Verletzte Kinder und Jugendliche : Deutlich mehr Unfälle an Berliner Schulen

Meist passiert es auf dem Pausenhof oder im Sportunterricht: Die Zahl der Unfälle an Berliner Schulen ist 2014 deutlich angestiegen. Besonders sichtbar wird das bei Grundschülern.

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Ein Krankenwagen im Einsatz. (Symbolbild)
Ein Krankenwagen im Einsatz. (Symbolbild)Foto: dpa

Aufgeschlagene Knie, gebrochene Arme und Gehirnerschütterungen. Wenn in neun Tagen das neue Schuljahr beginnt, dann bleiben auch sie nicht aus: die großen und kleinen Verletzungen auf dem Schulgelände. Unfälle sind an Berliner Schulen keineswegs selten, wie eine aktuelle Studie der Unfallkasse Berlin (UKB) für das Jahr 2014 belegt. 44 900 Unfälle waren es – immerhin 230 Einzelfälle pro Schultag. Unfälle auf dem Schulweg sind dabei noch gar nicht mitgerechnet.

Die UKB erfasst alle Vorfälle, die im Anschluss einem Arzt vorgestellt wurden und Kosten verursachten. „Unfälle im Sportunterricht oder auf dem Pausenhof sind dabei der Regelfall“, sagt Heidelore Geitner, Leiterin der Schüler- und Unfallprävention bei der UKB. Knochenbrüche, die eine längere Behandlungszeit nach sich ziehen, nähmen aber weniger als zehn Prozent der Vorfälle ein, leichte Verletzungen wie Prellungen oder Schürfwunden dagegen mehr als 60 Prozent. „Schwere Verletzungen sind glücklicherweise immer noch Einzelfälle.“

Dennoch ist die Zahl der Schulunfälle erstmals seit 2011 deutlich gestiegen. So zählt die UKB für das Jahr 2013 noch 41 700 Unfälle, 3200 Vorfälle weniger als 2014. Auch die Zahl der Unfälle auf dem Schulweg stieg um 390 auf etwa 2740 Fälle an. Besonders hoch ist die Zahl der Schulunfälle in den Bezirken Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg, Tempelhof-Schöneberg und Pankow. Laut UKB-Sprecherin liegt dies an den hier besonders hohen Zahlen an Grundschülern und den vielen Einschulungen.

Gerade bei den Grundschülern ist der Anstieg der Unfallzahlen auffällig. Hier wuchs die Zahl der gemeldeten Unfälle in einem Jahr um 2100 auf 22 340 – ein Zuwachs von über neun Prozent. Zwar stieg auch die Zahl der Grundschüler deutlich, doch ereigneten sich pro Kopf erheblich mehr Vorfälle. Die Unfälle auf dem Schulweg stiegen gar um fast zwölf Prozent auf etwa 850.

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