Berlin : Verschwundene Georgine: Lebenszeichen per Telefon?

Eine Freundin der 14-Jährigen bekam rätselhafte Anrufe Sie könnten von der Vermissten stammen. Allerdings meldete sich keiner

Tanja Buntrock

Mehr als zwei Wochen nach dem Verschwinden der 14-jährigen Georgine Krüger hat die Familie erstmals Hoffnung, dass das Mädchen noch lebt. Bereits seit mehreren Tagen verfolgt die Polizei eine neue Spur: Eine gute Freundin der Vermissten aus Peine in Niedersachsen hatte den Ermittlern erzählt, dass bei ihr rätselhafte Anrufe eingegangen seien, die möglicherweise von Georgine stammen. Gemeldet hatte sich allerdings niemand am anderen Ende der Leitung. Einmal soll lediglich undefinierbare Musik zu hören gewesen sein. Die Kripo ließ die Anrufe prüfen: Allerdings stand schnell fest, dass es nicht Georgines Handy war, von dem diese Anrufe nach Peine gingen.

Dennoch scheint es eine Parallele zu Georgine zu geben: Auffällig an den Anrufen am 26. und 28. September sowie am 2. und 4. Oktober ist, dass sie über eine so genannte Recall-Nummer eingingen: Eine Rückrufverbindung, bei der der Angerufene die Kosten des Gesprächs übernehmen soll. In der Vergangenheit hatte sich Georgine auf diese Art schon häufiger bei ihrer Freundin oder anderen Bekannten gemeldet. Deshalb nahm die Freundin an, dass auch die jüngsten Anrufe von Georgine stammen. „Wir können nicht ausschließen, dass es Georgine war, die nur mit einem anderen Telefon angerufen hat“, sagt ein Beamter. „Doch das ist reine Spekulation.“ Von welchem Handy der Anruf stammt, konnte die Polizei gestern noch nicht sagen. Die Ermittlungen laufen dazu. „Die letzten drei Ziffern der Nummer sind unidentifizierbar und nur als X angegeben“, hieß es. Doch der vordere Teil der Nummer stimmt nicht mit Georgines Handynummer überein. Jetzt versucht die Polizei trotz der unkenntlich gemachten Nummer, den Anrufer ausfindig zu machen.

Die 14-jährige Sonderschülerin aus Moabit wird, wie berichtet, seit dem 25. September vermisst. Zuletzt wurde sie an diesem Tag um 13.45 Uhr von Zeugen gesehen, als sie mit dem Bus von der Schule kam. Auf den 200 Metern, die die Bushaltestelle von ihrer Wohnungstür in der Stendaler Straße entfernt ist, verliert sich Georgines Spur. Eine groß angelegte Suchaktion der Polizei, bei der 270 Gebäude mit Kellern und Dachböden sowie Grünanlagen und Brachflächen durchkämmt wurden, blieb ergebnislos. Für Hinweise, die zur Aufklärung des Falls führen, wurden 5000 Euro Belohnung ausgesetzt.

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