Tod durch verstopfte Gastherme : Geldstrafe für Vormieter von erstickter Familie

Vor zweieinhalb Jahren starb eine sechsköpfige Familie in Köpenick an einer Kohlenmonoxidvergiftung, weil die Gastherme verstopft worden war. Jetzt verurteilte ein Gericht die Vormieter zu einer Geldstrafe.

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Vor zweieinhalb Jahren starb eine sechsköpfige Familie an Kohlenmonoxid. Das Abgasrohr war verstopft. Nun wurden die Vormieter zu einer Geldstrafe verurteilt.
Vor zweieinhalb Jahren starb eine sechsköpfige Familie an Kohlenmonoxid. Das Abgasrohr war verstopft. Nun wurden die Vormieter zu...Foto: dpa

Zweieinhalb Jahre nach dem Tod einer sechsköpfigen Familie durch eine Kohlenmonoxidvergiftung steht die Schuld von zwei Vormietern fest. Beate S., 50, und ihr 33-jähriger Sohn Robert Sch. müssen wegen fahrlässiger Tötung Geldstrafen von 4800 Euro und 3600 Euro zahlen. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände sei es zu der Gastragödie in einer Wohnung in Köpenick gekommen, sagte eine Amtsrichterin. Die beiden Angeklagten aber hätten diese Kette in Gang gesetzt.

Im Juli 2011 waren eine 27-jährige Mutter, ihre Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren sowie ihr 40-jähriger Partner an dem geruchslosen Gift gestorben. Der Auslöser wurde im Jahr 2007 gesetzt: Robert Sch. verstopfte das Abzugsrohr der damals wegen offener Rechnungen stillgelegten Gastherme mit Papier zum Schutz gegen Zugluft. Als seine Mutter im März 2011 auszog, dachte sie nicht mehr daran. Im Juli 2011 zog eine neue Familie ein.

Familiendrama in Köpenick
Sechs Leichen hat die Polizei am Montagnachmittag aus einem Haus in der Puchanstraße in Köpenick geborgen. Bei den Toten handelt es sich um eine 27-jährige Frau, ihre vier Kinder (ein bis sieben Jahre alt) und ihren 40 Jahre alten Lebensgefährten. Der Mann war nicht der Vater der Kinder.Alle Bilder anzeigen
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26.07.2011 08:57Sechs Leichen hat die Polizei am Montagnachmittag aus einem Haus in der Puchanstraße in Köpenick geborgen. Bei den Toten handelt...

Es kamen zwar Monteure, weil die Gasleitung undicht war. Mit der Therme aber befasste sich niemand. Dies wertete das Gericht strafmildernd. Die Angeklagten hatten kurz vor dem Urteil gestanden. Es tue ihnen unendlich leid. Das Gericht verhängte jeweils eine Strafe von 240 Tagessätzen ? zu je 20 Euro im Falle der Mutter, je 15 Euro bei dem arbeitslosen Sohn.

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