Tagesspiegel-Weihnachtsaktion „Menschen helfen!“ : Die Hoffnung leuchtet

Der gelbe Spendenstern ist das Symbol der Tagesspiegel-Weihnachtsaktion „Menschen helfen!“. Er hat schon viel Freude gebracht. Bevor die Serie zur Aktion 2013/14 startet, zeigen wir die Bilanz des letzten Jahres: Für die gespendete Summe bedankte sich sogar Berlins Sozialsenator Mario Czaja.

von
Kochkünstler. Mandy Ressel, 25, (l.) und Maika Bumenthal, 19, wissen, wie man richtig gute Pizzataschen zubereitet. Lehrer Emanuele Manciavillano gibt in der Lehrküche Tipps. Auch der zuständige ajb-Leiter Reinhold Kolkmann-Weisel dankt den Tagesspiegel-Lesern, die große Teile der Gastro-Einrichtung durch Spenden ermöglichten.
Kochkünstler. Mandy Ressel, 25, (l.) und Maika Bumenthal, 19, wissen, wie man richtig gute Pizzataschen zubereitet. Lehrer...Foto: Björn Kietzmann

Das war die Jubiläumsspendenrunde: Anlässlich des vergangenen Weihnachtsfestes hatte der Tagesspiegel seine Leserinnen und Leser zum 20. Mal in Folge zu einer großen Spendenaktion für bedürftige Menschen in Berlin, Brandenburg und im Ausland aufgerufen. 246 000 Euro haben Sie bei der Jubiläums-Weihnachtsaktion „Menschen helfen!“ 2012/13 gespendet. Als Verlagsgeschäftsführer Florian Kranefuß das Ergebnis in seiner Rede bei der Übergabefeier diese Summe nannte, war im Feiersaal des Holtzbrinck-Verlags beim Tagesspiegel am Askanischen Platz in Kreuzberg spontan Applaus aufgebrandet. „Dass sich eine Zeitung mit solch einer Aktion so eine Mühe macht, ist einzigartig“, freute sich auch Sozialsenator Mario Czaja (CDU). Wie haben die Vertreter der 53 freien Träger und Wohlfahrtsverbände, Ehrenamtsinitiativen und gemeinnützigen Gesellschaften ihre Gelder in den vergangenen Monaten nun genau eingesetzt? Bevor wir den Leserinnen und Lesern dir Projekte für die jetzige 21. Weihnachtsspendenaktion „Menschen helfen!“ vorstellen, wollen wir Ihnen einen Einblick darin geben, was ihre vergangene Spende im Laufe dieses Jahres bewegt hat.

Guter Geschmack

Die Pizzataschen sehen lecker aus. Die jungen Frauen formen sie und belegen sie professionell mit Zutaten: Pilze, Thunfisch, Mais. Mandy Ressel, 25, aus Lichtenberg und Maika Blumenthal, 19, aus Friedrichshain macht ihre berufliche Qualifizierung in der Lehrküche der gemeinnützigen Gesellschaft ajb an der Hasenheide 54 großen Spaß. Die beiden Tische, an denen die angehenden Gastronomie-Fachkräfte arbeiten, die knallrote Küchenmaschine, der Gastrokühlschrank – dass all das dank der Spenden der Leser angeschafft werden konnte, findet Mandy Ressel „super“. Das Messerset blitzt. „Endlich Messer, die richtig schneiden“, freut sich Maika Blumenthal, und Lehrer Emanuele Manciavillano ist stolz.

Nähkünstler. Christian (l.) und Ralf vom Zik-Projekt haben an den gespendeten Maschinen den Schwung raus. Die Taschen gibt es auf dem Rixdorfer Weihnachtsmarkt. Foto: Laslo Ide
Nähkünstler. Christian (l.) und Ralf vom Zik-Projekt haben an den gespendeten Maschinen den Schwung raus. Die Taschen gibt es auf...

„Die Leser des Tagesspiegels haben uns nach dem Umzug durch die Spenden unheimlich geholfen“, äußert Reinhold Kolkmann-Weisel, der Projektleiter für berufliche Rehabilitation, seinen Dank. So können die Jugendlichen durch die berufsvorbereitenden Rehabilitations-Maßnahmen auch in der Hauswirtschaft, die die Arbeitsagentur Mitte finanziert, auf den Einstieg ins Berufsleben professionell vorbereitet werden. Der Träger ajb baut jungen Leuten Brücken, die die psychosoziale Hilfe weitergebracht hat, fünf unterschiedliche Gewerke gibt es, und im Gastronomie-Bereich engagiert sich Daniela Peter für ihre Schützlinge. Die Vermittlungsquote kann sich sehen lassen. Maika Blumenthal freut sich schon sehr auf ihr Praktikum im Ibis-Hotel Berlin City Potsdamer Platz am Askanischen Platz. Die fachliche ajb-Leiterin Regina Bücheler freut sich über jeden Betrieb, der Praktikantenplätze in allen Gewerken anbietet (Tel.: 690 32620). Und die jungen Kollegen von Maika und Mandy aus Lager und Handel, Kosmetik und Körperpflege, Garten, Wirtschaft, Verwaltung und Medien freuen sich auf Pizza, Salate und andere Speisen, die dank der Spenden im Kantinencafé serviert werden.

