Streit in der Schule : Nach Dienstanweisung - Lehrerin legt ihr Kreuz ab

Auch christliche Lehrkräfte kann das Anti-Kopftuch-Gesetz treffen. Eine Betroffene fügt sich jetzt - nachdem ihr Fall viel Wirbel gemacht hatte.

von
Auffällig - Kirchenleute tragen das Kreuz so. Auch das der Lehrerin soll eher großformatig gewesen sein.
Auffällig - Kirchenleute tragen das Kreuz so. Auch das der Lehrerin soll eher großformatig gewesen sein.Foto:Jan Woitas / dpa

Der Streit an einer Weddinger Schule um das Kreuz einer Lehrerin, die dies an einer Halskette trägt, ist vorerst beendet. Nach Angaben der Schulverwaltung ist die Frau einer dienstlichen Anweisung gefolgt, das Kreuz für ihren Job an der Schule abzunehmen. Sie habe der Anweisung auch nicht förmlich widersprochen, wie es ihr als Beamtin möglich gewesen wäre, hieß es. Der Fall hatte erneut Diskussionen um die Geltung und Reichweite des umstrittenen Neutralitätsgesetzes hervorgerufen. Laut Gesetz ist es Lehrern sowie Beamten in der Justiz und bei der Polizei untersagt, während des Dienstes religiöse Symbole zu zeigen oder auffällige religiöse Kleidungsstücke zu tragen. Das Gesetz zielt vor allem auf das muslimische Kopftuch bei Frauen.

Die Kirche wollte die Frau unterstützen

Nach Tagesspiegel-Informationen gibt es noch weitere Auseinandersetzungen mit der Lehrerin, die sich allerdings nicht um das Kreuz drehen sollen. So soll die Forderung, es abzulegen, nur Teil einer umfangreicheren Dienstanweisung gewesen sein. Bekannt wurde der Fall über die Evangelische Landeskirche, an die sich die Frau in einem „seelsorgerischen Gespräch“ gewandt hatte. Damals hieß es, die Kirche sei bereit, die Lehrerin in einem etwaigen Rechtsstreit zu unterstützen. Es sollte auch für Lehrer möglich sein, „religiöse Zeichen zu tragen, solange der Schulfrieden dadurch nicht gestört wird“, sagte der Berliner Landesbischof Markus Dröge. Das Bundesverfassungsgericht hatte 2015 entschieden, dass pauschale Kopftuchverbote für Lehrkräfte an öffentlichen Schulen nicht mit der Glaubensfreiheit vereinbar sind.

Schulverwaltung: Das war mehr als nur Schmuck

Der Senat hält trotzdem am Neutralitätsgesetz fest. Auch die Schulverwaltung ist überzeugt, dass die Anweisung an die Lehrerin rechtmäßig ergangen sei. Das Kreuz sei auffällig groß gewesen und damit mehr als nur ein Schmuckstück am Hals der Lehrerin.

111 Kommentare

Neuester Kommentar