• Übergang Grundschule - Oberschule in Berlin: 1800 Siebtklässler kommen nicht auf ihre Wunschschule

Übergang Grundschule - Oberschule in Berlin : 1800 Siebtklässler kommen nicht auf ihre Wunschschule

Die Plätze an Sekundarschulen und Gymnasien sind dieses Jahr knapper. Am Wochenende werden Bescheide verschickt.

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Wo lernen sie denn? Am 19. Mai werden die Bescheide verschickt.
Wo lernen sie denn? Am 19. Mai werden die Bescheide verschickt.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Die künftigen Siebtklässler bekommen dieses Jahr die zunehmende Knappheit an Schulplätzen zu spüren: Rund 1800 von ihnen ist es nicht gelungen, einen Platz an einer ihrer drei Wunschschulen zu bekommen. Dies entspricht acht Prozent der knapp 23 000 Bewerber an öffentlichen Schulen und ist der höchste Prozentsatz seit Einführung des neuen Anmeldeverfahrens. Ihnen werden jetzt Plätze an weniger nachgefragten Schulen zugewiesen, sie können aber auch selbst nach freien Plätzen an öffentlichen oder privaten Schulen suchen. Rund 2000 Schüler profitierten von der Geschwisterkinderregelung. Am 27. Mai versenden die Bezirke alle Aufnahmebescheide der Erst-, Zweit- und Drittwunschschulen. Die Zahl der Siebtklässler steigt um über 1000.

An den Integrierten Sekundarschulen konnten 10255 Schüler einen Platz an ihrer Erstwunschschule erhalten, dabei wurden rund 1300 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, sieben Härtefälle und fast 1000 Geschwisterkinder berücksichtigt. An den Gymnasien schafften es 8700 Schüler, ihren Erstwunsch erfüllt zu bekommen, darunter knapp 80 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, fünf Härtefälle und knapp 1200 Geschwisterkinder.

Weitere Wege müssen in Kauf genommen werden

Um den Schülern, die an keiner ihrer Wunschschulen einen Platz bekommen haben, eine Schule zuweisen zu können, organisieren die bezirklichen Schulämter eine Ausgleichskonferenz. Bei der Zuweisung spielt dann der Wohnort der Schüler die entscheidende Rolle, um zu lange Wege zu vermeiden. Allerdings wird die Schulplatzknappheit dazu führen, dass nicht allen Schülern wohnortnahe Schulen angeboten werden können. Noch 2014 mussten nur 1000 Schüler nachträglich vermittelt werden, daruter fast keine Gymnasiasten.

Angesichts der Tatsache, dass es über 1000 mehr Schüler gebe, sei es doch "umso erfreulicher", dass rund 92 Prozent der Bewerber einen Platz an einer der drei Wunschschulen erhalten könnten, lautete die Einschätzung von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Insgesamt gibt es dieses Jahr nur 500 Siebtklässlerplätze mehr als Schüler - in den Vorjahren war der Puffer wesentlich größer. In den steigenden Anmeldezahlen spiegele sich die wachsende Stadt wider, so Scheeres. Wie berichtet, will sie den Neubau von Schulen beschleunigen.

Seit der Neuregelung des Übergangsverfahrens von der Grundschule in die Klassenstufe 7 der weiterführenden Schulen im Schuljahr 2011/12 ist nicht mehr die Wohnortnähe an übernachgefragten Schulen ausschlaggebend. Entscheidend sind die Leistungen der Schüler und ihre Eignung für das Profil der Schule. Die übernachgefragten Schulen treffen im Einvernehmen mit den bezirklichen Schulämtern die Entscheidung über die besonderen Härtefälle. Rund 30 Prozent der Schulplätze werden verlost, um die Schülermischung zu verbessern. "Insgesamt waren für das kommende Schuljahr unter Berücksichtigung der Erst-, Zweit- und Drittwünsche 70 Sekundarschulen und 53 Gymnasien übernachgefragt", teilte die Bildungsverwaltung mit.

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