Viel Stoff für Freude

„Jeder Mensch braucht Bestätigung“, sagt Karin Walz, Projektleiterin der bundesweit ersten Tagesstätte für Menschen mit HIV, Aids und Hepatitis C des Trägers „ZIK – zuhause im Kiez“ an der Lützowstraße. Jetzt können die Besucher dank der drei leistungsfähigen Pfaff-Nähmaschinen zum Preis von je 799 Euro, um deren Anschaffung ZIK gebeten hatte, „ganz tolle Sachen herstellen, die wir auch auf dem Rixdorfer Weihnachtsmarkt verkaufen“, freut sich Karin Walz. Und zwar 6. bis 8. Dezember auf dem Richardplatz, Stand Nummer 10. Mit den Einnahmen wolle man wieder neue Stoffe und Materialen anschaffen. In der Nähgruppe treffen sich vor allem Männer, die mit dem HI-Virus infiziert oder an Aids erkrankt sind. Handwerklich, aber auch künstlerisch kreativ zu sein, das kommt bei den Männern, die zuvor oft depressiv und isoliert lebten, sehr gut an. „Die Lebensqualität hat sich auch durch das gruppentherapeutische Beschäftigungsangebots verbessert“, sagt Walz. Auch aus hochwertigen und schweren Stoffen entstehen Taschen oder auch Medikamentebeutel. Viele der Betroffenen haben unterschätzt, was das Virus für ihr Leben bedeutet. Umso wichtiger ist der Appell an alle, beim Sex Kondome zu benutzen.

Pflegedienst im Glück

Manchmal sind es unerwartete Dinge, die sich die Spendenvereine wünschen. „Hiermit möchten wir uns nochmals für das von der Spendenaktion der Tagesspiegel e.V. erhaltene Geld herzlich bedanken“, schreibt die gemeinnützige gesellschaft Felix Pflegeteam für ganzheitliche Pflege aus Wedding. „Für unsere Wohngemeinschaft für pflegebedrüftige Menschen mit schweren psychiatrischen Erkrankungen haben wir die dringend benötigte Sitzwaage inzwischen angeschafft.“ Für den Nachweis über die Geldausgabe ist der Kaufbeleg bei „Hans Kurz Wiegetechnik seit 1907“ beigefügt. Die elektronische Stuhlwaage mit Medizinzulassung hat samt Eichung und Zubehör 1268,52 Euro gekostet. Mit dem Gerät können die Mitarbeiter den Gesundheitszustand der betreuten Menschen viel besser überprüfen. Und das Pflegeteam nimmt es auch mit der Abrechnung ganz genau. Es fragt: „Bitte teilen Sie uns mit, auf welches Konto wir den nicht verbrauchten Restbetrag von 3,48 Euro überweisen sollen.“

...und noch mehr Hilfen

„Herzlichen Dank für Ihre wunderbare Förderung“, schrieb Kathrin Göhler von den Maltesern. Ihr Verwendungsnachweis zeigt: Für die Suppenküche für Stadtarme und Obdachlose konnten dank der 10 000 Euro Tagesspiegel-Spende nahezu alle Lebensmittel zugekauft werden, „um unsere einhundert Gäste, die täglich zu uns kommen, mit einer warmen Mahlzeit zu versorgen“ – und das zu einer Zeit, als die Malteser wegen des Endes der Kältehilfesaison und auch der Förderung des Bezirksamtes ohne die nötigen Mittel dastanden. Das Unionhilfswerk konnte nach dem unfreiwilligen Umzug die Wohnungslosentagesstätte Schöneberg am neuen Standort schön einrichten. „Der Verein Menschen helfen! gehört zu einer wichtigen Konstanten in der Arbeit der Malteser Migranten Medizin“, lautet ein weiterer Dank. Mehr als 10 000 Patienten ohne Krankenschein konnten so versorgt werden. Der Verein Frauenpunkt Hohenschönhausen konnte sein Kiezcafé im Krugwiesen Hof einrichten – und schickte detaillierte Kaufbelege. Der Huzur Nachbarschaftstreffpunkt stellte sogar einen Umwidmungsantrag für die beiden defekten Samoware. Die Welthungerhilfe kümmerte sich um Opfer des Hurrikans Sandy.

Frank Wunderlich vom Verein „Helgoland - Berlin - Hamburg“ war dankbar dafür, dass Kinder aus sozial benachteiligten Familien zwei Wochen lang nach Helgoland verschickt werden konnten und legte Fotos und Tagebucheintragungen bei. „Wir danken recht herzlich dem Tagesspiegel und dessen Leser für eine großzügige Spende. Ohne diese Zuwendung hätten wir in 2013 diese Reise nach Helgoland nicht realisieren können.“

Spenden bitte an: Spendenaktion Der Tagesspiegel e. V., Verwendungszweck: „Menschen helfen!“, Berliner Sparkasse (BLZ 100 500 00), Konto 250 030 942 – Namen und Anschrift für den Spendenbeleg notieren. BIC: BELADEBE, IBAN: DE43 1005 0000 0250 0309 42

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar