gemischten Gruppe von Naturliebhabern an verschiedenen Stellen in Pankow in die Erde. „Unser Ausgangspunkt war eigentlich die Idee des Teilens“, sagt Cordelia Koch, Kreisvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in Pankow.

50 Euro kostet eine Baumpatenschaft

„Man muss schließlich nicht alles kaufen, sondern kann beispielsweise Früchte von den Obstbäumen am Straßen- oder Wegesrand pflücken.“ Als sie sich dann aber tatsächlich vor einigen Jahren auf die Suche nach solchen Äpfeln und Birnen gemacht habe, so erinnerte sie sich, sei die Ausbeute doch sehr gering ausgefallen. „Für mich stand deshalb fest, dass ich selbst aktiv werden und Bäume pflanzen musste.“

Der passende Titel für die Aktion war schnell gefunden: „Freiobst“. Jeder kann sich an den Pflanzaktionen beteiligen und sich frei am Obst bedienen. 50 Euro kostet eine Baumpatenschaft. Wer will, kann seinen Namen auf einem Anhänger am Baum vermerken lassen. Immerhin rund 100 Obstbäume hat die Gemeinschaftsaktion von Bündnis 90/Die Grünen, der Grünen Liga und der Initiative Bürger-Energie Berlin schon gepflanzt.

Ungezwungene Atmosphäre beim Pflanzen

Die Bäume stehen an den Karpfenteichen am Panke-Radweg in Heinersdorf, an einer neuen Allee am Blankenburger Pflasterweg in Nachbarschaft des Golfplatzes und am Schmöckpfuhlgraben in Heinersdorf. Rund 90 Namen stehen bisher auf der Liste der Baumpaten. Darunter befindet sich auch die Religionsgemeinschaft der „Ahmadiyya Muslim Jamaat“, deren Moscheebau in Heinersdorf einst wütende Bürgerproteste ausgelöst hatte. Auch der Verein „Thailändische Buddhisten“ beteiligte sich mit einer Spende.

Zu den Mitstreitern gehören auch eine Kita und ganze Familien. „Da sich beim Pflanzen eines Baumes eine ganz ungezwungene Atmosphäre ergibt, wollen wir auch Pflanzaktionen vor der Flüchtlingsunterkunft in Buch organisieren“, wirft Cordelia Koch einen Blick voraus. Platz für Obstbäume finde sich jedenfalls überall.

Arbeiten und Grillen

Am Aktionstag „Saubere Sache“ wollen sich die Pflanzaktivisten an der neuen Baumallee am Blankenburger Pflasterweg treffen. Ab 12 Uhr sind am Sonntag, dem 19. September, alle Baumpaten und Neugierige zum Arbeiten und Grillen eingeladen, wobei die Interessenten etwas zum Essen und Trinken selbst mitbringen sollen.

Gemeinsam werden dann die Baumscheiben gepflegt, die Verbissgitter um die jungen Stämme bei Bedarf erneuert oder auch ganze Bäume erneuert. Den trockenen und heißen Sommer haben nicht alle Neupflanzungen ohne Schaden überstanden. Die Obstbaumallee liegt rund 200 Meter nach der Einfahrt zum Golfplatz in Richtung Malchow. Weitere Informationen: www.freiobst-pankow.de. E-mail: freiobst@gmx.de

Sie sind mit dabei

Ein Garten für das ASB-Containerdorf

Im Containerdorf werden in den kommenden Wochen geflüchtete Personen und Familien unterkommen. Der ASB möchte am 19. September einen Garten für die künftigen Bewohner des Containerdorfs anlegen. Es werden viele unterstützende Hände gebraucht, um die Fläche von Gestrüpp und Unkraut freizumachen.

Die nötigen Arbeitsmaterialien werden gestellt. Für Speis’ und Trank ist gesorgt. Es wird ein gemeinsames Mittagessen geben. Man kann den ganzen Tag helfen oder auch nur für zwei Stunden zupacken. Über eine Anmeldung bis zum 9. September würden wir uns freuen. Ort: Potsdamer Chaussee Ecke Hohentwielsteig, Zehlendorf, von 10 bis 16 Uhr. Arbeiter-Samariter-Bund Berlin e.V., Kontakt: Steffi Maschner, Tel. 21 30 71 11, E-Mail: s.maschner@asb-berlin.de, http://www.asb-berlin.de

Unser schönes Spandau
Die Siegerland-Grundschule möchte am 18. September mit der ganzen Schule unseren Kiez fegen, Müll sammeln und reinigen. Es wird zwei Putzrunden geben. In der ersten Runde sind 9 Klassen unterwegs, von 8.15 - 10.00 Uhr.

Die zweite Gruppe, bestehend ebenfalls aus 9 Klassen, wird von 10.00 - 12.00 Uhr unterwegs sein. Siegerland-Grundschule, Westerwaldstr. 19, Spandau. Kontakt: Sandra Schweigert, E-Mail: konrektor@siegerland.cidsnet.de

Kleine Kinder - Große Aufgabe
Die Kinder der Kita „Miteinander“ aus Charlottenburg sammeln am Freitag, 18. September, auf der Warburgzeile und dem nahegelegenen Spielplatz Alt-Lietzow sowie vor dem Standesamt den Abfall auf. Es ist auch vorgesehen, den Garten der Kita sauber zu machen. Dazu tragen die Kinder Westen der Stadtreinigung.

Die Erzieher und Eltern sehen es als eine wichtige soziale Aufgabe, bereits Kinder daran zu beteiligen, sich zu engagieren. Aktionsort: Kita „Miteinander“, Warburgzeile 8, 10587 Berlin, Ansprechpartnerin: Michaela Howitt.

Müll beseitigen um Schlesischen Busch

Bündnis 90/Die Grünen in Treptow-Köpenick beseitigen am 19. September von 10 bis 12 Uhr Müll im Schlesischen Busch und freuen sich über viele Helfer.

Treffpunkt ist die „Geschichtsmeile Berliner Mauer“ (an der Puschkinallee). Kontakt: Hr. Hanke, Email: treptow-koepenick@gruene-berlin.de, http://www.gruene-treptow-koepenick.de/home/

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