Steglitz : Erste Antidiskriminierungsstelle in Berlin

Diskriminierung gehört heutzutage zum schulischen Alltag. Nun wird in Berlin reagiert: In Steglitz wurde die erste Antidiskriminierungsstelle für Schüler eröffnet.

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Diskriminierung gehört heute zum Alltag vieler Schüler.
Diskriminierung gehört heute zum Alltag vieler Schüler.Foto: picture alliance / dpa

Es kann am Kopftuch liegen, an der ethnischen Herkunft, der Behinderung oder vielleicht auch an der sexuellen Orientierung: Diskriminierung gehört zum schulischen Alltag, aber viele Betroffene wissen nicht, wohin sie sich wenden können, ohne ihre Lage noch weiter zu verschlechtern. Diese Lücke soll jetzt geschlossen werden: Am Donnerstag eröffnete die erste berlinweite und unabhängige Anlauf- und Beratungsstelle für Diskriminierungsschutz an Schulen (Adas).

„Es geht vor allem um Kinder und Jugendliche und darum, dass sie sich persönlich entfalten können“, fasste Beraterin Amine Tasdan das Hauptziel des neuen Projekts zusammen. Die Schüler sollen begreifen: „Ich bin nicht der Fehler“, sondern diejenigen, durch die sie gemobbt oder benachteiligt werden. „Ich bin nicht der Fehler“ ist deshalb auch eine Art Slogan, der sich auf den neuen Flyern und Aufklebern befindet, mit denen jetzt für das neue Angebot geworben werden soll.

Die neugeschaffene Stelle ist gut vernetzt

Viel Werbung scheint allerdings nicht nötig zu sein: „Wir hatten bereits vor der offiziellen Eröffnung die ersten Ratsuchenden hier“, berichtet Projektleiterin Aliyeh Yegane. Denn die neue Stelle ist gut vernetzt: Sie kooperiert mit der Schulaufsicht Neukölln und mit der Landesstelle für Gleichbehandlung sowie weiteren Organisationen. Zudem fungiert der Verein Life als Träger, der in Berlin bereits etliche Projekte im Bereich Schule, Umwelt und Weiterbildung verantwortet.

Beratung und Analyse

Adas will aber nicht nur beraten, sondern auch Empfehlungen an die Politik aussprechen, denn die anonymisierten Daten aus den Fällen sollen ausgewertet werden, damit Defizite im schulischen Umgang mit Konflikten besser analysiert werden können. Finanziert wird das Modellprojekt vorerst bis April 2018 aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie. Vorangegangen waren Rechtsgutachten – zuletzt durch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, die die Notwendigkeit einer solchen Antidiskriminierungsstelle belegt hatten.

Adas ist montags bis freitags, 10–17.30 Uhr, in der Friedenauer Rheinstraße 45, Hinterhaus, Aufgang C, erreichbar. Die kostenfreie Beratungsnummer lautet 0800/7245067.

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