Lehrermangel in Berlin : CDU fordert Eignungstests für Quereinsteiger

Ohne Quereinsteiger wird Berlin den Lehrerbedarf in den nächsten Jahren kaum decken können. Die CDU-Abgeordnete Bentele fordert jetzt, dass bei ihrer Ausbildung strengere Regeln gelten sollen.

von
Berlin muss in diesem Jahr noch rund 1800 Lehrer einstellen.
Berlin muss in diesem Jahr noch rund 1800 Lehrer einstellen.Foto: dpa

Ohne Quereinsteiger wird Berlin den Lehrerbedarf in den nächsten Jahren kaum decken können – jetzt wird darüber diskutiert, wie diese Seiteneinsteiger qualifiziert werden müssen. Die bildungspolitische Sprecherin der Berliner CDU-Fraktion, Hildegard Bentele, fordert, dass Quereinsteiger auf ihre Eignung getestet werden müssen, möglichst mit einem Praktikum vor dem Berufseinstieg, und dass sie nicht mehr unterrichten sollen als herkömmliche Referendare.

„Priorität muss die Einstellung von voll ausgebildeten Lehrkräften sein“, sagt Bentele. Insbesondere die Quereinsteiger, die nur ein Unterrichtsfach studiert haben und noch ein zweites nachstudieren müssen, müssten eine Ausnahme bleiben. Für diese Seiteneinsteiger mit nur einem Fach fordert Bentele, dass sie für das zweite Fach mindestens 60 Semesterwochenstunden nachweisen müssen und das Fach erst dann unterrichten dürfen, wenn sie dieses Studium erfolgreich abgeschlossen haben. Zudem sollen Quereinsteiger in den ersten fünf Jahren nach dem Referendariat verpflichtend an Fortbildungen teilnehmen.

Bisher ist geplant, dass Lehrer im berufsbegleitenden Referendariat – also die Quereinsteiger – 19 Stunden unterrichten sollen. Normale Referendare unterrichten dagegen höchstens zehn Stunden. Zudem hat die Bildungsverwaltung die Anforderungen für das zweite Fach gesenkt, künftig sollen zwanzig Semesterwochenstunden genügen.

Seit die Bildungsverwaltung fast alle Fächer zu Mangelfächern erklärt hat, haben sich über 3300 Interessenten beworben, die noch nicht als Lehrer ausgebildet sind. Zum nächsten Schuljahr sind 1800 Stellen zu besetzen. Die Bildungsverwaltung hofft, dass sie nur auf 400 Quereinsteiger zurückgreifen muss, da sich auch über 2300 ausgebildete Lehrer beworben haben. Zudem bemüht sich das Land verstärkt darum, Lehrkräfte aus anderen Bundesländern nach Berlin zu bringen.

Im Jahr 2013 wurden 156 Quereinsteiger eingestellt, 2014 waren es bis Februar 76 Seiteneinsteiger. Diese Zahlen gehen aus der Antwort der Bildungsverwaltung auf eine Kleine Anfrage des Bildungspolitikers der Piratenpartei, Martin Delius, hervor. Sylvia Vogt