Verkehrssicherheit in Berlin : Tempo 30 - Nein? Ja! Der Schilderstreich von Neukölln

Im vergangenen Herbst verschwand das Tempo-30-Schild, jetzt ist es wieder da, eingeweiht mit viel Jubel und Verkehrssenator Geisel.

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Mehr als 70 Kinder der Fritz-Karsen-Schule in Neukölln kontrollierten den ordnungsgemäßen Ablauf der Schildmontage.
Mehr als 70 Kinder der Fritz-Karsen-Schule in Neukölln kontrollierten den ordnungsgemäßen Ablauf der Schildmontage.Foto: Thomas Loy

Bis zum Herbst 2015 stand ein Tempo-30-Schild an der Fulhamer Allee in Neukölln, dann wurde es abgeschraubt, still und heimlich, jetzt wurde es wieder angeschraubt, mit großem Tamtam, 70 jubelnden Kindern aus der Fritz-Karsen-Schule, Bildungsstadtrat Jan Christopher Rämer und Verkehrssenator Andreas Geisel (beide SPD).

Der Grund für den Schilderstreich? Das alte 30-Schild hatte längst seine gesetzliche Grundlage eingebüßt: Straßenschäden. Das war der Verkehrslenkung irgendwann aufgefallen. Also weg damit. Die Anwohner und Kinder protestierten, Rämer und der SPD-Abgeordnete Joschka Langenbrinck schalteten sich ein, Geisel ließ prüfen. Und die Sache wurde genehmigt.

Neuköllns Bildungsstadtrat Jan Christopher Rämer (l.) und Verkehrssenator Andreas Geisel prüfen die Standfestigkeit des neu installierten Schildes.
Neuköllns Bildungsstadtrat Jan Christopher Rämer (l.) und Verkehrssenator Andreas Geisel prüfen die Standfestigkeit des neu...Foto: Thomas Loy

Erst in der vergangenen Woche hatten sich Bundes- und Länderverkehrsminister darauf geeinigt, Tempo 30 vor Schulen und Kitas rechtlich zu vereinfachen. Für Berlin habe der Beschluss aber kaum Bedeutung, sagte Geisel. Berlin sei bereits „Tempo-30- Hauptstadt“. Vor Kitas und Schulen sei das Tempolimit „flächendeckend“ eingeführt – insgesamt auf 70 Prozent der Straßen.

Ein weiterer Ausbau von Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen ist derzeit nicht geplant – im Gegenteil: Nachdem ein Anwohner der Berliner Allee in Weißensee mit Verweis auf die Luftverschmutzung eine Tempo-30-Zone vor dem Verwaltungsgericht erstritten hatte, überlegte Geisels Verkehrsverwaltung das Urteil anzufechten, wegen der überregionalen Bedeutung der Berliner Allee als Teilstück der Bundesstraße 2.

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