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Sicherheit in der Öffentlichkeit : Entwurf für Mahnmal gegen Gewalt am Alexanderplatz fertig

Die Giuseppe-Marcone-Stiftung stellt ihre Pläne für den Alexanderplatz vor. Die Skulptur symbolisiert sehr deutlich eine Gewalttat. Was die Bezirkspolitiker davon halten, wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen.

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Appell zum Hinschauen. Der Entwurf für das Mahnmal am Alex.
Appell zum Hinschauen. Der Entwurf für das Mahnmal am Alex.Simulation: promo

Für das geplante „Mahnmal gegen Gewalt und für mehr Zivilcourage“ am Alexanderplatz gibt es einen neuen Entwurf, den die Künstlerin Nicole Zäch für die Giuseppe-Marcone-Stiftung gestaltet hat. Jetzt will die Stiftung das Konzept den zuständigen Bezirkspolitikern in Mitte in persönlichen Gesprächen vorstellen und den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sowie Innensenator Frank Henkel (CDU) anschreiben. Henkel hatte bereits seine grundsätzliche Unterstützung signalisiert, zumal er nach Auskunft eines Senatssprechers selbst schon auf eine ganz ähnliche Idee gekommen war.

Die geplante Gedenktafel für Giuseppe Marcone am Kaiserdamm.
Die geplante Gedenktafel für Giuseppe Marcone am Kaiserdamm.Simulation: promo

Am Charlottenburger Kaiserdamm soll eine Gedenktafel an den 23-jährigen Giuseppe Marcone erinnern, der dort 2011 auf der Flucht vor Schlägern bei einem Autounfall gestorben war. Die zwei Angreifer wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt, Marcones Familie gründete die Stiftung.

Vor den Rathauspassagen am Rande des Alexanderplatzes war Mitte Oktober der 20-jährige Jonny K. zu Tode geprügelt worden. Und erst vor wenigen Tagen musste ein 18-jähriger in eine Klinik gebracht werden, nachdem junge Angreifer an der Straßenbahnhaltestelle in der Gontardstraße auf ihn eingeschlagen hatten.

Der Entwurf für die Bronzeskulptur am Alex zeigt Schläger, die ihr blutendes Opfer hochstemmen. „Das Opfer steht menschlich und moralisch über den Tätern, es soll nicht am Boden liegen“, sagt Giuseppes Mutter Vaja. Eine sich abwendende Person symbolisiere die Gesellschaft. Dabei gehe es zum Beispiel um fehlende Zivilcourage, überforderte Schulen, mangelhafte Erziehung durch Eltern und Etatkürzungen im Jugend-, Sozial- und Bildungsbereich.

Zur Finanzierung der Pläne ist eine Spendenkampagne geplant, zu der auch Charity-Veranstaltungen gehören sollen.

Das Mahnmal am Alex und die Tafel am Kaiserdamm will die Stiftung mit sogenannten QR-Codes versehen, die Smartphone-Besitzer zu weiterführenden Informationen auf der Webseite (www.giuseppe-marcone-stiftung.de) leiten.

Mit der Familie von Jonny K. stehen die Marcones in Kontakt. Tina K., Jonnys ältere Schwester, finde den Entwurf sehr brutal, sagt Vaja Marcone. Aber: „Man soll sich erschrecken, es soll einem einen Stich ins Herz versetzen. Nur dann bewirkt es etwas.“

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