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Gehaltsvergleich : Was Lehrer in Berlin verdienen

14.05.2013 14:16 Uhrvon
Angestellte Lehrer fordern die Gleichstellung mit verbeamteten Kollegen.Bild vergrößern
Angestellte Lehrer fordern die Gleichstellung mit verbeamteten Kollegen. - Foto: Thilo Rückeis

Angestellte und verbeamtete Lehrer verdienen in Berlin nicht das Gleiche. Die Angestellten fordern mehr und streiken deshalb. Wie groß sind die Gehaltsunterschiede wirklich?

AUSGANGSLAGE
Berlin verbeamtet Lehrer seit 2004 nicht mehr. Inzwischen gibt es in Berlin rund 9000 angestellte Lehrer, das entspricht etwa einem Drittel der Pädagogen. Seit 2009 zahlt Berlin angestellten Lehrern eine Zulage, so dass sie schon bei Berufseinstieg das für ihre Ausbildung höchstmögliche Gehalt bekommen, also in die höchste Einkommensstufe (Erfahrungsstufe 5) eingruppiert werden. Dies führt zu relativ hohen Einstiegsgehältern. Ein Lehrer mit einem Wahlfach (für die Klassenstufen 1 bis 10, oft sind dies Grundschullehrer) verdient 4072 Euro brutto (siehe Grafik), ein Gymnasiallehrer (Studienratslaufbahn) verdient 4600 Euro brutto.

Dennoch verdienen angestellte Lehrer auf lange Sicht gesehen weniger als verbeamtete Pädagogen. Nach elf Jahren bekommt ein verbeamteter, kinderloser Grundschullehrer netto rund 100 Euro im Monat mehr als sein angestellter Kollege, nach 23 Jahren sind es 300 Euro mehr. Ein verbeamteter Studienrat überholt seinen angestellten Kollegen bereits nach acht Jahren. Nach 23 Berufsjahren verdient der Beamte im Monat 400 Euro netto mehr.

ZUSCHLÄGE

Vergleich der Lehrergehälter von angestellten und verbeamteten Lehrern (mit einem Wahlfach / Grundschullehrer). Bitte auf das Bild klicken, um die Grafik in voller Größe zu sehen.Bild vergrößern
Vergleich der Lehrergehälter von angestellten und verbeamteten Lehrern (mit einem Wahlfach / Grundschullehrer). Bitte auf das Bild klicken, um die Grafik in voller Größe zu sehen. - Grafik: Tsp/Gitta Pieper-Mayer

Besonders auffällig werden die Unterschiede, wenn man die Familienzuschläge der Beamten berücksichtigt. Diese bekommen neben dem normalen Kindergeld 204,96 Euro als Familienzuschlag, für das zweite Kind zusätzlich 96,99 Euro und für das dritte und jedes weitere Kind noch einmal 302,23 Euro. Ein verheirateter, verbeamteter Grundschullehrer mit zwei Kindern bekommt schon im dritten Berufsjahr mehr als sein entsprechender angestellter Kollege. Der verheiratete Studienrat mit zwei Kindern verdient sogar von Anfang an mehr. Zu berücksichtigen ist hier allerdings, dass Beamte Beiträge zur privaten Krankenversicherung zahlen müssen. Diese ist in unserer Grafik mit je 210 Euro berücksichtigt worden, der Betrag kann aber je nach Familienstand auch höher ausfallen.

PENSION UND RENTE

Beamte erhalten nach 40 Dienstjahren rund 71 Prozent ihres letzten Gehaltes als Ruhegehalt. Für jedes Jahr, das sie früher in Pension gehen, verringert sich der Betrag um 1,7 Prozent. Ein Vergleich mit der Rente von angestellten Lehrern ist nach Aussage eines Sprechers der Deutschen Rentenversicherung „nicht seriös“, weil in eine Prognose zu viele individuelle Bedingungen wie etwa die Lebensarbeitszeit und die generelle Rentenentwicklung hineinspielen. Angestellte Lehrer erhalten eine zusätzliche Betriebsrente von der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder.

BUNDESVERGLEICH

Im Bundesvergleich liegt Berlin bei den verbeamteten Lehrern an letzter Stelle. Ein Lehrer mit einem Wahlfach (A 12) verdient in Baden-Württemberg am meisten (das Eingangsgehalt beträgt 3164 Euro brutto, in der höchsten Stufe gibt es 4123 Euro), gefolgt von Bayern, Rheinland-Pfalz und Hamburg. Der Bundesvergleich wird erschwert, weil die einzelnen Länder unterschiedliche Regelungen zu Familienzuschlägen und Weihnachtsgeld haben.

Bei den angestellten Lehrern steht Berlin im Bundesvergleich gut da, schon allein deshalb, weil stets nach der höchsten Stufe bezahlt wird (mindestens 4072 Euro brutto). In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen werden Grundschullehrer in die Entgeltgruppe 10 eingeordnet und verdienen je nach Erfahrungsstufe zwischen 2699 und 3884 Euro. In den übrigen Bundesländern kommen sie in die Entgeltgruppe 11 und verdienen in der niedrigsten Erfahrungsstufe 2805 Euro, in der höchsten 4177 Euro brutto.

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