US-Wahl : Clinton gewinnt - zumindest bei Schülern

Rund 3000 Schüler haben das Ergebnis der US-Wahl vorausgesagt, in einem "School Election Project" der US-Botschaft. Ihre Prognose: Clinton gewinnt.

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In der Friedrich-Ebert-Stiftung haben die Schüler am Montagnachmittag die Ergebnisse zusammen getragen. Foto: Kai-Uwe Heinrich
In der Friedrich-Ebert-Stiftung haben die Schüler am Montagnachmittag die Ergebnisse zusammen getragen.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Immer mehr Staaten auf der Karte über der Bühne färben sich blau und rot. Dann steht fest: Hillary Clinton wird heute Nacht gewinnen, mit einem Vorsprung von 184 Wahlmännern wird sie US-Präsidentin. Das zumindest ist das Ergebnis einer Prognose am Tag vor der Wahl — vorausgesagt nicht von professionellen Meinungsforschern, sondern von rund 3000 Schülern aus Deutschland. Sie haben am "School Election Project" der US-Botschaft mitgemacht, am Montagnachmittag haben sie in der Friedrich-Ebert-Stiftung ihre Ergebnisse präsentiert.

Die Schüler aus Oranienburg adoptieren Missouri

Die 17-jährige Hannah Hupfer schwingt ein USA-Fähnchen. Sie ist Schülerin am Louise-Henriette-Gymnasium in Oranienburg. An drei Projekttagen hat sie sich mit ihren Mitschülern mit dem US-Bundesstaat Missouri auseinandergesetzt. Welche Partei haben die Bewohner dort bei den letzten Wahlen gewählt? Welche Themen sind ihnen wichtig? Was arbeiten sie? Auf einer Lernplattform im Internet haben sie in Videos und Texten über Geschichte, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ihres Staates gelernt und versucht, Fragen wie diese zu beantworten. Ihre Prognose: Trump gewinnt in Missouri.

Auch die Elftklässler im Leistungskurs Englisch am Goethe-Gymnasium Lichterfelde mitgemacht, sie kümmerten sich um Arkansas. Über Skype und E-Mails haben die Lichterfelder ihre Ergebnisse mit amerikanischen Schülern an der Fayetteville-High-School in Arkansas diskutiert, seit 30 Jahren Partnerschule des Goethe-Gymnasiums. Was halten die amerikanischen Schüler von den Kandidaten? Welche Themen werden bei ihnen diskutiert? "Die Schüler haben ihre Meinung mehrfach geändert", sagt ihre Lehrerin Christina Kurzmann. "Aber in der aktuellen politischen Lage sind wir alle nicht mehr sicher, was passieren wird." Sie wertet das Projekt als Klausurersatzleistung, dafür bekommen die Schüler auch Noten.

41 Kurse aus Berlin haben teilgenommen

Beim Projekt waren Klassen aus ganz Deutschland dabei, aus Berlin haben 41 Kurse teilgenommen. Das Projekt fand bereits zum dritten Mal statt. Bei den vergangenen zwei Wahlen hatten die Schüler Recht mit ihrer Prognose, Obama werde gewinnen. Im Jahr 2008 haben sie fast die komplette Wahl korrekt vorhergesagt, nur in zwei Bundesstaaten lagen sie daneben.

"Ihr habt eine besondere Wahl ausgesucht", sagte US-Botschafter John B. Emerson bei der Präsentation. Er habe mit seiner ersten Prognose falsch gelegen, Trump würde in den Vorwahlen ausscheiden.
Ihre Analysen präsentierten die Schüler nicht nur als Zahlentabellen, sondern auch auf kreative Weise. Die besten Darstellungen haben die Veranstalter ausgezeichnet, in verschiedenen Kategorien wie Video, Webseite, Blog, Lied.
Lehrerin Kurzmann hat in die Projektarbeit auch Inhalte integriert, die für das Abitur relevant sind, wie einen Cartoon zu analysieren.

Wach bleiben für "Hausaufgaben"

Die besten Projekte wurden prämiert, zwei Berliner Schulen wurden für ein Plakat und einen Rap ausgezeichnet. "Die Schüler sind nach dem Projekt viel interessierter am Ausgang der Wahl, als sie es sonst gewesen wären", sagt Lehrerin Christina Kurzmann. Wenn am Mittwoch jemand müde im Klassezimmer sitzt, wird sie wissen, warum. Botschafter Emerson sagte zu den Schülern: "Sagt euren Eltern, ihr macht Hausaufgaben. Das ist die perfekte Ausrede, um lange wach zu bleiben."


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